Neukirchener Murmel-Asse holen erneut Weltmeistertitel

Ein Sportverein aus dem Erzgebirge hat zum siebten Mal eine besondere Trophäe gewonnen. In zwei Jahren haben die Klubmitglieder etwas Besonderes vor.

Neukirchen.

Murmeln ist ein beliebtes Kinderspiel. Oftmals wird zunächst ein Loch gegraben. Und wer dann die meisten Murmeln ins dieses schiebt oder klickt, hat gewonnen. Doch längst wird das Murmeln nicht nur von den Jüngsten betrieben, sondern auch von Erwachsenen. Denn Murmeln ist ein richtiger Sport mit Mannschaften, Vereinen und Turnieren. Sogar eine Weltmeisterschaft findet jährlich statt. 2019 war sie für die Mannschaft vom 1. Murmelclub (MC) Neukirchen besonders erfolgreich - sie holte sich den Titel.

Und es war für die Mannschaft längst nicht der erste Erfolg. "Wir wurden zum siebenten Mal Weltmeister", sagt Chris Pampel, Mannschaftskapitän und Pressesprecher des Vereins. Deshalb habe man im Vorfeld schon ein wenig mit der Goldmedaille geliebäugelt. Die Neukirchener haben sich von Beginn an auf das "Englische Ringspiel" spezialisiert.


Die Spielregeln: "49 Murmeln werden in der Mitte einer runden, mit Sand bestreuten Spielfläche von nahezu zwei Metern Durchmesser platziert. Das Team, das als Erstes 25 Punkte durch Herausschießen von Murmeln erreicht hat, gewinnt", erklärt Pampel. Ausgetragen wird die Murmel-Weltmeisterschaft seit 1932 am Karfreitag im englischen Flecken Tinsley Green. "Auf dem Parkplatz vor dem dortigen Greyhound-Pub wird jedes Jahr um den Weltmeistertitel gemurmelt", betont der 36-Jährige.

Durch ihr gutes Abschneiden bei den Welttitelkämpfen sind die Neukirchener nicht nur aktuell zu den besten Murmelsportlern zu zählen, sondern sind ebenso in der ewigen Bestenliste weit vorn zu finden. "Bei den Mannschaften liegen wir auf Rang drei, standen bisher zehnmal bei einer WM im Finale", so Pampel. Er selbst nimmt mit sieben WM-Titeln im Einzel momentan den zweiten Platz hinter dem Engländer Len Smith ein, der zwölfmal Weltmeister wurde.

Welche Voraussetzungen muss man mitbringen, um ein guter Murmelspieler zu werden? "Geschicklichkeit ist das A und O. Dazu kommt ein hohes Maß an Konzentration", erklärt der Spieler vom MC Erzgebirge. Darüber hinaus müssen die Bewegungsabläufe und die Technik trainiert werden. Dennoch: Ein regelmäßiges Training steht bei den Neukirchenern nicht auf dem Programm. "Nur vor der WM haben wir kontinuierlich trainiert. Ansonsten machen wir das sehr sporadisch, verbinden es oftmals mit einem gemütlichen Beisammensein, wie gemeinsames Grillen", so der Mannschaftskapitän. Wenn man nicht im Freien trainiere, dann geht es in Garagen von Vereinsmitgliedern.

Gegründet wurde der 1. Murmelclub Erzgebirge im Jahr 2001. "Schuld" daran habe der heutige Vereinschef Frederik Ranck - der damals noch beim benachbarten Murmelverein in Klaffenbach spielte. "Ein Freundeskreis hat den Verein in Neukirchen ins Leben gerufen. Wir wurden schon von vielen belächelt, denn Murmeln ist für die meisten nach wie vor ein Kinderspiel", sagt Pampel. Doch durch hartes Training stellten sich bald die Erfolge ein. "2006 sind wir zum ersten Mal Weltmeister geworden", erzählt der 36-Jährige noch heute stolz. Und die Erzgebirger wurden sogar deutschlandweit bekannt. "Wir waren im Fernsehen bei Stefan Raab und Günther Jauch zu Gast. Dort zeigten wir, wie technisch anspruchsvoll das Murmeln, speziell das ,Englische Ringspiel' ist", erinnert sich der Mannschaftskapitän.

Dem 1. MC Erzgebirge gehören derzeit 13 Mitglieder an, angefangen vom Tierarzt über den Informatiker bis hin zum Altenpfleger. In zwei Jahren feiert der Club sein 20-jähriges Bestehen. Das wolle man gebührend feiern. "Wir wollen versuchen, die Deutschen Meisterschaften 2021 nach Neukirchen zu holen", erklärt Pampel. Und er fügt hinzu, dass der Murmelclub dabei von der Gemeinde unterstützt wird, die auch bisher schon zu den Förderern des Murmelspiels und seiner Akteure zählte.

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