Neuschnee macht Autofahrern und Nahverkehr zu schaffen

Busse und Straßenbahnen blieben auf der Strecke und bei der Bahn ist eine Oberleitung eingefroren. Eine Frau ist bei einem Glätteunfall schwer verletzt worden.

Bus und Bahn: Viele Fahrgäste des Verkehrsbetriebes CVAG bekamen die Winter-Auswirkungen zu spüren. Wie Unternehmenssprecher Stefan Tschök mitteilte, sei von 6 Uhr bis 7 Uhr zwischen den Haltestellen Gablenzplatz und Arthur-Strobel-Straße ein Feuerwehreinsatz notwendig gewesen, da durch die Schneelast ein Ast eines Baumes die Fahrleitung zu berühren drohte. In dieser Zeit konnten die Bahnen der Linie 5 nur bis zur Zwischenwendestelle Geibelstraße fahren. Es gab außerdem im Frühverkehr eine weitere Störung der Stromversorgung im Bereich der Annaberger Straße, die aber laut Tschök nach einer Viertelstunde behoben werden konnte. Zwischen 15.30 Uhr und 16.20 Uhr standen die Straßenbahnen an der Guerickestraße still. Am dortigen Bahnübergang war ein Lastwagen auf den Gleisen liegen geblieben. Beim Busverkehr gab es ab ungefähr 7 Uhr vor allem an Steigungsstrecken wie der Wartburgstraße, der Claußstraße und dem Bereich Riedstraße Probleme, teilte Tschök mit. Die Busse der Linien 43 und 82 fuhren eine Stunde lang über die Lutherstraße anstatt über die Wartburgstraße. Der schwerwiegendste Vorfall ereignete sich kurz nach 13 Uhr an der Straßenbahnhaltestelle "Augsburger Straße" in Bernsdorf. Eine 56-jährige Frau hatte an der Schienenquerung die herannahende Bahn nicht bemerkt, so eine Polizeisprecherin. Die Frau sei ausgerutscht und zwischen die Straßenbahn und den Bord der Haltestelle gerutscht. Sie musste von der Feuerwehr befreit werden und erlitt schwere, aber keine lebensgefährlichen Verletzungen.

Auch im Eisenbahnverkehr gab es Probleme. So stellte die Mitteldeutsche Regiobahn auf der Strecke zwischen Chemnitz und Riesa etwa ab 14.30 Uhr den Verkehr ein. Die Oberleitungen waren eingefroren.


Straßenverkehr: Die Polizeidirektion registrierte allein bis 12.30 Uhr insgesamt 130 Verkehrsunfälle in Chemnitz, dem Landkreis Mittelsachsen und dem Erzgebirgskreis. In Chemnitz sei es vor allem auf der Autobahn 4 zwischen der Anschlussstelle Chemnitz-Ost und dem Kreuz Chemnitz zu Behinderungen gekommen. Am Nachmittag war die Bundesstraße 174 landwärts zeitweise komplett dicht.

Schulen: Dem städtischen Schulamt waren keine Schulausfälle bekannt, teilte die Pressestelle des Rathauses auf Anfrage mit. Im Schülerverkehr könne es aber aufgrund der Straßenverhältnisse zu Verspätungen gekommen sein, hieß es weiter.

Versorgung: An Trinkwasser- und Stromleitungen gab es nach Auskunft des Versorgers Eins keine Störungen. Die Wasserleitungen seien frostsicher in rund 1,50 Meter Tiefe und auch die meisten Stromleitungen geschützt in der Erde verlegt. Das Heizkraftwerk versorge zuverlässig rund 40 Prozent der Chemnitzer Verbraucher mit Fernwärme.

Wälder: Wegen des schweren Nassschnees droht das Abbrechen von Ästen und ganzen Baumkronen, warnt das städtische Grünflächenamt. Es rät daher, auf das Betreten von Wäldern und Grünanlagen zu verzichten.

Winterdienst: Seit Dienstagabend waren Mitarbeiter des Abfallentsorgungs- und Stadtreinigungsbetriebes ASR mit fünf Großräumfahrzeugen auf den Hauptstraßen, Strecken mit Nahverkehrslinien sowie Zufahrten zu Krankenhäusern und Feuerwehrdepots im Einsatz. Ab 3 Uhr morgens rollten dann alle 17 verfügbaren schweren Räumfahrzeuge, teilte das Unternehmen mit. Bis 11.30 Uhr habe die Frühschicht auf dem insgesamt etwa 900 Kilometer langen Hauptnetz - dazu gehören außerdem die Bundes-, Staats- und Kreisstraßen im Stadtgebiet - zweimal Schnee geräumt. Ab 4 Uhr seien zudem kleinere Räumfahrzeuge, darunter von Vertragspartnern des ASR, auf wichtigen Gehwegen und Fußgängerüberwegen eingesetzt worden. Bis zum Nachmittag hätten den Betrieb keine Informationen über Problemstellen von der Polizei und dem Nahverkehrsbetrieb CVAG erreicht, sagte eine Sprecherin. Am heutigen Donnerstag und am Freitag soll ebenfalls rund um die Uhr das Hauptstraßennetz betreut werden.

Bei der Abfallentsorgung sei es zu Ausfällen gekommen. Die betroffenen Standorte würden in der Regel innerhalb von zwei Werktagen erneut angefahren, so der ASR.

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