Der Bass klagt am Freitagabend in der Pause während der Chemnitzer Opernpremiere von „Don Giovanni“ über Gesundheitsbeschwerden – ein Kollege aus Dresden springt vom Bühnenrand aus ein.
Großer Schreck am Freitagabend bei der ausverkauften Premiere von Mozarts „Don Giovanni“ in der Oper Chemnitz: In der Pause nach dem 1. Akt klagte Bassist Johann Kalvelage (32), der Sänger der Partie des Leporello, über so starke körperliche Beschwerden, dass der Notarzt alarmiert und der Künstler ins Krankenhaus gebracht werden musste. Kalvelage ist erst seit dieser Saison Ensemblemitglied.
Bass aus Publikum springt ein
Über Lautsprecher wurde dem Publikum zunächst mitgeteilt, dass es wegen eines medizinischen Notfalls bei der Fortsetzung des Abends eine Verzögerung gebe.
Nach einer um eine knappe halbe Stunde verlängerten Pause informierte Generalintendant Christoph Dittrich die Zuschauer von der Bühne aus über die Lage: „Unser Kollege ist in guten Händen“, beteuerte Dittrich und hatte zur schlechten Nachricht der plötzlichen Erkrankung des jungen Sängers noch eine gute: Abbrechen müsse man nicht.
Im Publikum befand sich zufällig der Dresdner Bassbariton Markus Marquardt, der sich spontan bereit erklärt hatte, im 2. Akt die Partie des Leporello vom Bühnenrand aus einzusingen. Das Publikum quittierte die Nachricht mit tosendem Beifall. Der gebürtige Düsseldorfer hatte den Diener Don Giovannis zuletzt vor zwei Jahren an der Semperoper gegeben.
Den szenischen Part übernahm Regieassistentin und Spielleiterin Antonia Bär. Der 2. Akt ging ohne weitere, dem Publikum ersichtliche Beeinträchtigungen über die Bühne.
Update: Am Samstagmittag teilten die Theater Chemnitz mit: „Johann Kalvelage befindet sich auf dem Weg der Besserung und konnte noch am selben Abend nach einer Routineuntersuchung aus dem Krankenhaus entlassen werden.“ (tk)





