Nutzer fordern Nachbesserungen bei Jugendklub-Sanierung

Im Gebäude in Wolkenburg herrscht mitunter dicke Luft. Wenn es keine Lösung gibt, fürchten die jungen Leute erneuten Ärger mit Anwohnern.

Wolkenburg.

Die Modernisierung des Jugendklubs "Laberschuppen" in Wolkenburg soll möglichst schnell beginnen - darin sind sich die Jugendlichen und die Stadtverwaltung als Eigentümerin des Gebäudes einig. Doch wie genau die Sanierung ausfallen soll, dazu gehen die Meinungen noch auseinander. Das wurde während der jüngsten Stadtratssitzung deutlich.

Maurice Hausmann, Vorsitzender des Jugendklub-Betreibervereins, nutzte die Einwohnerfragestunde, um Wünsche zu äußern. So machte er auf ein Problem im Zussammenhang mit der Luftqualität im Gebäude aufmerksam. "Wenn bei Veranstaltungen 20 oder 30 Leute im Jugendklub sind, ist die Luft schon nach etwa einer halben Stunde sauerstoffarm", erklärte der junge Wolkenburger. Die einzige Möglichkeit zu lüften bestehe darin, die Fenster aufzumachen. "Dann fühlt sich aber der Nachbar wegen der Musik gestört", sagte Hausmann.

Ein Nachbar war wegen des Lärms schon vor Jahren vor Gericht gezogen. Er wollte erreichen, dass das Gebäude neben dem ehemaligen Rathaus fortan nicht mehr als Treffpunkt für Jugendliche genutzt werden darf. Nach einem Mediationsverfahren einigten sich die Stadtverwaltung und der Anwohner 2017 auf einen Vergleich. Demnach dürfen die Jugendlichen maximal zehnmal im Jahr länger als bis 22Uhr feiern, müssen diese Veranstaltungen aber über mehrere Monate verteilen und zudem vorher sowohl bei der Stadt als auch beim Nachbarn anmelden. Um den Lärm zu reduzieren, sollen bei der Sanierung Schallschutz-Fenster eingebaut werden. Diese nützen aber natürlich wenig, wenn sie regelmäßig geöffnet werden müssen.

Michael Claus, Stadtentwicklungs-Fachbereichsleiter im Rathaus, teilte auf Anfrage mit, man habe das Thema mit dem zuständigen Planer noch einmal besprochen. Generell halte er es aber für unverhältnismäßig, eine Lüftungsanlage einzubauen. "Im Normalfall halten sich fünf bis zehn Leute im Jugendklub auf, die Entlüftung ist dann kein Problem", stellte Claus fest. Nur bei Feiern könne es zu Problemen kommen.

Vereinschef Hausmann wies zudem darauf hin, dass sich die Freizeitmöglichkeiten für die Nutzer durch die Sanierung seiner Meinung nach kaum verbessern. So werde kein Platz für einen Billardtisch geschaffen, der Dachboden könne auch künftig nicht genutzt werden. Laut Claus ist letzteres aus Brandschutzgründen nicht möglich - ein zweiter Rettungsweg stehe nicht zur Verfügung. Er kündigte aber an, noch einmal das Gespräch mit den Jugendlichen zu suchen.

Unstrittig ist, dass der Jugendklub ein neues Dach und einen Anbau mit Toiletten erhält. Zudem soll die Fassade gedämmt werden. Das Rathaus investiert 220.000 Euro. Spätestens im Juni 2019 soll alles fertig sein.

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