OB-Wahl: Bleibt Chemnitz eine Autostadt?

Fast 52 Prozent aller Wege werden von den Einwohnern mit dem eigenen Auto oder Motorrad und nur knapp sieben Prozent mit dem Fahrrad zurückgelegt - Befürworter beider Verkehrsmittel sind unzufrieden mit den Bedingungen in der Stadt und fordern Veränderungen.

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2727 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 3
    4
    christophdoerffel
    25.08.2020

    @Interessierte: Selbst mit der einfachsten Elektrounterstützung sind die Hügel in Chemnitz auch für schwache Fahrer kein Problem.

    Mit 0.25kW (statt 50kW + X) und einem kleinen Akku (kleiner als die Starterbatterie eines Autos) lassen sich in der Stadt praktisch alle Alleinfahrten mit minimalen Zeitverlust abdecken.

    Es scheitert wie sooft am Wollen nicht an der Technik.

    Wo es noch Kreativität braucht ist das Thema Personentransport. Da sind die Lösungen noch sehr exotisch.

  • 2
    3
    Interessierte
    24.08.2020

    Dieser Chris Hübsch sieht sehr sportlich aus , der fährt ganz bestimmt die Zschopauer hinaus und die Fürstenstraße und nach Flöha und Ebersdorf und auch auf den Kaßberg und Kabellenberg hinauf und zur UNI die Reichenhainer Staße ..
    Schick da mal ´ne Omi und ´nen Opi los .....

    Was bleibt denn da noch ?
    die Annaberger
    die Augustusburger
    die Blankenauer
    die befahrene Limbacher
    die Zwickauer
    Ich glaube , dort fahren die Omis und Opis schon entlang auf den Gemüsemarkt !

  • 6
    0
    vonVorn
    24.08.2020

    Vielleicht sollte man den öffentlichen Nahverkehr so unterstützen das er nicht kostendeckend arbeiten muss, um einen für die Nutzer akzeptablen Rythmus anbieten zu können.

  • 4
    0
    Krimitante81
    22.08.2020

    TWe
    Ich glaube Henriettejuno meint eher die Fahrten im Alltag. Wenn man wirklich unter Zeitdruck steht und vielleicht auch nicht mehr der fitteste Mensch ist.Was Reisen in der Freizeit anbelangt, so bereitet man sich auch ganz anders vor.
    Ich buche weitere Bahnfahrten oft schon 3 Monate im vorraus und spare dadurch auch viel Geld. Aber spontan und mit Termindruck, ist das für viele gar nicht machbar. Internet braucht man definitiv und Nerven.
    Mein Reisebüro hat z.bsp.Coronabedingt(schätze ich mal)gerade geschlossen. Ich hab heute zum ersten Mal, eine Bahnfahrt über die Reiseauskunft der DB, online übers Handy gebucht.Für Morgen. Ich hatte bisher kein Handy, was ich dann auf Reisen vorzeigen kann. Für viele ist es einfach auch schwierig, richtige Auskünfte zu erhalten.

  • 4
    1
    MuellerF
    22.08.2020

    "für den Regionalverkehr reicht für eine wirtschaftliche Auslastung auch ein 30-Minuten-Takt."

    @fnor: Ich dachte bei dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit eher daran, dass man auf einer Streckenverbindung nicht mehr (extra-) Züge samt Personal unterhalten muss, wenn die CModell-Bahnen sowohl den Regional-, als auch den Stadtverkehr auf der Strecke abdecken.

  • 9
    4
    TWe
    21.08.2020

    @henriettejuno: Wann sind Sie das letzte Mal mit dem Zug nach Berlin gefahren? Chemnitz Hbf - Berlin Hbf dauert genau 3 Std. Mit dem Auto muss man sich anstrengen, wenn man das schaffen will (Ich meine mitten ins Zentrum von Berlin). Bevor die MRB die Leipziger Strecke übernommen hat, ging es sogar 30 min schneller, weil die Taktung in Leipzig besser war (10 anstatt 40 min Umsteigezeit).

    Von Berlin fährt dann der ICE mit enger Taktung nach Hamburg. Diese sehr gute Verbindung ist übrigens auch der Grund, warum seit vielen Jahren zwischen beiden Städten keine Flugzeuge mehr fliegen.

    Ich glaube nicht, dass sich die Fahrtzeiten mit einem von Dresden nach Chemnitz verlängerten ICE verkürzen würden.

    Viele wollen es nicht hören, aber eine ICE-Verbindung führt nicht zwangsläufig zu einer besseren Verkehrsanbindung. Viel wichtiger wäre es, die Anbindung an den nächstgelegenen Bahnknoten (in unserem Fall Leipzig) so zu optimieren, dass die Umsteigezeiten minimiert werden (Bsp. siehe oben).

    Im Luftverkehr ist dieses Prinzip aus wirtschaftlichen Gründen bereits seit Jahrzehnten Standard. Die Bezeichnung dafür lautet "hub and spoke". Die Anwendung dieses Prinzips hat bspw. zur Folge, dass von den Regionalflughäfen Leipzig und Dresden niemals ein Flieger nach New York abheben wird, dafür aber die wichtigsten Metropolen auf diesem Globus von diesen beiden Ausgangspunkten mit nur einmaligem Umsteigen erreichbar sind. In unserer Stadt sieht man die Anwendung des Prinzips daran, dass nahezu alle ÖPNV-Linien über die Zenti geroutet sind. Ein deutlich anders aufgebautes ÖPNV-Netz wäre sicher auch kaum finanzierbar.

  • 3
    3
    Krimitante81
    21.08.2020

    Henriettejuno.....
    Bester Kommentar!!!

  • 5
    2
    fnor
    21.08.2020

    @MuellerF Wenn das Chemnitzer Modell auf der Strecke nach Aue kommt, wird keine Regionalbahn/Erzgebirgsbahn parallel fahren. Die Regionalzüge entfallen. Dann muss man die Straßenbahn nutzen. Es geht ja nicht darum von der TU ins Zentrum zu fahren, sondern von Aue aus. Ich habe nur als Vergleich den Fahrplan von der TU herangezogen. Der Zug hat früher 11 Minuten ab Erfenschlag gebraucht, die Tram wird 30 Minuten brauchen. wenn ich 20 Minuten mehr Zeit brauche für dieselbe Strecke, wird es nicht attraktiver. Außerorts sind beide gleich schnell. Innerorts ist das Chemnitzer Modell wesentlich langsamer. Das können auch keine eventuell wegfallenden Umstiege raus holen. Kleine Orte im Umland hat früher auch schon die Erzgebirgsbahn gut erschlossen. Hier sollte man das Geld lieber in die Wiederinbetriebnahme stillgelegter Strecken stecken. Die Straßenbahn innerorts fährt im 10-Minuten-Takt und ist teils überfüllt, für den Regionalverkehr reicht für eine wirtschaftliche Auslastung auch ein 30-Minuten-Takt. Das Chemnitzer Modell ist also nicht zwingend wirtschaftlicher. Ich bin früher immer mit der Erzgebirgsbahn vom HBF zum Südbahnhof gefahren, da war ich wesentlich schneller als mit dem Stadtverkehr. Man könnte das Chemnitzer Modell ja auch besser gestalten: Die Regionalbahn hält an der Endhaltestelle der Straßenbahn. Der Anschluss wird garantiert und die Straßenbahn steht am Bahnsteig direkt gegenüber. So verknüpft man den Stadtverkehr, hat aber dennoch eine schnelle Verbindung zum HBF, da die Regionalbahn dorthin ohne viele Halte durchfährt.

  • 15
    2
    Henriettejuno
    21.08.2020

    TWe: Vielleicht haben Sie recht, aber: Ein Mensch ist nie alles, er ist immer konkret - er ist groß oder klein, jung oder alt, gehfähig, sportlich, herzkrank... Nie gilt für alle alles. Er ist Schüler, berufstätig oder auch nicht oder nicht mehr. Es gibt Leute mit genügend Geld und solche, die drauf schauen müssen. Der eine parkt nicht wegen zu hoher Kosten, und der andere parkt, weil er einen Parkplatz findet, weil der, der kein Geld hat, sich den Parkplatz grad nicht leisten kann :) Und Straßenbahn und Busse trennen Welten. Von der Straßenbahn oder dem wirklich guten Chemnitzer Modell darf man annehmen, dass der Zug pünktlich rollt. Aber nicht jeder will zum Technopark. Von Bussen weiß man das nie. Sie sind staugefährdet, und im Falle des 21er Busses auch fast immer voll. In Bezug auf die Größe der Stadt ist der Sommerferientakt ein Witz. Deshalb habe ich meine Jahreskarte abgeschafft. Und im Falle eines besseren Fernverkehrs bin ich überzeugt, dass ich, wenn ich beispielsweise nach Berlin oder Hamburg mit der Bahn fahren könnte, ohne einen extra Tag dafür zu planen, über meinen Individualverkehr neu nachdenken würde - sofern Corona vorbei ist.

  • 27
    13
    TWe
    21.08.2020

    Beim Lesen der Kommentare hier beschleicht mich der Verdacht, dass der Großteil der sich hier zu Wort meldenden selten bis nie den ÖPNV unserer Stadt nutzt. Der Großteil des Stadtgebietes wird während der Hauptverkehrszeiten recht gut abgedeckt. Dass die Taktungen in den frühen Morgen- und späten Abendstunden länger werden, ist normal und wird anderen Großstädten auf diesem Globus (ich nenne mal aus eigener Erfahrung London und San Francisco) genauso praktiziert. Die vom VMS bzw. der CVAG bereit gestellte Routenplanung ist genauso wie die mögliche Bezahlung via Handy-App durchaus auch im internationalen Vergleich up-to-date.

    Historisch bedingt ist der Individualverkehr in unserer Stadt nun mal sehr PKW-lastig. Der Mensch ist außerdem ein Gewohnheits-Tier. An der Intensität der PKW-Nutzung wird sich deshalb auch nur dann etwas ändern, wenn sich die Nutzung künftig sehr viel unattraktiver darstellt als heute. Eine Ausweitung der Kostenpflichtigkeit von Stellplätzen sowie eine Anhebung der Parkgebühren sind da wirksame und aus meiner Sicht auch richtige Wege.

    Im Übrigen glaube ich im Leben nicht, dass auch nur ein einziger Autofahrer seinen Untersatz deshalb stehen lässt, weil die CVAG den Preis für die Einzelfahrt von 2,20 EUR auf 1,00 EUR senkt. Wenn es in der Innenstadt attraktive Angebote gibt, spielen die Gebühren auf Parkplätzen, Parkhäusern und Tiefgaragen für die meisten Autofahrer keine Rolle. Das lässt sich jedes Jahr sehr schön während der Adventszeit im näheren Umfeld des Weihnachtsmarktes beobachten. Deshalb führen preisgünstige oder kostenlose Parkmöglichkeiten auch nicht automatisch zu einem Zulauf in der Innenstadt.

    In der ganzen Diskussion sollten m. E. auch Fern- und Nahverkehr nicht vermischt werden. Ich kann mir nämlich nicht wirklich vorstellen, dass bspw. eine ICE-Anbindung plötzlich eine Zunahme des Bus- und Straßenbahnverkehrs nach sich zieht.

    Und nun dürft Ihr mich für meine kontroversen Ansichten steinigen, liebe Leser :-)

  • 33
    5
    Henriettejuno
    21.08.2020

    Die Frage nach dem Entweder-Oder stellt sich mir überhaupt nicht. Ich bin Autofahrer und fahre Rad. Und weiß aus Erfahrung, dass überzeugte Radfahrer sich gern chauffieren lassen, wenn mal wieder ein Schrank zu transportieren ist. Abgesehen von all den Alten und Kranken und Dementen, die zum Arzt, zum Krankenhaus, zur Behandlung müssen. Haben sie eine Wahl? Für alle Gegner des Autos sind Autofahrer im Hintergrund tätig - nicht nur Krankentransporte und ÖPNV, der gesamte Versorgungsverkehr, Handwerk inklusive rollt über die Straße. Gern übersehen werden von den jungen Dynamischen die Berge um Chemnitz. Wer von Ebersdorf in die City und zurück will, kann nicht einfach nur rollen. Da wurden nach der Wende Chancen verspielt, als man Bahngleise abgebaut hat, aber vergaß, darauf Fahrradstraßen anzulegen, deren Gefälle/Steigung nur mäßig gewesen wäre. Über sichere Parkplätze fürs Rad wird auch schon lange gefachsimpelt. Allein es fehlen Taten. Radfahren in C gehört für mich in den Freizeitbereich - und meine Freizeit teile ich mir nicht mit aggressiven Autofahrern, aber auch nicht mit aggressiven Radfahrern. Inzwischen sind viel zu viele per Rad unterwegs, die die Regeln missachten oder nicht kennen.

    Alles aber, Autoverkehr und Radverkehr, steht und fällt mit dem dürftigen Bahnanschluss an die Metropolen. Schon mal mit einem Kinderwagen und zwei Kindern mit dem RE6 nach Leipzig gefahren? Ich wünschte mir nicht weniger als einen innovativen Vorstoß von wissenschaftlichem und ingenieurstechnischem Sachverstand, der Chemnitz ganz nach vorn spielt: Wir brauchen den Neubau einer Bahnstrecke meinetwegen über die Autobahn nach Leipzig, Hauptsache unter 30 Minuten und schneller als das Auto. Dann würden die Zustimmungswerte für die Stadt explodieren und kluge Köpfe kommen zurück, der Fußball rollt um Klassen besser und C wäre als Wohnstadt für Leipzig interessant. Hier würde ich gern die OB-Kandidaten hören, ob sie wirklich nochmal acht Jahre verstreichen lassen wollen, bis Chemnitz ans zeitgenössische Bahnnetz angeschlossen wird und der Chemnitzer sich fragen lassen muss, warum er lieber Auto fährt. Dieser Zustand von 30 Jahren Untätigkeit macht mich wirklich wütend. Vor vielleicht zehn Jahren schrieb die legendäre Ingrid Mössinger (Kunstsammlungen) dazu einen Brief. Dem ist bis heute nichts hinzuzufügen.

  • 17
    5
    MuellerF
    21.08.2020

    fnor: Die Regionalzüge, mit denen SIe schneller vorankommen, gibt es doch trotzdem noch. Das Chemnitzer Modell bindet kleine Orte im Umland an und ist außerhalb des Stadtverkehrs genauso schnell wie ein Regionalzug.
    Die Kombination von Stadt-& Regionalverkehr ist auch eine Frage des wirtschaftlichen Betriebs einer Streckenverbindung.

    "Vom HBF zur TU 20 Minuten. Warum? " Die selbe Zeit hätten Sie vorher mit dem Bus auch gebraucht, wobei dieser höchstwahrscheinlich noch überfüllt gewesen wäre.

    "Die vielen Haltestellen unterwegs fressen die Zeit. "

    Das stimmt schon, allerdings entfallen dafür Umstiegs- & Wartezeiten weitgehend. Man muss die Tram ja auch nicht prinzipiell an jeder HS halten lassen-d.h. auch dann, wenn niemand aus-oder zusteigen will.
    In Leipzig zB muss man auch in der Straßenbahn den Haltewunsch per Knopfdruck anzeigen, sonst fährt sie weiter.

  • 20
    8
    fnor
    21.08.2020

    Wo liegen denn die Vorteile des Chemnitzer Modells? Linie C15 von Niederwiesa zum HBF in 10 Minuten ist Spitze! Vom HBF zur TU 20 Minuten. Warum? Dank Ampelbeeinflussung ist der Autoverkehr nahezu irrelevant. Die vielen Haltestellen unterwegs fressen die Zeit. Von Niederwiesa gibt es nur einen Zwischenhalt in Hilbersdorf. Die neue Strecke über Thalheim wird vermutlich jede Haltestelle auf dem Weg zum HBF mitnehmen. Wenn man von Süden mit dem Chemnitzer Modell kommt, braucht man dann geschätzt 30 Minuten innerhalb der Stadt zum HBF. Der Zug brauchte von Chemnitz Erfenschlag 11 Minuten. Nicht umsonst gibt es Stadt- und Regionalverkehr. Eben weil Straßenbahnen überall halten, bindet man das Umland über Züge an. In anderen Großstädten sollen angeblich sogar schnelle Fernzüge Halt machen. Was 1878 im Todesjahr Hartmanns eine Innovation war, muss es heute nicht mehr sein. Eine gute Verknüpfung von Zug und Straßenbahn wäre die bessere Lösung. Man steckt viel Geld in schlechtere Verbindungen. Da hilft es auch nicht, wenn man für 1€ fahren kann.

  • 34
    6
    Schwimmerin
    21.08.2020

    Es bleibt unausweichlich ... der ÖPNV muss vereinfachte Anreize bieten.
    Eine Fahrt mit Bus und Bahn MUSS 1€ kosten, egal ob 4 oder 8 Haltestellen!
    Wegfallen müssen unbedingt merkwürdige Tarifzonen, die man erst studieren müsste. Und die verschiedenen Tickets, die keiner kennt, müssten entfallen.
    1€ in der Stadt für jeden, egal welches Fahrziel!

  • 23
    7
    MuellerF
    21.08.2020

    "Zuckel-Straßenbahnen"

    Dass Straßenbahnen prinzipiell an jeder Haltestelle halten, war auch vor dem Chemnitzer Modell schon so.
    Es wäre evtl. auch überlegenswert, an Ampeln "Vorrangschaltungen" für Trams gegenüber dem MIV einzuführen. Technisch sollte das kein Problem sein.

  • 40
    10
    KulturJoseph
    21.08.2020

    Also Chemnitz ist bei WEITEM nicht die perfekte Stadt für Radfahrende und ÖPNV-Nutzende. Aber ich hab manchmal das Gefühl, dass Autofahrer*innen "aus Prinzip" den ÖPNV und Radverkehr hassen. Wer z.B. vor einigen Jahren mal Bus gefahren ist, weiß oft gar nicht, wie das aktuelle Netz ausgebaut/optimiert wurde. Schimpft aber jahrelang über das Netz von damals.

    Zudem glaube ich, dass Autofahrende ihrer Privilegien oft gar nicht bewusst sind. Ein Parkplatz, bei dem sie noch 5min nach Hause laufen müssen ist für viele ein absolutes Unding. Jetzt muss man sich mal vorstellen, jede*r Busfahrer*in würde eine Haltestelle direkt am Hauseingang fordern. Auch Autofahrende können mal ein paar Minuten zum Auto laufen - schließlich kommen sie dafür auch oft schneller als ÖPNV-Nutzer*innen.

    Meiner Meinung nach braucht es aber auch seitens der Politik in Chemnitz viel mehr Anreize und Förderung des ÖPNV und des Radverkehrs. Nur mit einem breiten und attraktiven Angebot steigen Leute um.
    Gleichzeitig müssen sich Menschen aber auch bewusst werden, dass eine Verbesserung der aktuellen Situation nur zustande kommen kann, wenn man selbst auch mal aufs Auto verzichtet und somitbetwas dazu beiträgt.

  • 28
    4
    tomei
    21.08.2020

    Ich wohne zwar nicht in Chemnitz, muß aber 2x am Tag hindurch. Eine Strecke 33km, Alternativen weder beim Job, noch beim Verkehrsmittel (Auto) möglich.
    Durch das Konzentrieren des Durchgangsverkehrs auf wenige Strecken kommt es bei geringsten Störungen zum Infarkt.
    p.s. ich bin begeisterter Radfahrer (in der Freizeit)

  • 53
    7
    OlafF
    21.08.2020

    Zu "Zuckelstraßenbahnen" werden ?diese nur, weil das Herz der Stadt von mehreren Bundesstraßen zerschnitten wird. Dort müsste der Individualverkehr raus und Lebensqualität rein. Das Chemnitzer "Modell ist Spitze"! Wo gibts das schon, einheitliche Spurweite dank Inovation durch ehemals Hartmannwerke. Von Flöha bis Chemnitz Hbf. in 10 min , von Mittweida bis Hbf 20 min und von Hainichen zum Hbf. 30 min, ist okay. Warum machen wir uns selber schlecht ?
    Was lähmt ist die Innenstadt:
    Verrücktes wirklichkeitsfremdes Fahrradkonzept,wo man mit dem Auto besser durchkommt als per Pedale. Dreck, Lärm und Abgase kosten Wohnqualität.

    Die Offenlegung der Chemnitz, ein "Stadtpark" mit riesigen Potenzial und eine Vielzahl von ehemaligen Fabriken sind unsere Schlösser. Ja, ein wenig mehr Lächeln könnte den Chemnitzern nicht schaden, aber ihre Gelassenheit und Gemütlichkeit unterscheidet sie gut und gerne von Dresdener Großstadthektikern und wer mit Dresdner Straßenbahnen ohne eigenen Gleiskörper über enge Straßen gehobbelt ist, schätzt die Vorteile provinziell anmutender Chemnitzer Entschleunigung.

  • 52
    3
    bicicleta
    21.08.2020

    @Konda: kommt bisschen darauf an, wo man in C wohnt. Ich habe 12 km vom Stadtrand ins Zentrum zur Arbeit. Fahre ich oft und gern mit dem Rad. Aber nicht nachts oder bei Schnee und Eis. Nach der Spätschicht komme ich mit dem ÖPNV nicht in meinen Stadtteil. Wäre ehrlich gesagt auch nicht scharf drauf, also muss trotzdem ein Auto da sein. Und am Wochenende ins Erzgebirge oder anderswo hin mit den Öffis? So lang ist ein Wochenende gar nicht.

  • 55
    3
    Klemmi
    21.08.2020

    Beide Lager sind zu verstehen. Noch breitere Straßen in der Stadt, machen diese nicht attraktiver, aber die Kritik beim ÖPNV ist nachzuvollziehen. Mit dem Chemnitzer Modell ist manche Gemeinde im Umland besser ans Zentrum angebunden als z.B. Mittelbach. Der Straßenbahnausbau in der Stadt stagniert und wenn, wurde das Netzt nur nach Süden erweitert. Beim ICE-Anschluss liegt die Verantwortung in Dresden und Berlin. Die Fahrradwege sind zum Teil unvorteilhaft geplant: Eine Fahrbahn wurde geopfert, dabei liegt daneben ein breiter Fußweg, den man hätte ruhig aufteilen können oder sie enden ganz plötzlich. In Chemnitz ganz ohne Auto: Möglich, jedoch mit viel Zeitverlust- leider.

  • 44
    3
    Hinterfragt
    21.08.2020

    Also, wenn ich längere Zeit in München oder Berlin bin, da bleibt das Auto in der Tiefgarage stehen.
    Aber Chemnitz - No way ...

  • 39
    24
    Konda
    21.08.2020

    Für mich geht es in Chemnitz auch sehr ohne eigenes Auto. Die meisten Wege sind kurz und super mit dem Fahrrad zu machen. Und wenn ich doch mal ein Auto brauche, weil einmal im Jahr der Großeinkauf für die Geburtstagsfeier ansteht, kann ich mir an vielen Ecken unkompliziert ein Teilauto nehmen. Und muss mir dabei kein Gedanken machen, was Wartung, Versicherung, etc. angeht.
    Dass sich Verkehrspolitik dem Verkehrsverhalten anpassen muss, ist nicht richtig. Das Verhalten passt sich der Infrastruktur an und ist nicht natürlich gegeben. Entsprechend muss die Politik da leiten.
    Und da bin ich ganz bei @Christofferdoerffel, dass Chemnitz sich gerne an anderen Städten orientieren kann, die dafür sorgen, dass durch weniger Autoverkehr auch weniger Belastung durch Lärm und Luftverschmutzung entsteht. Fahrradfahren oder zu Fuß gehen ist als Bewegung im Alltag auch gesünder und entlastet entsprechend das Gesundheitssystem.

  • 32
    37
    christophdoerffel
    21.08.2020

    @ArndtBremen
    Fahrrad (ggf. mit E), ÖPNV ausbauen, Pendlermaut (in C gibt es genug Wohnraum), Fußverkehr, Sammeltaxis... es gibt genug Konzepte nur muss man sich auch trauen sie zu Lasten des MIV umzusetzen.

  • 51
    7
    fnor
    21.08.2020

    Das Problem in Chemnitz ist nur, dass es an guten und funktionierenden Alternativen zum motorisierten Individualverkehr meist fehlt. In Dresden gibt es vermutlich weniger Parkplätz und mehr Staus im Berufsverkehr, dafür aber besseren ÖPNV. Schon werden aus 52% nur noch 36% Autofahrten. Ein heiliger Kriegist es nicht. Dennoch versucht man in Chemnitz die Attraktivität des ÖPNV zu steigern indem man das Auto aktiv behindert. Dank Chemnitzer Model werden Bahnlinien zu Zuckel-Straßenbahnen. Eigentlich bräuchte man für die Pendler schnelle Zugverbindungen.

  • 39
    37
    Mike1969
    21.08.2020

    Ohne Auto gehts nun mal in Chemnitz nicht. Wenn man mit dem Zug irgendwo hinfahren will --> braucht man(n oder Frau) ein Auto. Dann kann man es auch im Alltag in Chemnitz benutzen. Man hat es ja immerhin bezahlt und da muss es nicht sinnlos rumstehen. Vielleicht wird es mal besser, wenn man Chemnitz auch mit dem ICE verlassen und wieder damit herkommen kann. Bis dahin werde ich ganz sicher ein Auto haben und es selbstverständlich benutzen. Und wenn Ihr denkt Regeln in Chemnitz machen zu müssen, die es dem Autofahrer schwerer macht, dann fahre ich halt in unsere Nachbarorte. Mir völlig egal. Klärt erstmal die Zuganbindung von Chemnitz bevor Ihr den 2. Schritt vor dem Ersten macht ... Irre alles hier

  • 33
    44
    ArndtBremen
    21.08.2020

    Herr Doerffel, was schlagen sie denn vor? Drohnen, Pferdewagen? Feststellen kann jeder!

  • 62
    41
    christophdoerffel
    21.08.2020

    Schon spannend wie eine minimale Beschneidung der Privilegien (Tempolimits, ein paar Parkplätze weniger) als 'heiliger Krieg' empfunden werden.

    Wer sich von Wien über Amsterdam und Kopenhagen bis Helsinki Erfahrungen anschaut, sieht wie positiv sich alternative Verkehrskonzepte zum MIV auf das Stadtleben auswirken.

    Im Rahmen des Klimaschutzes kann so etwas ineffizientes wie ein Automobil (auch die etwas weniger ineffizienten E-Autos) keine Zukunft als Transportmittel für die Massen haben.