Oberschulen stoßen an ihre Kapazitätsgrenze

Eltern haben jetzt Gewissheit, wo ihr Kind ab neuem Schuljahr unterrichtet werden kann. Dabei profitieren sie vom Schüleransturm.

Burgstädt/Hartmannsdorf.

Bereits die Anmeldezahlen für die fünften Klassen an Oberschulen und die ersten Klassen an den Grundschulen hatten es angedeutet: Einige Einrichtungen kommen im Schuljahr 2019/20 an ihre Kapazitätsgrenze. Mancherorts war der bevorstehende Schülerzulauf so groß, dass Kinder und Eltern fürchten mussten, abgewiesen zu werden.

Burgstädt: In der Stadt ist das Problem inzwischen vom Tisch. Die Diesterwegschule darf drei fünfte Klassen bilden. Das bestätigte Lutz Steinert, Sprecher des Landesamtes für Schule und Bildung (Lasub) in Chemnitz. Die Zahl der Schüler betrage nach dem aktuellen Planungsstand 62 Schüler. Dabei sei die Einrichtung eigentlich nur zweizügig ausgelegt. Wer kann rein? Wer muss es anderswo probieren? Diese Fragen hatten vor der Entscheidung des Amtes für Aufregung gesorgt. Denn in einer Klasse dürfen maximal 28 Schüler lernen. Sollten Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf oder Behinderung am Unterricht teilnehmen, könne sich die Anzahl nach Angaben des Lasub-Sprechers noch verringern. Je nach Förderbedarf zählten diese Schüler bei der Berechnung der Plätze nicht wie andere Schüler mit dem Faktor 1, sondern beispielsweise mit 1,2, 1,5 oder 2. Für die fünften Klassen der Diesterwegschule liegen laut Steinert derzeit fünf Anmeldungen vor, die die rechnerische Schülerzahl durch Inklusion noch erhöht habe. Bei nur zwei fünften Klassen mit insgesamt 56 Plätzen wären nur 51 Kinder untergekommen, elf Fünftklässler hätten anderswo lernen müssen. Mädchen und Jungen mit sonderpädagogischem Förderbedarf, Geschwisterkinder sowie Härtefälle, wie eine Gehbehinderung, hätten allerdings nicht abgewiesen werden dürfen. Außerdem gibt es laut Steinert Grenzen, welche Strecken und Fahrtzeiten für Schüler als zumutbar gelten. "Wenn keine gescheiten Alternativen vorhanden sind, müssen Ausnahmeregelungen geprüft werden", sagte er. In den drei fünften Klassen der Oberschule an der Burkersdorfer Straße in Burgstädt sei nun sogar noch Luft, falls sich weiterer Bedarf ergibt, so Steinert.


Unter der Höchstgrenze von 28 Schülern pro Klasse bleibt auch das Gymnasium in Burgstädt. Laut Steinert sind vier fünfte Klassen für insgesamt 99 Mädchen und Jungen geplant.

Lichtenau: Die Oberschule in Lichtenau ist hingegen bereits am Limit. Lichtenau bildet zwei fünfte Klassen mit nach derzeitigem Stand 54 Schülern. Wie Steinert betonte, sind in Lichtenau zwei Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf angemeldet. Demnach werde mit der Schülerzahl 56 gerechnet. Grund dafür seien die höheren Anforderungen aufgrund der Inklusion.

Claußnitz: Auch in Claußnitz stößt man mit insgesamt 28 Kindern ans Limit. Die amtierende Schulleiterin Birgit Möbius-Krämer hatte im Claußnitzer Gemeinderat das Dilemma in ihrer Schule geschildert. Da die Anmeldungen für das kommende Schuljahr nicht für zwei Klassen gereicht hätten, werde es äußerst schwierig, im Falle eines Zuzugs oder eines Sitzenbleibers noch ein Kind zusätzlich in der Klasse unterzubringen, erklärte sie. In den vergangenen Jahren gab es auch im laufenden Schuljahr Kinder, die vom Gymnasium in die Oberschule wechseln wollten. Hinzu kommt, dass die Oberschule wirksamer als bisher gegen Disziplinprobleme und Respektlosigkeit der Heranwachsenden vorgehen will.

Laut amtierender Schulleiterin treten die Probleme in den fünften sowie den sechsten und siebenten Klassen am deutlichsten in Erscheinung. Schulleitung und Lehrer wollen deshalb in ein Unterrichtsmodell wechseln, das mehr Raum für Sozialkompetenztraining, das Bewältigen von Konfliktsituationen und Klassenleiterunterricht lässt. Dem müssen in der Schulkonferenz allerdings noch Gemeinde-, Schüler- und Elternvertreter zustimmen. In kleineren Klassen könnten die Pädagogen in jedem Fall noch besser auf die Schüler eingehen. An Lehrern mangelt es nach Angaben von der amtierenden Schulleiterin Birgit Möbius-Krämer an der Schule nicht. Um die derzeit rund 260 Schüler in Claußnitz kümmern sich 23 fest angestellte Lehrer und 7 Quereinsteiger, die neben ihrer Unterrichtstätigkeit noch eine Ausbildung absolvieren, sagte sie.

Hartmannsdorf: Die Europäische Oberschule Hartmannsdorf will für das neue Schuljahr 2019/20 zwei fünfte Klassen bilden, sagte Schulleiterin Katrin Kühn. Die Schule mit Berufsorientierung befindet sich in Trägerschaft des Vereins Europäisches Gymnasium Waldenburg. Es habe insgesamt 44 Anmeldungen gegeben, so Kühn.

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