Ortsumgehung Flöha: Jetzt bremst der Biber

Das Planverfahren für die Ortsumfahrung geht noch einmal in die Verlängerung. Und so steht weiter in den Sternen, wann die Trasse gebaut wird.

Flöha.

Der Weiterbau der Ortsumfahrung Flöha bis nach Falkenau bleibt ungewiss. Das Planverfahren wird sich weiter verzögern. Wie die Landesdirektion Sachsen als Genehmigungsbehörde für die Planung auf Nachfrage mitteilt, hat es noch einmal Nachuntersuchungen gegeben, die eine erneute Ergänzung und Auslegung der Planunterlagen erfordern. Der Biber, der auf dem Gebiet der Ortsumfahrung vorkommt, machte den Verantwortlichen einen Strich durch die Rechnung. Über die konkreten Anzeichen für eine Biberpopulation im Bereich des Flusses Flöha und Mühlgraben in Falkenau gibt die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -baugesellschaft (Deges) jedoch keine Auskunft. Die Deges ist Vorhabenträger für die Ortsumfahrung Flöha.

Die Landesdirektion teilt immerhin mit, " ... dass sich die Entwicklung der Bibervorkommen entlang der Flöha und des Mühlgrabens in den letzten Jahren sehr dynamisch in Richtung Besiedlung entwickelt hat". Das ist vorsichtig gesprochen und es bleibt unklar, ob in der geschützten Flöha-Aue tatsächlich Biber leben oder nicht. Der Naturschutzverband Sachsen hat jedenfalls bereits 2010 die Flöha-Aue als potenziellen Lebensraum für Biber charakterisiert. Warum sind die Tiere im bisherigen Planverfahren trotzdem unberücksichtigt geblieben? Aus der Landesdirektion heißt es dazu, dass zum Zeitpunkt der Erstellung der Planunterlagen der Biber noch nicht festgestellt worden sei. "Die Öffentlichkeit konnte hinsichtlich der Problematik des Bibervorkommens bisher nicht beteiligt werden. Dies ist nachzuholen", sagt eine Pressesprecherin.

Die Ortsumfahrung soll die geschützte Flöha-Aue den Planungen zufolge auf einer 576 Meter langen und bis zu 14 Meter hohen Brücke überqueren. Das Bauwerk ist so konstruiert, dass die Flussaue weitgehend unberührt bleibt. Die Brücke hat im Flussuferbereich mit 82 Metern ihre größte Spannweite.

Eigentlich war dieser Tage mit einem Erörterungstermin zu rechnen, bei dem die Einwendungen und Stellungnahmen aus der öffentlichen Auslegung der Planunterlagen im Frühjahr sowie die Erwiderung der Deges darauf abgewogen werden sollten. Nun wird es anstelle der Erörterung eine erneute öffentliche Auslegung von Unterlagen geben.

Im Herbst 2015 sind die Planunterlagen für den Weiterbau der Ortsumfahrung erstmals ausgelegt worden. Dann wurden die Pläne hinsichtlich des Naturschutzes noch einmal komplett überarbeitet. Im Frühjahr wurden die geänderten Pläne erneut ausgelegt. Hintergrund der besonderen Sorgfalt ist die Kritik von Naturschutzverbänden an der Trasse. 2009 hatten die Naturschützer vor dem Bundesverwaltungsgericht einen Kompromiss erzwungen. Demnach durfte die Ortsumfahrung nur bis nach Flöha-Plaue gebaut werden. Der Weiterbau bis Falkenau ist neu zu planen.

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