Paar aus Australien schwärmt von Chemnitzer Leuchten

Das Erbe der Künstlerin Marianne Brandt findet weltweit Beachtung. Das Interesse aus anderen Ländern ist dabei jedoch noch größer als das unter den Menschen vor Ort.

Kaßberg.

Die Marianne-Brandt-Gesellschaft hat sich vergrößert. Zwei Künstler aus Australien sind der Chemnitzer Vereinigung nun beigetreten. Am Montag ist die Partnerschaft besiegelt worden: Ruth McDermott und ihr Partner Ben Baxter waren vom anderen Ende der Welt hergeflogen. Sie wollten sich hier über das Wirken der Künstlerin Marianne Brandt informieren. Im Internet waren sie auf die Gesellschaft gestoßen, die sich um das Vermächtnis der berühmten Designerin, Fotografin, Malerin und Bildhauerin kümmert. Die Bauhaus-Künstlerin Marianne Brandt war 1893 in Chemnitz zur Welt gekommen und hatte unter anderem Teeservices, Aschenbecher und Leuchten entworfen. Diese gelten noch heute als weltweit geachtete Designklassiker.

Ruth McDermott und Ben Baxter widmen sich in ihrer Heimat Adelaide, der Hauptstadt des australischen Bundesstaates South Australia, diesen Leuchten. Sie ist Lichtkünstlerin, er Lichtdesigner. Seit 14 Tagen reisten die beiden nun um den Globus, um die Werke der Bauhaus-Zeit zu entdecken. Ihre Tour begann in Sydney, führte über das arabische Katar bis ins thüringische Weimar - und nun nach Chemnitz.


Hier wurden sie von Jörg Feldkamp empfangen, dem seit Oktober 2018 Vorsitzenden der Marianne-Brandt-Gesellschaft. Der einstige Direktor des Industriemuseums sagte begeistert: "Die Künstler interessierten sich für Bauhausleuchten, die Marianne Brandt entwickelte." Bei ihren Forschungen habe man die Australier zudem mit Auskünften zu Literatur unterstützen können. "Außerordentlich freute es uns, dass beide nun Mitglied unserer Gesellschaft wurden", so Feldkamp weiter. Mehr als 50 Unterstützer tragen den Verein derzeit. Den Vertrag unterzeichneten Feldkamp und die Australier am Montag im ehemaligen Elternhaus der Künstlerin. An der Heinrich-Beck-Straße auf dem Kaßberg hat die heutige Marianne-Brandt-Gesellschaft ihren Sitz. "Wir sind überrascht und begeistert, der Aura Marianne Brandts so nahe gekommen zu sein, wie es in den berühmten Museen zum Bauhaus kaum möglich ist", zeigte sich Ruth McDermott angetan.

Dass die Chemnitzer Gesellschaft so im Fokus des Interesses steht, führte Jörg Feldkamp auf das derzeitig gefeierte 100-Jahre-Bauhaus-Jubiläum zurück. "Da ist unsere Expertise gefragt", so der Historiker. Das Interesse von Forschern mit internationalem Hintergrund sei dabei jedoch größer als das unter den Chemnitzern selbst, sagte Feldkamp erfreut und bedauernd gleichzeitig.

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