Panne bei Bad-Umbau: Arbeiter reißen aus Versehen Spielplatz ab

Bei der Sanierung der Freizeitstätte in Neukirchen ist den Bauleuten ein Fehler unterlaufen. Indes ist offen, wer das Bad künftig betreibt.

Neukirchen.

Ferien und bestes Badewetter: Für Badewillige könnte es derzeit nicht besser laufen. Wasserratten aus Neukirchen müssen allerdings längere Wege auf sich nehmen. Der Grund: Das Sommerbad im Ort bleibt dieses Jahren geschlossen. Es wird umfassend saniert.

Die Bauarbeiten begannen am 15. Mai. Geplant ist der Abriss des großen Beckens und das anschließende Einbringen einer Bodenplatte und eines Edelstahlbeckens. Außerdem soll ein Gebäude für die Technik, eine Rutsche im Nichtschwimmerbereich und ein Planschbecken für Kinder entstehen. Einen Sprungturm werde es jedoch nicht geben, teilte die Verwaltung im Frühjahr mit. Auch die Wasserfläche werde im Vergleich zum alten Bassin aus wirtschaftlichen Gründen verkleinert, erklärte Sascha Thamm damals. Dennoch würden zwei 50-Meter-Bahnen sowie drei 25-Meter-Bahnen erhalten bleiben. Die Gemeinde rechnet mit Kosten in Höhe von maximal 1,9 Millionen Euro. Ein Teil der Kosten soll mit Zuschüssen aus zwei Fördermitteltöpfen bestritten werden. Die Arbeiten sollen im März 2019 beendet sein.

Nun sorgt allerdings eine Panne für Gesprächsstoff. Das ist passiert: In einer Bauberatung wurde kürzlich über Details zu den Abbrucharbeiten am alten Schwimmbecken informiert. "Dabei wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass der Spielplatz auf dem Gelände stehen bleibt", sagt Wencke Muthmann-Anke, die Hauptamtsleiterin der Gemeinde Neukirchen. Das Baufeld sei extra mit Flatterband abgesteckt worden, erklärt sie und ergänzt: "Die Spielgeräte befanden sich außerhalb dieses Bereichs."

Allerdings gab es unter den Bauarbeitern der beauftragten Firma Krauße & Co. offenbar Missverständnisse. Als die Abbrucharbeiten am 20. Juni anstanden, wurde fälschlicherweise ein Großteil der Spielgeräte, wie beispielsweise das Klettergerüst und die Wippe, mit abgerissen. Der Schaden beträgt rund 6000 Euro.

"Fehler passieren zwar selten, aber sie passieren leider", sagt Steffen Rupf, Geschäftsführer der Baufirma Krauße & Co. Die Panne erklärt er so: "Es gab eine Einweisung von zwei Mitarbeitern auf dem Gelände des Freibades. Allerdings ist der Polier in den folgenden zwei Stunden zu einer anderen Baustelle gefahren. In dieser Zeit haben die Bauarbeiter vor Ort leider genau das Falsche abgerissen", berichtet Rupf und ergänzt: "Die Gründe dafür sind allerdings nicht mehr nachvollziehbar."

Die Baufirma werde für die Kosten aufkommen. Die neuen Spielgeräte sind bestellt und sollen im Frühjahr 2019, nach Abschluss der Sanierung, aufgestellt werden.

Wer das Bad übernimmt, ist indes offen. Die Gemeindeverwaltung suche nach einem neuen Betreiber für die Freizeitstätte, teilt Hauptamtsleiterin Wencke Muthmann-Anke mit. Der alte Betreiber, eine Firma aus dem Ort, habe den zum Ende des vergangenen Jahres auslaufenden Vertrag nicht verlängert, erklärt sie. Die Stelle werde nun EU weit ausgeschrieben. Ziel sei, dass der neue Betreiber zu Beginn des kommenden Jahres feststehe und in der nächsten Saison das Bad leiten könne.

Der Geschäftsführer der bisherigen Betreiberfirma war für "Freie Presse" nicht erreichbar. (mit lumm)

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