Parkverbote machen Anwohner wütend

Noch 1 Tag: Entgegen anderer Ankündigungen bleiben die Schilder in Limbach-Oberfrohna bis zum Wochenende stehen. Betroffenen ist die Vorfreude auf das Volksfest vergangen. Schüler fiebern hingegen ihren Auftritten entgegen.

Limbach-Oberfrohna.

Uwe Heidel ist derzeit nicht gut auf den Tag der Sachsen zu sprechen. "Die Vorfreude ist mir vergangen", sagt er. Die Ursachen sieht der Limbach-Oberfrohnaer jedes Mal, wenn er aus dem Haus geht: Parkverbotsschilder stehen flächendeckend nicht nur in der Innenstadt, sondern auch im Wasserturmgebiet, wo Heidel wohnt. Zunächst dachte er, dass die Schilder, die auf das absolute Halteverbot hinweisen und die Ende vergangener Woche aufgestellt worden waren, Anfang dieser Woche wieder verschwinden. Denn die Stadtverwaltung hatte angekündigt, dass am Montag lediglich Kehrmaschinen die Straße säubern sollten. Von Dienstag bis Donnerstag müssten die Anwohner kaum Einschränkungen befürchten. Als die Schilder am Dienstag noch nicht entfernt worden waren, fragte Heidel im Rathaus nach. Die Auskunft: Die Parkverbotsschilder bleiben bis zum Tag der Sachsen stehen, Verstöße würden entsprechend geahndet.

In der Innenstadt stehen daher derzeit kaum Stellflächen zur Verfügung. "Wer früh nach Hause kommt, findet meist noch einen Parkplatz. Aber später hat man Pech", sagt Heidel wütend. "Das ist vor allem beim Einkaufen eine Katastrophe. Hier im Wasserturmgebiet gibt es ja keine Möglichkeit mehr." Der 48-Jährige kann zudem nicht nachvollziehen, warum die Anwohner nicht im Vorfeld darüber informiert wurden, dass die Sperrungen schon eine Woche vor dem Tag der Sachsen in Kraft treten. "Die Akzeptanz wäre größer, wenn man es vorher gewusst hätte", ist sich Heidel sicher.

Auch auf Facebook laufen kontroverse Diskussionen über die Verkehrssituation. Nachdem lange die Behinderungen durch die Sperrkreise im Fokus standen, werden nun auch die Parkverbote in den Blick genommen. Die Suche nach einem Parkplatz dauere inzwischen "ewig", schreibt Sarah Löbner. "Macht echt Spaß, wenn jeden Tag mehr Parkfläche gesperrt wird." Andere Kommentatoren nehmen die Organisatoren in Schutz: Sei in Limbach nichts los, werde gejammert. Sei etwas los, werde auch gejammert. Zudem halte sich die Dauer der Einschränkungen in Grenzen.

Die Stadtverwaltung hat inzwischen bestätigt, dass die Parkverbote bis zum Tag der Sachsen bestehen bleiben. Dies sei nicht nur wegen der Straßenreinigung, sondern auch wegen des Aufbaus von Bühnen und Zelten nötig. Zudem müssten Wasser- und Stromleitungen verlegt werden. Im Wasserturmgebiet müssten Parkplätze für am Aufbau beteiligte Personen freigehalten werden, erklärte Stadtsprecherin Frances Mildner. "Rund um das Gebiet der ehemaligen Schule kann dort aber nach wie vor geparkt werden." Das Wasserturmgebiet ist nicht Bestandteil der Festmeile, allerdings zieht der Festumzug am Sonntag dort entlang.

Die Parkverbotsschilder seien ordnungsgemäß drei Tage vor Inkrafttreten aufgestellt worden, betonte Mildner. Die Sprecherin räumte aber ein, dass die Informationspolitik der Stadt nicht glücklich war. Es habe "in der Hektik der Vorbereitungen einen Fehler in der Kommunikation gegeben".

Alle Beiträge zum Tag der Sachsen in Limbach-Oberfrohna finden Sie in einem Online-Spezial der "Freien Presse". Dort gibt es auch Informationen zu Programm und Anreise. www.freiepresse.de/sachsentag


Kommentar: Empörung ist verständlich

Über die allermeisten Verkehrseinschränkungen, die der Tag der Sachsen mit sich bringt, hat die Stadtverwaltung frühzeitig auf vielen Kanälen informiert. Wer etwa in dieser Woche ins Rathaus rennt, um auf den letzten Drücker eine Vignette zum Einfahren in die Stadt zu beantragen, ist selber schuld.

Der aktuelle Fall liegt jedoch anders. Von einem Parkverbot in weiten Teilen des Stadtgebiets in der ganzen Woche vor dem Tag der Sachsen vor im Vorfeld nie die Rede. Noch schwerer wiegt, dass die Stadtverwaltung am vergangenen Freitag behauptete, die Parkverbote würden nach einem Tag wieder aufgehoben. Da darf man sich nicht wundern, wenn Anwohner empört sind. Immerhin räumt die Verwaltung die Kommunikationspanne ein. Bleibt zu hoffen, dass während des Volksfestes am Wochenende keine weiteren folgen.

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5Kommentare
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    karstenp
    24.11.2016

    Es heißt HALTVERBOT!

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    karstenp
    22.11.2016

    Es heißt Haltverbot, und nicht Halteverbot, korrekt wäre zudem ob es sich in diesem Fall um ein eingeschränktes oder u.eingeschränktes Haltverbot handelt! Aber das ist ja nur die vorgesehne Bedeutung!

  • 4
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    Pixelghost
    02.09.2016

    Das Foto zeigt ein "absolutes Halteverbot". Das bedeutet, dass sich dort NIEMAND hinstellen darf - auch kein Bühnenbauer.

    Dazu sind die gesperrten doch Stellflächen mit dem Zusatz "Parken nur mit Sondergenehmigung" zu versehen, oder etwa nicht?

  • 6
    1
    Ostwestsachse
    01.09.2016

    Es gibt auch dumme Menschen, die meinen, für diejenigen, die die Bühnen aufbauen, müssten die Parkplätze freigehalten werden und die Einwohner können sehen, wo sie bleiben. Dass der Stadt Limbach-Oberfrohna der Bürger egal ist, durfte ich mehrfach am eigenen Leib spüren und es wird immer schlimmer. Die in der Stadtverwaltung führen sich auf wie absolutistische Herrscher. Aber warten wir mal ab, welch nette Überraschung uns nach dem "freudigen" Wochenende beschert wird...

  • 2
    8
    weilin
    01.09.2016

    Es gibt doch immer dumme Menschen, welche etwas zu meckern haben. Und wenn es nur der öffentliche Parkplatz vor der Haustür ist, der einige Tage nicht zur Verfügung steht. Man könnte ja auch mal ein paar Meter laufen.



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