Pinguinland im Tierpark kaputt - Reparatur wird Monate dauern

Das Netz über der Anlage ist unter dem starken Schneefall zusammen- gebrochen. Zwei Vögel nutzten die Chance zur Flucht. Auch ein anderes Gehege wurde beschädigt.

Limbach-Oberfrohna.

"Diese Anlage bleibt bis auf weiteres geschlossen." So steht es an der Eingangstür zum Pinguinland im Amerika-Tierpark Limbach-Oberfrohna. Für Besucher der Einrichtung ist das ärgerlich, gelten doch die Humboldt-Pinguine als Publikumslieblinge. Wer jedoch einen Blick hinter den Metallzaun wirft, versteht sofort, warum die Sperrung nötig ist: Das Kunstfasernetz, das die Vögel in der Anlage am Wegfliegen hindern und die Bewohner zudem vor Eindringlingen schützen soll, ist kaputt. An der Seite zum Streichelzoo ist es aus der Befestigung gerissen worden, sodass es dort den Erdboden berührt. Stahlseile, die eigentlich die Konstruktion sichern sollen, hängen schlaff herunter.

Schuld ist das Wetter in der vergangenen Woche. Der feuchte Schnee rieselte nicht durch die Konstruktion, die einem Fischernetz ähnelt, hindurch, sondern setzte sich auf ihr fest. Selbst die senkrechten Zäune waren von Schnee bedeckt. "Im Pinguinland war es tagsüber dunkel", berichtet Almut Reum vom Bauamt der Stadt ungläubig. Die Tierpark-Mitarbeiter versuchten noch, das Netz vom Schnee zu befreien. Doch in der Nacht zum Donnerstag in der vergangenen Woche war es zu spät: Die Last wurde zu groß. "Eine Öse auf einem Zaunpfahl hat sich gelöst, dann kam es zu einer Kettenreaktion", sagt Reum. An mehreren Punkten gab die Konstruktion nach, das Netz fiel teilweise herunter. Um noch Schlimmeres zu verhindern, rückte einen Tag später sogar die Feuerwehr an. Die Einsatzkräfte spritzten Wasser gegen das Netz, damit der Schnee taute.

Die wichtigste Nachricht: Den Pinguinen geht es gut. "Sie haben zwei Tage nichts gefressen, aber jetzt verhalten sie sich wieder normal", sagt der stellvertretende Tierparkleiter Mike Richter. Zwei Tiere, die im Gegensatz zu den Pinguinen fliegen können, haben jedoch die Chance zur Flucht genutzt: eine Graukopfmöwe und eine Inkaseeschwalbe. Weil sich die Graukopfmöwe noch ab und zu auf dem Gelände sehen lässt, hat Richter die Hoffnung, dass sie in eine Falle tappt. "Die Inkaseeschwalbe habe ich seitdem aber nicht wieder gesehen." Die übrigen Vögel wurden Schritt für Schritt in das Flamingohaus umgesiedelt, soweit sie sich in Käfige haben locken lassen. Zwei Graukopfmöwen haben sich bislang geweigert, auf den Trick hereinzufallen.

Das Netz des Pinguinlandes soll vorerst provisorisch geflickt werden. Bis eine dauerhafte Reparatur in Angriff genommen wird, dürften mehrere Monate vergehen. "Wir prüfen gerade die Planungsunterlagen", erklärt Almut Reum. Noch sei unklar, ob es sich um einen Materialfehler oder ein Statikproblem handele. Eine Reparatur bei laufendem Betrieb werde in jedem Fall eine Herausforderung, ergänzt sie. Deshalb gibt es auf die Frage, wann die Anlage wieder für Besucher geöffnet wird, noch keine Antwort. "Ich hätte nie gedacht, dass so etwas passieren kann", sagt die Rathaus-Mitarbeiterin. Wegen des schweren Schnees habe sie sich Sorgen um die Dächer städtischer Gebäude gemacht, aber nicht um das Pinguinland. In den vergangenen Wintern sei derart feuchter Schnee nicht aufgetreten.

Dieser hat auch das Flamingoland leicht beschädigt. Dort hielt die Netzkonstruktion als Ganzes, es trat allerdings an einer Stelle ein Riss auf. "Wir hatten noch etwas von dem Netz da und konnten die Stelle schnell reparieren", sagt Mike Richter. Trotzdem ist auch das Flamingoland derzeit für Besucher gesperrt. In diesem Fall dürfte eine Reparatur mit einem wesentlich geringerem Aufwand verbunden sein. Deshalb ist davon auszugehen, dass die Anlage auch früher wieder für Besucher geöffnet wird. Auf einen Termin wollen sich die Tierpark-Verantwortlichen aber noch nicht festlegen.

Solange weder Pinguine noch Flamingos aus der Nähe betrachtet werden können, gilt ein geringerer Eintrittspreis: Erwachsene zahlen statt 6 nur 4 Euro, der Preis für Ermäßigungsberechtigte sinkt von 3 auf 2Euro.

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