Pläne für weniger Verkehr in der Innenstadt

Weil es an einigen Stellen in Limbach-Oberfrohna so laut ist, dass Anwohner gesundheitlich gefährdet sind, sollen nun bald verschiedene Maßnahmen Abhilfe schaffen.

Limbach-Oberfrohna.

Sie ist eng, kurvenreich, uneben - die Straße von Oberfrohna zur Maltzteich-Kreuzung. "Dort zu fahren ist gefährlich", sagt Gerd Härtig, Fraktionschef der Freien Wähler im Stadtrat von Limbach-Oberfrohna. Er ist mehrmals wöchentlich auf der Straße unterwegs. Schon seit Längerem fordert Härtig, den Ausbau der Strecke. Er erhofft sich davon nicht nur weniger Lärm und einen Rückgang des Verkehrsaufkommens in der Stadt. Diese werde durch eine sanierte Trasse auch besser an die Autobahn angebunden. Zudem fordert Härtig parallel zum Ausbau der Straße auch die Errichtung eines Radweges. Jetzt sei es lebensgefährlich, von Limbach-Oberfrohna etwa zum Wolkenburger Schloss zu radeln, sagt Härtig.

In der Diskussion um Verkehrslärm in Limbach-Oberfrohna hatte sich auch Oberbürgermeister Jesko Vogel (Freie Wähler) dafür ausgesprochen, die Verbindung von Oberfrohna zur Maltzteich-Kreuzung zügig auszubauen. Es gebe entsprechende Signale des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (Lasuv), das für die Staatsstraße zuständig ist, sagt Vogel. Wenn Lastwagen problemlos zur Anschlussstelle Niederfrohna der Autobahn 72 gelangen können, werde weniger Verkehr durch die Stadt fließen, prognostiziert das Stadtoberhaupt. Derzeit meiden viele Lkw-Fahrer den Abschnitt zwischen Oberfrohna und der Maltzteich-Kreuzung aufgrund ihres schlechten Zustandes. Darunter leiden etwa Speditionen mit Sitz an der Wolkenburger Straße.

Eine sogenannte Lärmkartierung hatte ergeben, dass etwa 160 Einwohner von Limbach-Oberfrohna Verkehrslärm ausgesetzt sind, der potenziell gesundheitsschädlich ist. Demnach sind vor allem Anwohner an der Achse Jägerstraße/Straße des Friedens/Frohnbachstraße/Wolkenburger Straße betroffen. Laut Jesko Vogel kann kurzfristig untersucht werden, ob Gullydeckel, die nicht bündig mit der Fahrbahn abschließen, eine Lärmquelle darstellen. Auch der Einbau von Schallschutzfenstern sei denkbar. Ansonsten seien die Möglichkeiten der Stadtverwaltung aber begrenzt. Dem Stadtrat werde im Juni ein sogenannter Lärmaktionsplan mit einigen Vorschlägen vorgelegt, kündigte der OB an. Er korrigierte damit Angaben aus dem Rathaus, denen zufolge dies erst für 2019 geplant sei. In jenem Jahr sollen alle Verkehrsströme in der Stadt untersucht werden. Zu diesem Zweck sind unter anderem Verkehrszählungen sowie Befragungen der Bevölkerung vorgesehen.

Laut Jan Hippold, CDU-Landtagsabgeordneter und Stadtrat, haben im Lasuv die Planungen für den Ausbau der Straße von Oberfrohna zur Maltzteich-Kreuzung bereits begonnen. Vor 2020 rechnet er jedoch nicht mit dem Start der Bauarbeiten, sagte er gestern. Aufgrund ihres schlechten Zustandes soll die Straße nicht nur ausgebaut, sondern zudem auch noch entsprechend verbreitert werden. Dafür ist ein zumeist langwieriges Planfeststellungsverfahren notwendig. Das allein könne ein Jahr in Anspruch nehmen, so Hippold.

Auch Stadtrat Jürgen Blume von der Fraktion Linke/Grüne sieht im Ausbau der Strecke eine Chance, die bislang von Verkehrslärm betroffenen Anwohner zu entlasten. Aus seiner Sicht handele es sich bei der Strecke um eine dringend zu sanierende und für den Verkehr gefährliche.

Iris Raether-Lordieck (SPD-Fraktion) befürwortet ebenfalls den Ausbau der Straße und plädiert zugleich für einen Radwegbau. (mit hfn/reu)

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