Polizei muss zweimal in Asylunterkunft schlichten

Chemnitz.

Proteste in einer Asylunterkunft an der Chemnitzer Matthesstraße haben am Mittwoch und Donnerstag die Polizei auf den Plan gerufen. Wie die Polizei mitteilte, hatten sich am Mittwochabend gegen 19 Uhr vier Bewohner auf der Straße vor dem Haus versammelt, um ihrem Unmut über die Bedingungen in der Unterkunft Ausdruck zu geben. Da sie dabei auch die Fahrbahn betraten und nicht zur Rückkehr in das Haus zu bewegen waren, wurde die Polizei hinzugezogen. Die Beamten versuchten zu schlichten. Die Bewohner meldeten daraufhin eine Spontanversammlung an - was nach dem sächsischen Versammlungsrecht möglich ist. In weiteren Gesprächen konnten die Polizisten schließlich erreichen, dass die protestierenden Bewohner gegen 21 Uhr in die Unterkunft zurückkehrten, hieß es. Die Landesdirektion, die für das Heim zuständig ist, wurde über die Probleme informiert.

Am Donnerstagnachmittag gegen 16 Uhr wurde die Polizei erneut zu dem Haus gerufen. Ein 25-jähriger Bewohner der Unterkunft hatte sich laut Polizei unberechtigt in einem der Zimmer aufgehalten und wollte dieses trotz mehrfacher Aufforderung nicht verlassen. Auch jetzt ging es wieder um die Unterbringungssituation, wie der Mann den Beamten erklärte. Als er weiter den Raum nicht verlassen wollte und die Tür blockierte, hätten die Beamten ihn zwangsweise aus dem Zimmer gebracht. Andere Bewohner solidarisierten sich daraufhin mit dem jungen Mann, bedrängten die Polizisten und störten deren Einsatz, hieß es. Ein 20-jähriger Bewohner sei mit einem Stuhl auf einen Polizisten (40) losgegangen und habe diesen leicht verletzt. Der Angreifer sei vorübergehend in Gewahrsam genommen worden. Die Polizei ermittelt nun wegen Körperverletzung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte. Vor Ort habe schließlich eine Verantwortliche der Landesdirektion eine Lösung der Unterbringungs-Problematik herbeiführen können. In der Unterkunft in der Matthesstraße sind unter anderen körperlich beeinträchtige Asylsuchende untergebracht. (fp)

Bewertung des Artikels: Ø 3 Sterne bei 2 Bewertungen
4Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 3
    1
    Einspruch
    28.09.2018

    ...über Monate mit jemanden in einer Wohnung hocken, den Sie absolut nicht abkönnen....
    Ja, das kennt man von der Fahne, von der Lehre, der Hausgemeinschaft, von Arbeit usw.
    Deswegen dreht man nicht durch, noch dazu, wenn alles für einen getan wird, damit man sich nicht um seinen Lebensunterhalt kümmern muss. Aber hier wird ja wie immer sicher alles entschuldigt.

  • 4
    2
    Zahlemann
    28.09.2018

    @ArndtBremen
    Herr Blackadder ist eine Frau, allerdings kann man bei diesem ganzen Genderwahnsinn schon mal durcheinander kommen.

  • 5
    3
    DTRFC2005
    28.09.2018

    @ArndtBremen. Warum erwarten Sie ein Statement? Ist es das alleinige Vorrecht vermeintlich Deutscher regelmäßig auf die Straße zu gehen, um lauthals ihren Unmut über dies und jenes bekannt zugegeben? Dies natürlich nur, als Denkanregung in ihre Richtung zu verstehen. Natürlich ist das Verhalten der Bewohner in der Asylunterkunft nicht in Ordnung, aber durchaus verständlich.Ist kenne mich da jetzt nicht aus, wie z.B die Nationalitätenunterbringung ist oder was genau nun der Grund zum Aufstand war, stand leider nicht so genau im Artikel, aber stellen Sie sich doch mal vor, Sie müssten über Monate mit jemanden in einer Wohnung hocken, den Sie absolut nicht ab können. Würden Sie da nicht auch mal die Decke hoch gehen? Und wenn dann die Polizei oder andere schlichten möchte, sind Sie plötzlich ganz still und versuchen nicht weiter ihren Unmut kundzutun? Wäre nett, wenn Sie diese Fragen mal unvoreingenommen beantworten könnten.

  • 4
    6
    ArndtBremen
    27.09.2018

    Herr Blackadder, Ihr Statement bitte.



Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
Mehr erfahren Sie hier...