Premiere für Fitnessmesse

Die Vita-Lo präsentierte sportliche Trends zum gesunden Leben. Dabei reichte das Angebot von Cannabis bis Kampfsport.

Limbach-Oberfrohna.

Die Stadthalle hatte an diesem Wochenende Besonderes zu bieten: Besucher erhielten auf der erstmals stattfindenden Vita-Lo Sport- und Gesundheitsmesse einen Einblick in die Themen Fitness, Ernährung und Wohlbefinden. Die 23 Aussteller führten unter anderem alternative Heil- und Trainingsmethoden vor, boten Hör- und Sehtests an und referierten zu Nahrungsergänzung und Sportgeräten. Abgerundet wurde das Programm der beiden Messetage durch Vorträge und Kurse. Dabei konnten sich Teilnehmer unter anderem über Ursachen von Rückenschmerzen informieren oder in Sportarten wie Tae Bo und Krav Maga üben (siehe Kasten rechts).

Die Idee zu der Messe stammt von Fitnesstrainerin Sandra Klöckner. Da ihr Sport und Gesundheit besonders wichtig seien, trat sie an Stadthallenchef Wolfgang Dorn heran. Bei der Konzeption der Messe fiel beiden auf, dass sich das Angebot vorwiegend an Erwachsene und Senioren richtet. Daher wurde es um eine Hüpfburg und einen Fahrradparcours ergänzt, um auch für Kinder attraktiv zu sein. "Wir sind zufrieden mit der Vielfalt der Messe", sagte Klöckner. Es sei schwierig gewesen, Aussteller von der Teilnahme an der neuen Messe zu überzeugen. Der Aufwand habe sich aber gelohnt, schätzt die Trainerin ein.

Zum ersten Mal auf einer Messe ausgestellt hat Nadine Irmscher. Die 33-Jährige will ihren Kunden mit Elektro-Muskel-Stimulation (EMS) zu einem besseren Körpergefühl verhelfen, sagte sie. Dafür schlüpfte der Trainierende für 20 Minuten in eine mit Elektroden ausgestattete Weste. Darüber werden dann elektrische Impulse an jene Muskelgruppen gesendet, die trainiert werden sollen, erklärte die Physiotherapeutin. Sie eröffnet am Freitag ihren Laden, mit dem sie sich auf die Arbeit mit EMS spezialisieren will. Diese komme besonders bei Berufstätigen mit wenig Freizeit an, sagte sie.

Viel Zeit hingegen mussten sich Gäste bei Lutz Vogel nehmen. Der Leiter einer Kampfsportschule klärte am Samstag und Sonntag Besucher seines Standes über den Zusammenhang von geistiger und körperlicher Gesundheit auf. Heilung und Wohlbefinden könnten sich nur von innen nach außen einstellen und seien vor allem Sache des Selbstbewusstseins, sagte der 57-Jährige. Er könne Schülern das Werkzeug dafür in seinen Kursen an die Hand geben - das Gespür für die Anwendung brauche aber Jahre, berichtete der Träger eines schwarzen Gürtels in Judo.

Einen anderen Weg zum Wohlbefinden haben Petra Richter und Nadine Hessenkamp für sich entdeckt. Sie informierten über die heilende Wirkung von Cannabis. Sie warben für Öle, Inhalate und Salben, deren Inhaltsstoffe aus der Hanfpflanze gewonnen wurden. Die Anwendung sei dabei frei von jeder Rauschwirkung, versicherte Richter, weil den Produkten der entsprechende Wirkstoff fehle. Eingesetzt würden sie vor allem als homöopathisches Mittel.

Die Anzahl der Messebesucher sei mit rund 500 Menschen zwar hinter den Erwartungen der Veranstalter zurückgeblieben, berichtete Stadthallenchef Wolfgang Dorn. "Die Leute, die da waren, und dann oft sogar an den Kursen teilgenommen haben, waren dafür aber umso interessierter", sagte er. Deswegen gebe es auch schon ein Datum für die Neuauflage der Messe im nächsten Jahr: 2020 soll die Vita-Lo am 22. und 23. März stattfinden, "mit Verbesserungen", wie Dorn anmerkte - welche, wollte er noch nicht sagen.


Was in der Stadthalle ausprobiert werden konnte

Tae Bo kombiniert Elemente aus Kampfsportarten wie Karate und Kickboxen mit Aerobic, ist aber selbst weder Zwecken der Selbstverteidigung noch des Kampfes dienlich. Es ist eine Form der Fitnessgymnastik und wird meist zu schneller Musik praktiziert. Obwohl die Sportart leichter zu erlernen ist als herkömmlicher Kampfsport, bedarf es hoher technischer Genauigkeit.

Krav Maga ist hebräisch und bedeutet so viel wie Kontaktkampf. Diese Form der Selbstverteidigung nutzt hauptsächlich Schlag- und Tritttechniken, teils auch Griff- und Bodentechniken. Krav Maga geht zurück auf den Boxer Irmrich Lichtenfeld, der seine Kampfmethode zur Verteidigung gegen antisemitische Übergriffe lehrte. Heutige Schüler sind unter anderem Privatpersonen sowie Angehörige von Polizei und Militär. (sasp)

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