Pro-Chemnitz-Kundgebung findet unter massivem Polizeiaufgebot statt

Die Polizei muss einschreiten und wendet in einzelnen Fällen unmittelbaren Zwang an. Später wurde ein Büro an der Brauhausstraße geräumt.

Eine erst am Montagmittag vom Verwaltungsgericht genehmigte Pro-Chemnitz-Kundgebung hat sich am Abend vor dem Marx-Monument gegen die Beschränkungen des öffentlichen Lebens wegen der Coronakrise gerichtet. Die Anzahl der Teilnehmer war vom Gericht zuvor auf 15 Personen begrenzt worden; sie mussten alle Mundschutz tragen und sich im Abstand von zwei Meter aufstellen. Mehrere Redner, darunter Pro-Chemnitz-Ratsmitglied Martin Kohlmann, wandten sich gegen die von Bundes- und Landesregierung erlassenen Auflagen und verwiesen auf andere Länder wie Schweden und deren vergleichsweise liberalen Umgang mit der Coronakrise. Begleitet wurde die Kundgebung von einem massiven Polizeiaufgebot.

Die Polizei hatte die Fläche rund um das Marx-Monument weiträumig abgesperrt. Im Bereich der Kreuzung Straße der Nationen/Brückenstraße, des Terminals 3 und des Stadthallenparks kam es zu größeren Menschenansammlungen. Nach Polizeiangaben hatten sich schätzungsweise 300 Personen eingefunden. Sie sympathisierten durch Transparente und Rufe mit den Versammlungsteilnehmern und verstießen damit gegen die Corona-Schutz-Verordnung. Da sich ein Teil nicht entfernte, schritt die Polizei ein. 40 Personen, die Platzverweisen nicht nachkamen, wurden angezeigt. Teilweise war unmittelbarer Zwang nötig, hieß es am Abend in einer Mitteilung der Polizei. Überdies wurden vier Straftaten angezeigt - wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, versuchter gefährlicher Körperverletzung und Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

Gegen 19 Uhr stellte die Polizei eine Ansammlung von neun Personen an der Brauhausstraße fest. Als diese die Beamten bemerkten, verschwanden einige von ihnen in einem Gebäude. Bei einer Überprüfung des Gebäudes stellten die Einsatzkräfte dann fest, dass sich sechs der Personen unerlaubt gemeinsam in einem Büro aufhielten. Es wurden entsprechende Platzverweise ausgesprochen, denen die Personen nur widerwillig nachkamen, wie die Polizei mitteilt. Insgesamt wurde bei dem Vorfall gegen sieben Personen Anzeige wegen Verstoßes gegen die Corona-Schutz-Verordnung erstattet. (su/roy/luka)

3Kommentare

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  • 10
    3
    gelöschter Nutzer
    21.04.2020

    Wer wie Pro Chemnitz, afd, NPD und Heimattreue die öfffentliche Publicity sucht, muss nicht zwangsläufig etwas vernünftiges zu sagen haben. Gestern war das sehr anschaulich zu beobachten. Leute zur Unvernunft aufstacheln hat übrigens juristische Nachspiele (Plural), wie man bei PC lesen kann.

  • 5
    17
    ArndtBremen
    21.04.2020

    Vielen Dank an Haertelpress für dieses Foto (1/2), welches sehr eindeutig den Demokratielevel in unserem Land widerspiegelt.

  • 3
    11
    fnor
    20.04.2020

    Das fällt keinem Kabarett ein. Polizisten, die 2m Sicherheitsabstand zueinander halten und trotzdem versuchen Demonstranten einzukreisen. Verhaftet wird dann mittels Teleskop-Grillzange, um ja niemanden zu nahe zu kommen.