Radweg nach Wechselburg - Räte sehen Diskussionsbedarf

Der Wanderwegewart des Ortes hat Vorschläge zur Umsetzung des Projektes gemacht, der Verband Chemnitztalradweg das Vorhaben vorgestellt. Doch die Gemeinde kommt nicht zu einer Entscheidung.

Lunzenau/Wechselburg.

Februar 2019: Die Wechselburger Gemeinderäte sind sich einig, dass der Chemnitztalradweg nicht um den Ort herumführen sollte. Deshalb erwägen sie den Eintritt in den Zweckverband Chemnitztalradweg. Knackpunkt: Die Kosten für einen Beitritt Wechselburgs sind unklar.

Oktober 2019: Der Lunzenauer Bürgermeister Ronny Hofmann (CDU) ist als Vertreter des Zweckverbandes Chemnitztalradweg Gast zur Gemeinderatssitzung, erläutert Erreichtes und Pläne, spricht über geflossene Gelder und wirbt für einen Beitritt. Dem stehen die Räte weiter wohlwollend gegenüber. Knackpunkt: Die Kosten sind ihnen unklar. Wechselburgs Bürgermeisterin Renate Naumann (CDU) beschließt die Debatte mit den Worten: "Wir werden im Gemeinderat weiter dranbleiben an der Thematik."

Ein Beitritt zum Zweckverband stand dabei nicht erst einmal auf der Tagesordnung des Gremiums. So hatte Kämmerer Christian Schleußner im März nach einer Beratung mit Verbandschef Günther Hermsdorf erklärt, dass jährliche Kosten von 16.500 Euro anfallen würden und die Mitgliedskommunen bislang je etwa 100.000 Euro investiert hätten. Er rechne daher mit Beitrittskosten von etwa der Hälfte bis drei Viertel dieser Summe. Der Rat nahm dies als Diskussionsgrundlage und schloss den Deckel über "Weiteres" zunächst wieder.

In dem im Mai beschlossenen Hauhalt von Wechselburg wurde schließlich eine Summe von 10.000 Euro unter dem Punkt Chemnitztalradweg verankert - doch über einen Beitritt zum Verband wolle man erst noch sprechen, hieß es damals. Im September erklärte der Wechselburger Wanderwegewart Stefan Walther, wie er sich eine Fortführung des Radweges ab Göritzhain bis Wechselburg vorstellen könnte.

Einen Monat später erläuterte nun Bürgermeister Hofmann das Projekt, das von Chemnitz bis Markersdorf bereits realisiert ist. Für die Herausforderungen auf den nächsten Abschnitten über Diethensdorf und Stein seien gute Lösungen gefunden, so Hofmann. Dabei führe der Weg teilweise parallel zur Straße und einer Brücke, auf der die Gleise noch für Draisinefahrten der Eisenbahnfreunde genutzt werden. Nach der Flussquerung gehe es auf der alten Bahnstrecke weiter bis zum ehemaligen Bahnhof Göritzhain. Von dort aus, so Hofmann, gebe es verschiedene Möglichkeiten für eine Fortführung nach Wechselburg, über die man jedoch erst konkreter reden sollte, wenn der jetzige Bauabschnitt abgeschlossen ist. "Wir gehen immer Schritt für Schritt vor", sagte er.

Langfristiges Ziel sei aber, die Trasse bis nach Wechselburg weiterzuführen und schließlich mit dem Mulderadweg zu verbinden, um die Strecke touristisch noch attraktiver zu gestalten. Dafür hätte man Wechselburg gern mit im Boot. "Natürlich ist das nicht zum Nulltarif zu haben", so Hofmann. Die Kosten, die auf Wechselburg zukommen, könnten vielleicht auf zwei, drei Jahre gesplittet werden. Eine konkrete Summe für den Beitritt der Gemeinde nannte er aber nicht - was erneut zu Unschlüssigkeit im Rat und der Ankündigung führte, über den Sachverhalt weiter zu diskutieren.

Der Zweckverband Chemnitztalradweg wurde 2007 gegründet und ihm gehören die Städte Burgstädt und Lunzenau sowie die Gemeinden Claußnitz, Königshain-Wiederau, Lichtenau und Taura an.

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