Räte stimmen erneut gegen Bäume auf dem Markt

Vorschlag von SPD und Grünen scheitert an Linken und FDP/CDU

Eine emotionale Debatte haben sich die Mitglieder des Stadtrates am Mittwoch zur Frage geliefert, ob auf dem Neumarkt Bäume gepflanzt werden sollten. Eingebracht hatten den Vorschlag die Fraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen. Zusammen mit der Sanierung des Pflasters auf dem Neumarkt wollten sie, dass an seinem Rand sechs Bäume gepflanzt werden. Der Markt würde damit zu einem schöneren Ort, die Gastronomen würden profitieren, weil ihre Gäste im Sommer unter Bäumen sitzen könnten, die Innenstadt würde aufgewertet, und gut fürs Mikroklima der Stadt wären die Bäume sowieso, argumentierte SPD-Stadtrat Ulf Kallscheidt.

Die Stadtverwaltung hatte den Vorschlag bereits 2016, bevor er knapp vom Bauausschuss abgelehnt worden war, geprüft. Eine Pflanzung sei möglich, wenn die Bäume exakt vor den Säulen der Arkaden stehen, so Baubürgermeister Michael Stötzer. Dass das Ganze 490.000 Euro kosten würde, verwunderte Kallscheidt aber. "Das glaubt uns keiner, dass sechs Bäume 490.000 Euro kosten sollen", sagte er. Stötzer erklärte, dass die nötige Verlegung von Kabeln und Elektroverteiler die Kosten verursachen würden. Auch das Nutzungskonzept für den Weihnachtsmarkt müsste verändert werden.

Sascha Aurich

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Kritik kam aus den Reihen der Linken. Stadtrat Kai Tietze bezweifelte das Verhältnis von Kosten und Nutzen. Der Marktplatz brauche keine Bäume, im Sommer würden hohe Gebäude Schatten spenden. Falk Ulbrich aus der Fraktionsgemeinschaft CDU/FDP sagte, Gastronomen und Immobilieneigentümer am Neumarkt seien gegen die Bäume. Sie trotzdem zu beschließen, würde bedeuten, gegen die Innenstadt zu arbeiten. "Außerdem nehmen uns die Bäume die Gestaltungsmöglichkeiten für unsere Feste", so Ulbrich. Dieter Füsslein (Fraktionsgemeinschaft CDU/FDP) gab zu bedenken, dass unter dem Neumarkt kein Platz für Wurzeln sei, da das Erdreich voller Kabel und Leitungen sei. "Einen Baum kann man nicht zwischendrin reinquetschen", sagte er. Dem entgegnete Stötzer, dass die Prüfung 2016 ergeben habe, dass sehr wohl Platz für Bäume wäre.

"Wir wollen nur sechs Bäume haben, nicht ein neues Rathaus bauen", verdeutlichte SPD-Stadtrat Maik Otto. Doch es half nichts: Der Antrag wurde mit 26 Nein- zu 17 Ja-Stimmen abgelehnt.

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