Rätsel um Feuerwehreinsatz am Gerätehaus in Schlößchen

Anwohner, Rettungskräfte, und eine Firma, die Breitbandkabel verlegt, machen unterschiedliche Angaben zu einem Vorfall im Amtsberger Ortsteil. Die Regionalleitstelle nennt einen Grund.

Schlößchen.

Feuerwehralarm am frühen Dienstagabend im Amtsberger Ortsteil Schlößchen. Punkt 18.19 Uhr heulte die Sirene in der südlich von Chemnitz gelegenen Gemeinde. "Insgesamt fünfmal", berichtete ein Mann, der neben der Feuerwehr auf der Unteren Hauptstraße in Schlößchen wohnt, namentlich aber nicht genannt werden will. Die Kameraden seien zwar ins Depot geeilt, hätten dann aber mit ihrem Fahrzeug nicht ausrücken können, weil ein großer Erdhaufen in der Ausfahrt lag, schildert der Anwohner den aus seiner Sicht "unglaublichen Vorgang". Den Haufen habe eine Baufirma hinterlassen, die momentan Glasfaserkabel in der Straße verlege.

Unter den Feuerwehrleuten habe pures Entsetzen geherrscht, berichtete der aufgebrachte Mann. Sie hätten geschimpft und nach einigen Minuten begonnen, den Dreckhaufen wegzuschaufeln. 18.25 Uhr seien dann noch Arbeiter der Baufirma hinzugekommen und hätten ebenfalls mit zur Schaufel gegriffen. Etwa 18 Minuten nach der Sirene habe die Feuerwehr dann ausfahren können, schilderte der Anwohner.

"Es hat zwar einen Alarm gegeben, aber wir mussten nicht ausrücken", stellte Steffen Ackermann klar. Das Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Schlößchen war der Meinung, dass die Baufirma die Alarmierung ausgelöst habe. Wahrscheinlich sei den Arbeitern bewusst geworden, was passieren kann, wenn die Ausfahrt bei einem Notfall versperrt ist, vermutete Ackermann. Als er am Feuerwehrgerätehaus war, sei der Erdhaufen schon wieder weg gewesen. "Die Firma war mit einem Radlader da."

"Alles Quatsch", sagte Jehad Hamet. "Wir haben keine Feuerwehr alarmiert", so der Mitarbeiter der Firma Nes-Mir-Bau aus Darmstadt, die in Amtsberg die Erdarbeiten für den Breitbandausbau ausführt. "Die Erde, die meine Leute ausheben, machen sie auch selbst wieder weg", betonte der Bauleiter. Es habe lediglich eine kleine Änderung gegeben.

Auf Wunsch der Feuerwehr sei der Glasfaserkabelanschluss in die Fahrzeughalle gelegt worden und nicht, wie ursprünglich geplant, ins Nebengebäude. Aus diesem Grund habe der Erdaushub im Bereich der Feuerwehrausfahrt zwischengelagert werden müssen. Amtsbergs Bürgermeister Sylvio Krause konnte den Vorgang in der Unteren Hauptstraße nicht restlos aufklären. Seinen Informationen nach habe am Dienstagabend ein Erdhaufen an der Ausfahrt für Feuerwehrfahrzeuge gelegen. Die alarmierten Rettungskräfte griffen deshalb selbst zur Schaufel, um den Weg freizumachen und so wieder einsatzbereit zu sein. "Die Feuerwehr hat sich selbst alarmiert", so Krause. Der Erdhaufen sei bei den Arbeiten zur Verlegung des Hausanschlusses entstanden, die von der Firma früher als geplant ausgeführt werden konnten. Offenbar wurde versäumt, die Feuerwehrleute darüber zu informieren, damit sie das Fahrzeug vorher aus der Halle fahren können. "Die Baufirma war also schneller als die Feuerwehr", sagte Krause und fügte hinzu, dass die Truppe aus Schlößchen die Situation gut gemeistert habe. Sie wurde zu keiner Zeit am Ausrücken gehindert.

Die Regionalleitstelle in Chemnitz teilte mit: "Ja, ein Alarm ist eingegangen, die Sirene lief und die Kameraden wurden über Piepser informiert." Zur Art des Einsatzes sagte ein Sprecher: "Es ging um die Herstellung der Einsatzbereitschaft."

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