Räuber bei Chemnitzer Juwelier "Trauringschmiede" kommt an Haft vorbei

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21-Jähriger ist vor Gericht reuig und geständig - Beute fast vollständig weg

Chemnitz .

Drei Wochen soll Faisal O. unter Arrest. Aber die zweijährige Haftstrafe, die am Chemnitzer Landgericht jetzt gegen den 21-Jährigen ausgesprochen wurde, bleibt ihm erspart. Sie ist zur Bewährung ausgesetzt. Immerhin war der zur Tatzeit seines bewaffneten Überfalls auf das Chemnitzer Schmuckgeschäft "Trauringschmiede" noch Heranwachsende ebenso geständig wie reuig. Mit schlechtem Umgang hatte der seit 2017 in Deutschland lebende Ungar seinen Überfall vom September 2020 zu erklären versucht. Seine Freunde und er hätten sich gegenseitig negativ beeinflusst, behauptete er. Vor Gericht war dann sogar vom Überfall als absolvierter "Mutprobe" die Rede.

Kurz vor Ladenschluss war er am Abend des 1. September 2020 mit einer sogenannten Softairwaffe, die zumindest durch Laien nicht von einer scharfen Schusswaffe zu unterscheiden ist, in den Laden gekommen. Dort bedrohte er die 64-jährige Mitarbeiterin, fordert von ihr, ihm Schmuck und Bargeld auszuhändigen. Danach fesselte und knebelte er die Frau - und zog sich vor Verlassen des Ladens dann noch um. Hatte er den Laden in grauem Sakko, mit heller Schiebermütze, Brille und schwarzem Mund-Nasen-Schutz betreten, so verließ er die "Trauringschmiede" in grauem Pullover und weinrotem Basecap. Die Polizei wertete Aufnahmen einer Videokamera aus und kam dem Täter nicht zuletzt anhand seiner Kleidung auf die Spur.

Auch wenn der Räuber offenbar keinen Blick für hochwertigen Schmuck hatte und einiges einsteckte, was nicht sonderlich teuer war, brachte er es auf eine Beute von 10.467 Euro. Bei seiner Festnahme indes war davon nicht mehr viel übrig. Einen Teil habe er in Drogen umgesetzt, räumte der junge Mann ein. Einen weiteren Teil des Schmucks habe er aus Angst sogar entsorgt, versicherte er. Die Reue, die Faisal O. vor Gericht beteuerte, muss er jetzt unter Beweis stellen - im Befolgen seiner Bewährungsauflagen. Die Bewährungszeit dauert mit zwei Jahren ebenso lang wie die ausgesprochen Haftstrafe.

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