Rathäuser übernehmen Ausbildung gemeinsam

Ihr Praktikum absolviert eine junge Frau in Penig und Lunzenau

Lunzenau/Penig.

Der öffentliche Dienst in Sachsen braucht junge Leute. Nach Angaben der Landesregierung wird mehr als die Hälfte aller Angestellten bis 2030 in den Ruhestand gehen. Das Problem: Vielen kleinen Rathäusern fehlt ein qualifizierter Ausbilder, der die Lehrlinge anlernen kann. Dafür gibt es nun eine Lösung. Rathäuser können sich zusammentun und gemeinsam einen Auszubildenden anlernen. Zunutze machen sich das nun Penig und Lunzenau.

Im September beginnt Teresa Greitzke ihr Bachelorstudium für Allgemeine Verwaltung an der Fachhochschule in Meißen. Voraussetzung für das Studium ist eine Behörde, die die junge Frau einstellt. Das hat die Stadtverwaltung von Penig übernommen. Denn dort arbeitet laut Bürgermeister Thomas Eulenberger eine Mitarbeiterin, die für die Ausbildung junger Leute qualifiziert ist. Arbeiten wird die Studentin sowohl in Penig als auch in Lunzenau. "Ich wollte schon immer im öffentlichen Dienst arbeiten. Ich mag es, Dinge zu organisieren, zu verwalten und Menschen mit ihren Anliegen weiterzuhelfen", erklärt Greitzke, die aus dem Wechselburger Ortsteil Nöbeln stammt. Nach der Oberschule wollte sie eine Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten beginnen, entschied sich dann aber für das Fachabitur in Chemnitz. Das dafür notwendige Praktikum hat die 18-Jährige bei der Stadtverwaltung Lunzenau absolviert. "Ich habe dort in jedes Amt reinschauen dürfen und einen guten Überblick gewonnen." Besonders im Standesamt habe es ihr gut gefallen. "Menschen zur Heirat zu verhelfen, ist doch eine tolle Sache. Dafür Reden zu schreiben oder auch Urkunden auszustellen, kann ich mir sehr gut vorstellen." Das Verhältnis von Büroarbeit und dem Kontakt zu den Bürgern gefalle ihr an dem Beruf. Die 18-Jährige habe nicht geplant zu studieren. Dazu habe man sie erst in der Verwaltung in Lunzenau motiviert. "Das Klima unter den Mitarbeitern ist sehr familiär und ich bin sehr herzlich aufgenommen worden. Ich habe mir ein Studium erst nicht zugetraut, aber die Kollegen haben mich dann ermutigt", so Greitzke.

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