Rathaus offen für Gespräche über Wintermarkt

Die Diskussion um eine Verlängerung des Weihnachtsmarktes geht weiter. Ideen für eine Fortsetzung gibt es schon.

Im Urlaub nach dem Weihnachtsfest Freunde treffen und mit einem Glühwein in der Stadt die besinnliche Zeit ausklingen lassen - auf einem Wintermarkt ist das möglich. Während es in einigen Städten Sachsens ein solches Angebot gibt, werden in Chemnitz die Hütten nach dem Weihnachtsmarkt abgebaut. Eine Verlängerung scheint ausgeschlossen. Laut Stadtverwaltung lehnen die Händler eine Fortsetzung ab, weil sie befürchten, wenig oder überhaupt keinen Umsatz an den Tagen nach dem Fest zu machen.

Etwas anders sieht das Henri Bibow. Mit seiner Agentur veranstaltet er in Dresden die Rauhnächte im Stallhof, einen mittelalterlichen Weihnachtsmarkt nach den Feiertagen. Jährlich besuchen bis zu 80.000 Leute das Fest, das bis Anfang Januar dauert. In Chemnitz organisiert Bibow seit vielen Jahren die Klosterweihnacht, eine mittelalterliche Weihnachtsstraße auf der Inneren Klosterstraße während des Weihnachtsmarktes. Er könnte sich vorstellen, über das Thema Wintermarkt in Chemnitz mit den Verantwortlichen zu sprechen, sagt er. "Wenn ich von der Stadt gefragt werde und es Vorschläge für einen entsprechenden Platz gibt", sagt Bibow auf Nachfrage. Die Innere Klosterstraße oder andere Bereiche des Weihnachtsmarktes kommen dafür laut Bibow nicht infrage. "Es sollte ein geschlossenes Ensemble sein, wie eine leer stehende Fabrikhalle", so der Veranstaltungsfachmann. Er betont, dass ein stimmiges Konzept wichtig für eine solche Veranstaltung ist. Nur Hütten aufzustellen, reiche nicht. Für Chemnitz kann sich Bibow vorstellen, die Industriekultur in den Mittelpunkt eines Wintermarktes zu rücken.

Die Stadtverwaltung als Veranstalterin des Weihnachtsmarktes zeigt sich für Gespräche zu einer Verlängerung offen. Für Interessenten stehe die Abteilung Marktwesen jederzeit zur Verfügung, hieß es am Donnerstag aus der Pressestelle im Rathaus. Es sei jedoch nicht möglich, ein geschlossenes Areal für einen Wintermarkt anzubieten, so Sprecher Matthias Nowak. Die Verwaltung besitze keine entsprechenden Immobilien.

Bei Stadträten kommt die Idee eines Wintermarktes gut an. "In anderen Städten funktioniert es doch auch", sagt SPD-Fraktionsvorsitzender Detlef Müller. Er wünscht sich den Markt in der Innenstadt. "Man kann ja klein anfangen." Wie auch Müller spricht sich Tino Fritzsche, Fraktionschef der CDU, dafür aus, für die Fortsetzung des Weihnachtsmarktes die Gastronomen in der City einzubeziehen. "Im günstigsten Fall könnte man mit ihnen gemeinsam was auf die Beine stellen", sagt Susanne Schaper, Fraktionsvorsitzende der Linken. Das käme sowohl dem Handel als auch den Gastronomen im Zentrum entgegen, so Fritzsche. Detlef Müller, der während der Feiertage in der City unterwegs war, hat der Anblick des leeren Weihnachtsmarktes nicht gefallen. "Einige Bunden standen noch da, andere waren weggeräumt", sagt er.

2Kommentare
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  • 2
    3
    Interessierte
    10.01.2020

    Oder Schloß Rabenstein oder das Stauseegelände …
    Oder auf dem Bahnhofsvorplatz vielleicht …
    Oder auf dem Brühl …
    Oder auf dem Theaterplatz
    Oder dem Volksplatz
    Oder ganz einfach den Wall entlang oder auf dem Johannisplatz
    Oder im Rosenhof
    Oder auf dem Tietzparkplatz

  • 3
    3
    MuellerF
    10.01.2020

    Ich glaube nicht, dass eine leerstehende Fabrikhalle die richtige Atmosphäre für so einen Markt bietet, mal ganz davon abgesehen, dass solche Immobilien mittlerweile zum Glück Mangelware in C. sind. Warum nicht in einem Park, an der Schloßkirche, auf Burg Rabenstein,...,?



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