Rathaus will alten Bahnhof abreißen lassen

Entscheidung im Stadtrat für Dezember geplant - Denkmalschutz stimmt zu

Limbach-Oberfrohna.

Was sich in den vergangenen Monaten bereits abgezeichnet hatte, nimmt nun konkrete Formen an: Die Stadt Limbach-Oberfrohna will den früheren Limbacher Bahnhof am Ostring abreißen lassen. Oberbürgermeister Jesko Vogel (Freie Wähler) hat angekündigt, dass ein entsprechender Beschluss noch in diesem Monat in einem Stadtratsausschuss vorberaten werden soll. Stimmt der Ausschuss zu, hätte der gesamte Stadtrat am 2.Dezember das letzte Wort.

Vogel begründet den Vorstoß damit, dass ein Erhalt des maroden Gebäudes keinen Sinn habe. "Es gibt keinerlei Nutzungsmöglichkeiten." Eine Sanierung des Bahnhofs würde nach Angaben des OB etwa 2,3 Millionen Euro kosten. Diese Summe könne man nicht ausgeben, wenn man anschließend nicht wisse, was man mit dem Gebäude anfangen solle. Der Bahnhof wurde 1871 im preußisch-historistischen Stil errichtet und steht unter Denkmalschutz. Inzwischen hat aber auch das Amt für Denkmalschutz im Zwickauer Landratsamt einem Abriss zugestimmt. Zuvor müsse die Stadtverwaltung lediglich der Naturschutzbehörde darlegen, welche Tiere auf dem Grundstück zu Hause sind und wie die Natur gegebenenfalls an anderer Stelle als Ausgleich aufgewertet werden kann. 2015 hatte die Stadt als Eigentümerin bereits die Empfangs- einschließlich der Gepäckhalle sowie den Zwischenbau abreißen lassen. Nur die beiden Hauptgebäude sind noch übrig.

Der Bahnhof ist in den vergangenen Jahren mehr und mehr verfallen. Das Dach ist undicht, sodass Feuchtigkeit eindringen kann. Mehrmals hat es in dem Gebäude gebrannt. Offenbar verschaffen sich Unbefugte immer wieder Zutritt. Stadtrat Marvin Müller (CDU) bemängelte während der jüngsten Sitzung des Gremiums, dass das Rathaus den Bau nicht ordnungsgemäß absperre. Vogel antwortete, es handele sich um ein Katz-und-Maus-Spiel: "Wir sichern den Bahnhof, dann bricht ihn jemand wieder auf."

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