Rathaus will Gebäude für Verkehrsschule anmieten

Für die Kurse für Kinder soll es künftig einen zentralen Ort geben. Das sei dringend nötig, heißt es von den Verantwortlichen.

Schloßchemnitz.

Welche Regeln gelten im Straßenverkehr? Wie überquere ich schadlos eine Straße? Wie fahre ich sicher Rad? Drei Fragen, die für viele Kinder auf dem Weg zur Schule oder zum nächsten Spielplatz relevant sind. Beantwortet werden sie bei Kursen der Verkehrserziehung, einem Bildungsangebot unter Federführung der Verkehrswacht Chemnitz und der Chemnitzer Polizei. Rund 2050 Kinder aus den Grundschulen der Stadt und dem Umland nutzen das aktuell, informiert Franklin Stöckel von der Verkehrswacht.

Die Ausbildung übernimmt dabei die Polizei. Die Verkehrswacht stellt das Equipment und kümmert sich um die Organisation. Und das sei eine große Herausforderung, sagt Stöckel. Der Grund: Für die Kurse - jährlich etwa 600 Stunden - gibt es keinen festen Ort. Sie finden stattdessen zumeist in Sportstätten über das Stadtgebiet verteilt statt. Das Rathaus nutzt nach eigenen Angaben derzeit sieben Sporthallen und ebenso viele Schulhöfe dafür. Das wiederum führe nicht selten zu Konflikten mit dem Schulsport vor Ort, heißt es. Außerdem stiegen die Schüler- und damit auch die Teilnehmerzahlen an der Verkehrserziehung. Die Kapazitäten seien ausgereizt. Für Stöckel und seine Kollegen der Verkehrswacht bedeutet der ständige Ortswechsel zudem größeren Organisationsaufwand. "Ich kämpfe darum, dass wir einen festen Übungsplatz bekommen", sagt er. Der hätte den Vorteil, dass man keine Rücksicht auf Unterrichtszeiten nehmen müsse.

Stöckels Wunsch soll sich nun erfüllen. Das Rathaus will eine derzeit leerstehende Fläche in einem Gebäude an der Konradstraße anmieten und für die Verkehrserziehung umgestalten lassen. Das geht aus einer Beschlussvorlage hervor, über die der Schul- und Sportausschuss am heutigen Mittwoch beraten soll. Das knapp 1500 Quadratmeter große Areal soll ab August zur Verfügung stehen und für mindestens zehn Jahre angemietet werden. Die Kosten dafür belaufen sich auf monatlich 10.300 Euro, heißt es in der Vorlage. Die Kosten für den Umbau übernimmt demnach der Eigentümer. Diese Lösung habe den Vorteil, dass die Verkehrserziehung künftig an einem gut erreichbaren Ort und wetterunabhängig angeboten werden könne, so das Rathaus. Die Anmietung sei darüber hinaus günstiger als der Neubau einer Halle.

Die AfD-Stadtratsfraktion kritisiert indes den Vorschlag der Verwaltung. Statt langfristig Räume anzumieten, sollte die Stadt im Chemnitzer Westen eine Sporthalle bauen, die unter anderem für die Kurse genutzt werden könnte, fordert die Fraktion.

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