Rathaus will Gebiet am Schloßberg attraktiver machen

Auf einer Fläche an der Müllerstraße wurde lange mit gebrauchten Autos gehandelt. Dafür sei sie zu schade, findet die Stadtverwaltung.

Schloßchemnitz.

Der Bereich sei sehr präsent, zeichne sich bisher aber nicht durch städtebaulich oder architektonisch wertvolle Bebauung aus. Mit diesen Worten begründete der Leiter des Stadtplanungsamtes, Börries Butenop, im Bauausschuss, warum die Stadtverwaltung einen Bebauungsplan für das Gebiet an der Müllerstraße zwischen Nordstraße und Schönherrstraße in Auftrag geben möchte.

Direkt gegenüber vom denkmalgeschützten historischen Gebäude der Ortskrankenkasse an der Müllerstraße, zwischen dem Fachwerkviertel am Fuße des Schloßbergs und einem großen Autohaus, hatten in den vergangenen Jahren nacheinander mehrere Gebrauchtwagenhändler ihre Bestände abgestellt. Unter anderem das will die Stadtverwaltung künftig an dieser Stelle verhindern. "Es gibt Investoren, die an dem Standort interessiert sind", teilte Butenop den Ausschussmitgliedern mit, ohne konkreter zu werden.

Mit dem Bebauungsplan soll Investoren jetzt ein Rahmen vorgegeben werden, innerhalb welchem sie ihre Neubauvorhaben planen können. Entwürfe dafür sollten städtebaulichen Ansprüchen gerecht werden, sagte der Amtsleiter, und auch Stadtrat Thomas Scherzberg (Linke) forderte, an dieser Stelle auf gute Architektur zu achten.

In der Beschlussvorlage, der die Stadträte im Bauausschuss einstimmig zustimmten, sind bereits mehrere konkrete Ziele für die Planungen formuliert: So soll in dem Bereich ein Mischgebiet mit Wohnungen und nichtstörendem Gewerbe - gemeint sind Firmen, die Nachbarn und Umwelt wenig belasten - ausgewiesen werden. Westlich der Schönherrstraße, das heißt direkt neben den Gaststätten in den Fachwerkgebäuden am Schloßberg, soll ein allgemeines Wohngebiet vorgesehen werden.

Neubauten in dem zwischen Schloßteich und Schloßberg gelegenen Gebiet sollen einen Übergang von der geschlossenen mehrgeschossigen Bebauung an der Müllerstraße und Nordstraße zur offenen Struktur am Fuße des Schloßbergs schaffen und dabei die Belange des Denkmalschutzes berücksichtigen und keine wichtigen Blickbeziehungen beeinträchtigen, lauten weitere Aufgabenstellungen an die Planer.

Außer dem Handel mit Kraftfahrzeugen soll der Bebauungsplan auch die Ansiedlung anderer größerer Einzelhandelsbetriebe in dem Bereich verhindern. Denn mit dem Plan solle zugleich das städtische Einzelhandels- und Zentrenkonzept umgesetzt werden, welches neue Supermärkte nur im Stadtzentrum, in ausgewiesenen sogenannten zentralen Versorgungsbereichen in den Stadtteilen oder in sogenannten "Suchräumen" erlaubt, in denen Nahversorger fehlen. Doch dazu gehört das Gebiet am Fuße des Schloßbergs nicht.

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