Raus aus dem Dornröschenschlaf

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75 Jahre "Freie Presse": Seit Jahren berichten wir über das einstige Frauengefängnis Hoheneck. Es ist optisch, historisch, politisch, finanziell eine Landmarke. Ein Rückblick.

Stollberg.

Als im Sommer 2013 hinter verschlossenen Türen - offiziell durfte davon niemand wissen, "Freie Presse" aber fand es heraus - die Stollberger Stadträte nach hitziger Debatte über die Beschlussvorlage 13/029 abstimmten, war das Ergebnis hauchdünn. Zehn dafür, acht dagegen. So stand fest: Die Stadt Stollberg kauft für 160.000 Euro das marode Gefängnisareal vom damaligen Besitzer Bernhard Freiberger, der keine Nutzung für die Immobilie auf die Beine stellen konnte - nur Ideen wie Hotellerie im Frauenknast.

Der Kauf war das eine. Doch was tun mit dem Bau? Abreißen? Heute ist das Areal der Beweis, das mehr ging - und geht. Mit groben zwölf Millionen Euro unterfüttert, davon etwa acht Zehntel Förderung, sind die Flügel und Nebengebäude mit Nutzungen belegt - entweder in der Realität oder auf Blaupausen der Planer: Wissensschau, Abora-Ausstellung, Gedenkstätte, Kindertheater Burattino, Schwimmbad, Jugend- und Begegnungszentrum. Offiziell steht alles unter der Dachmarke "Areal Stalburc Hoheneck". Über die Jahre ist viel passiert. Ein Höhepunkt: der Besuch des damaligen Bundespräsidenten Christian Wulff 2011, der sich für eine Gedenkstätte aussprach. Doch sollte der wegen politisch inhaftierter Frauen belastete Ort sich auch für andere Nutzungen öffnen - oder ausschließlich steinerne Mahnung sein? Dies wurde viele Jahre lang diskutiert, lähmte oft ein Weitermachen. Der Förderverein hat sich später zerstritten, im Stadtrat mahnte ein Teil immer hohe Folgekosten und geringe Einnahmen für die Stadt an. Doch all dies ist aus heutiger Sicht selten ein Makel, sondern ein teils schmerzhafter Prozesses, den richtigen Weg zu finden. Die Wende ist mehr als drei Jahrzehnte her, viele kennen die DDR nur noch vom Erzählen. Auf diese Generation zielt ein modernes Konzept für die Gedenkstätte ab, welches gerade erstellt wird. Ob das funktioniert? Es gibt noch viel zu tun auf Hoheneck. Die "Freie Presse" wird weiter berichten.

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