Rechtsextreme Partei bringt Nistkästen in Limbach an

Boxen zeigen das Logo der Gruppierung - Behörde: Vorgang ist nicht strafbar

Limbach-Oberfrohna.

Anhänger der rechtsextremen Partei "Der Dritte Weg" haben nach eigenem Bekunden in Limbach-Oberfrohna Nistkästen aufgehängt. Das erklärt die Gruppierung auf ihrer Internetseite, auf der auch mehrere Fotos veröffentlicht wurden. Ob es sich dabei tatsächlich um Limbach-Oberfrohna handelt, ist den Bildern nicht zu entnehmen. Wie es auf der Webseite heißt, sei die Nisthilfe für "heimische Vogelarten wie Star und Meise" gedacht. An der Vorderseite der Kästen ist das Emblem der Partei angebracht - eine römische Ziffer III, die von einem Eichenlaubkranz eingerahmt ist. Auf der Webseite heißt es dazu, "Mitglieder unseres Stützpunktes Westsachsen" hätten vor einigen Tagen einen Ausflug nach Limbach-Oberfrohna unternommen. Laut Verfassungsschutz gehören zum Stützpunkt Westsachsen die Städte Chemnitz und Zwickau sowie das jeweilige Umland.

Den veröffentlichten Fotos nach zu urteilen, auf dem auch ein Gewässer abgebildet ist, könnten die Nistkästen im Limbacher Teichgebiet aufgehängt worden sein. Die Stadtverwaltung Limbach-Oberfrohna teilt auf Anfrage mit, dass sie dazu noch keine Information erhalten habe. Auch der Naturschutzbehörde des Landkreises Zwickau, die sich um die Pflege der Teiche kümmert, war der Vorgang nach eigener Aussage noch nicht bekannt. Ehrenamtliche Naturschutzhelfer hätten sich in dieser Woche vor Ort auf die Suche nach den Nistkästen begeben, hätten bisher aber keine gefunden. Unabhängig davon sieht die Naturschutzbehörde keinen Handlungsbedarf. Nistkasten könnten Vögel Unterschlupf bieten, heißt es. Die Bemalung sei "für die Vogelarten ohne Bedeutung" und werde "sich durch die Witterung nach und nach auflösen", hieß es aus der Behörde. Obwohl auch andere Privatpersonen oder Schulklassen Nistkästen im Teichgebiet anbringen, sei ein Überangebot nicht zu befürchten.


Martin Döring vom Landesamt für Verfassungsschutz sagte der "Freien Presse", das Emblem der rechtsextremen Partei sei nicht verboten und dürfe in der Öffentlichkeit gezeigt werden. Das Vorgehen in Limbach-Oberfrohna ist offenbar kein Einzelfall: Laut Döring wurden im Rahmen einer Aktionswoche auch durch den sogenannten Stützpunkt Mittelsachsen der Partei Nistkästen angebracht. "Durch mehrere öffentlichkeitswirksame Aktivitäten sollen Handlungsbereitschaft und Präsenz vermittelt werden", so Döring. In der Partei "Der Dritte Weg" haben sich laut Verfassungsschutz zahlreiche "führende Mitglieder neonationalsozialistischer Strukturen" versammelt.

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