Rohbau steht - Diskussion über Eröffnungstermin für Turnhalle

In Wolkenburg ist Richtfest gefeiert worden. In wenigen Wochen soll das Dach dicht sein. Das Datum der Fertigstellung ist auch mit Blick auf eine Anlage nebenan wichtig.

Wolkenburg.

Kicken könnte man bereits. Würde man Nachwuchsfußballer in den Rohbau der Wolkenburger Turnhalle schicken und einen Ball geben, wüssten sie damit etwas anzufangen. Platz genug zum Spielen gibt es auf dem nackten, 440Quadratmeter großen Boden, nur einige Baugerüste an den Seiten würden beim Dribbling stören. Und sogar für Tore ist schon gesorgt: An der Stirnseite markieren drei Aussparungen in der Wand die Eingänge zu jenen Räumen, in denen später Geräte aufbewahrt werden sollen.

Doch noch ist Fußballspielen streng verboten, schließlich handelt es sich um eine Baustelle. Immerhin ist diese jetzt so weit vorangeschritten, dass am gestrigen Freitag Richtfest gefeiert wurde. Zimmermann Matthias Strobel verlas den Richtspruch und zerschmetterte sein Sektglas. Er hat mit seinen Kollegen in den vergangenen Tagen Dachbinder aus Leimholz auf dem Rohbau angebracht. Oberbürgermeister Jesko Vogel war es vorbehalten, den letzten Nagel im Dachstuhl zu versenken. Dazu brauchte er etwa 30Schläge. "Es war auch ein langer Nagel", sagte Strobel zur Einordnung.

Vogel fand bei einer kurzen Ansprache pathetische Worte: "Möge der Bau dem Ortsteil Wolkenburg Aufschwung verleihen." Seiner Ansicht nach soll die neue Sportanlage - der Sportplatz nebenan ist schon seit Sommer fertig - zu einem Ortsteilzentrum werden. Immerhin werden nicht nur der Fußball- und der Kegelverein, sondern auch die Kinder der benachbarten Kita Muldental die Sporthalle nutzen. Perspektivisch könnten auch Schüler hinzukommen - es gibt Bestrebungen, die frühere Grundschule zu reaktivieren.

Wo die Kegelbahn errichtet wird, ist schnell zu erkennen, wenn man im Untergeschoss des Rohbaus unterwegs ist. Sie nimmt auf der Seite zur Herrnsdorfer Straße hin fast die gesamte Länge des Gebäudes ein, das 38 Meter misst. Daneben ist ein Vereinsraum vorgesehen, in dem die Kegler auch einen Imbiss zu sich nehmen können. Im Untergeschoss werden außerdem Umkleide- und Sanitärräume angeordnet. Die entsprechenden Wände aus Kalksandstein-Quadern haben die Bauleute bereits eingezogen.

Die Turnhalle selbst befindet sich im Obergeschoss. Sie kann über ein Treppenhaus oder durch den Haupteingang direkt von der Straße aus erreicht werden - die Hanglage macht es möglich. Noch kann man von dort, wo später Bälle fliegen werden, in den Himmel schauen. Doch das soll sich schnell ändern. Nach Angaben von Architekt Wolfgang Stietzel sollte das Dach eigentlich schon fertig sein. Doch lange Lieferzeiten bei Betonelementen für die Fassade hätten zu einem Verzug von wenigen Wochen geführt. Bis Jahresende soll nun das Dach, das aus einer Tragschale aus Blech, Dämmmaterial und Dachpappe besteht, errichtet werden. Laut Stietzel wird das Dach auch beim Schallschutz eine wichtige Rolle spielen, damit der Lärmpegel nicht zu einer Belastung für die Sportler wird.

Noch im Dezember sollen die Fensterrahmen eingebaut werden, die Scheiben selbst folgen im Januar. Wann der Innenausbau beginnen kann, hängt von der Witterung sowie davon ab, ob eine Bauheizung aufgestellt wird. In letzterer Hinsicht müssten noch Gespräche mit der Stadtverwaltung stattfinden, da eine Heizung extra koste, erklärt Stietzel. "Wenn wir im Januar anfangen können, ist eine Eröffnung im August realistisch", sagt der Architekt. Darüber würden sich vor allem die Fußballer des FV Wolkenburg freuen, die dann pünktlich zu Beginn der Saison 2019/20 auf den neuen Sportplatz umziehen könnten, der bis dahin ungenutzt bleiben wird. Bislang ist das nicht möglich, weil die dafür nötigen Umkleideräume in der Turnhalle entstehen. OBVogel will den Bauleuten aber nicht zu viel Druck machen. "Zwischen August und November" solle die 3,2Millionen Euro teure Turnhalle fertig sein, sagt er. Es könnte also sein, dass die Fußballer die ersten Punktspiele der nächsten Saison noch auf dem alten Sportplatz bestreiten müssen, der wegen der Überschwemmungsgefahr aufgegeben wird.

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