Rückschlag für die Chemnitzer Clubszene

Eine Techno-Disko an der Blankenburgstraße schließt. Die Betreiber versprechen, sich mit neuen Ideen zurückzumelden.

Während die Stadt mit einer neuen Kulturstrategie auch für ein bunteres Nachtleben sorgen will, verabschiedet sich ein Club aus Chemnitz. Der N-Dorphin-Club an der Blankenburgstraße war zehn Jahre lang eine verlässliche Adresse für Freunde von Techno und Drum 'n' Bass. Doch jetzt sollen dort die Lichter ausgehen.

Auf der Facebook-Seite des Clubs ist zu lesen, dass "die heiligen Hallen Ende Januar 2019 ihre Pforten schließen". Am Samstag soll es eine erste Abschiedsparty geben. Die zweite und endgültige ist eine Woche später am 26. Januar geplant.

Der Club öffnete im September 2008 in zwei Speisesälen eines ehemaligen Plattenwerks. Betrieben wurde er von dem Verein "Human Traffic". Die Mitglieder wollten die Lücke schließen, die nach dem Ende der Clubs Äther, Voxxx und Achtermai entstanden war. Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig engagierte sich damals persönlich, dass der Verein ein geeignetes Domizil findet. Das war es auch. Das Gebäude ist gut schallgeschützt und die nächsten Wohnhäuser befinden sich in einiger Entfernung.

Der Verein engagierte sich auch über den Club hinaus für Jugend- Kultur. So wirkte er bei einem Festival auf dem Neumarkt mit, wo eine 50 Meter lange Fassade für Sprühkünstler zur Verfügung stand. Die hatten auch schon die Fassade des Clubs im Gewerbegebiet an der Blankenburgstraße verschönert.

Anfang 2011 schloss der Club schon einmal seine Türen. Von Insolvenz des Vereins war zu hören. Drei Monate später wagte eine neue Gruppe die Wiedereröffnung. Die neuen Betreiber waren Freunde, DJs und Party-Veranstalter. Im Oktober 2018 beteiligten sie sich noch an der "East-Parade" durch Chemnitz, bei der sich die Clubszene präsentierte.

Welche Gründe genau zur Schließung führen, teilen die Betreiber auf Facebook nicht mit. Eine Anfrage der "Freien Presse" zu den Hintergründen der Schließung blieb unbeantwortet. Auf Facebook ist zu lesen: "Wir nehmen uns jetzt erst mal gechillt Zeit für uns." In einem zweiten Satz machen die Clubbetreiber aber Hoffnung. Denn sie schreiben, dass sie sich bald mit neuen Projekten zurückmelden wollen. Bleibt abzuwarten, welche das sein werden.

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