Rund 350 junge Leute bei Demo für mehr Klimaschutz

Die Rettung der Erde treibt Schüler auch in Chemnitz um. Den Strom für ihre Tontechnik liefert ein Verbrennungsmotor - noch.

Zwei Grad über Null, grauer Himmel, aber alle reden von Erderwärmung und Klimawandel: Rund 350 Schüler, Azubis und Studenten sind Freitagnachmittag in Chemnitz für mehr Klimaschutz auf die Straße gegangen. Die Aktion ist Teil der internationalen Bewegung "Fridays for future", die auf eine Initiative der schwedischen Aktivistin Greta Thunberg(16) zurückgeht.

Viele der jungen Teilnehmer waren gemeinsam mit Freunden zu der Demo gekommen, andere mit ihren Eltern. Auf selbst gebastelten Plakaten hieß es, die Lage der Welt sei aussichtsloser als manches Mathe-Abitur oder dass die Welt schon deshalb gerettet werden müsse, weil sie der einzige Planet sei, auf dem es Döner zu kaufen gibt.

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Zur Auftaktkundgebung am Marx-Monument dann ernstere Töne. Mehrere Redner forderten einen raschen Ausstieg aus der Braunkohleverstromung, höhere Steuern auf klimaschädliche Technologien sowie einen Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs. Wenn international nicht rasch gehandelt werde, könnte es schon in zehn Jahren in unseren Breitengraden recht ungemütlich werden, warnten sie.

"Da bin ich gerade mal Mitte zwanzig", rechnete die 15-jährige Annalena Messig in der ersten Demo-Rede ihres Lebens am Mikro vor. Sie engagiert sich seit einigen Monaten intensiv für Umwelt- und Klimaschutz, arbeitet sich mitunter bis in den späten Abend hinein durch die doch recht komplexe Thematik. Ihre Eltern seien davon nicht immer begeistert, erzählt die Neuntklässlerin. Auch in ihrer Klasse und unter den Lehrern an der Oberschule gingen die Meinungen über die Schülerdemos auseinander. "Die meisten finden das aber gut", sagte sie.

Dass die Demo diesmal weitaus weniger Teilnehmer zählte als die erste im März, an der sich 2500 Menschen beteiligten, sei auch der weniger intensiven Werbung geschuldet, meint die Schülerin. Das aber werde sich zur nächsten "Fridays for future"-Aktion am 24. Mai wieder ändern. Bis dahin solle auch eine umweltverträglichere Alternative zu jenem Abgase ausstoßenden Aggregat gefunden werden, das bislang den Strom für die Tontechnik liefert.

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