Rußdorfer Musiker wird zum Festivalveranstalter

In der Region gibt es einige junge Bands. Doch das Publikum bekommt sie bisher selten auf der Bühne zu sehen. So kam ein 21-Jähriger auf eine Idee.

Rußdorf.

Wenn man den Stadtteil Rußdorf ins Englische übersetzt, kommt dabei das Wort Grimeville heraus. Auf die Idee für die Übersetzung kam Jan Ronneburger. Er ist Sänger einer fünfköpfigen Band und nun auch noch Veranstalter. Am 12. Oktober organisiert er das erste Musikfestival namens Grimeville, das im Jugendhaus Rußdorf stattfindet.

Jan Ronneburger ist 21 Jahre alt, studiert an der TU Chemnitz Soziologie und ist seit 2015 Mitglied in der Gruppe "Escape the Madness", zu der auch die Gitarristen Max Arnold und David Genge, Schlagzeuger Nico Steinert sowie Bassist Manuel Harzer gehören. Die junge Band ist in der Metal-Szene angesiedelt, wie viele Musikgruppen hier in der Region, weiß Ronneburger. Das Problem: Es gibt kaum Bühnen für Newcomer-Bands. "Viele Klubs haben in den letzten Jahren geschlossen", erzählt der junge Mann. Doch der Wunsch, vor Publikum zu spielen, sei bei fast allen Formationen da. Deswegen kam dem Student die Idee mit dem Festival. "Es wäre schön, wenn daraus eine Reihe wird, in der junge Bands aus der Umgebung die Möglichkeit für Auftritte haben", sagt er. Im Jugendhaus Rußdorf hat Jan Ronneburger mit seiner Idee sofort Zuspruch gefunden. "Wir wollen handgemachte Musik fördern", sagt Leiterin Ines Hertrampf. Vor zwei Jahren habe es mit "Gates of Metal" bereits ein ähnliches Festival im Jugendhaus gegeben. Das wurde dreimal veranstaltet, dann sei einer der beiden Organisatoren für eine Ausbildung in den Schwarzwald gezogen. "Diese Konzerte sind ganz gut gelaufen", so Hertrampf. Mit einer Sicherheit vorausplanen könne man bei derartigen Projekten allerdings nie, fügt sie hinzu. Als Ronneburger im sozialen Netzwerk Facebook einen Aufruf startete, wer denn bei der Premiere am 12. Oktober dabei sein möchte, sei die Resonanz riesig gewesen, so Ronneburger. Neben seiner eigenen Band werden "Myra" und "Letters Send" aus Leipzig sowie "Abords once arround" aus Halle beim ersten Grimeville-Festival auftreten.

Doch ein Festival kostet immer auch Geld. "Die Kosten sind immens", so der 21-Jährige. Allein die Bühnentechnik und die Gage für die Gruppen würden in die tausende Euro gehen. Jan Ronneburger informierte sich daher über eine öffentliche Finanzspritze für sein Festival-projekt und hatte Glück. 1000 Euro bekommt er über einen Jugendfonds aus dem Bundesprogramm "Demokratie leben" des Sächsischen Familienministeriums. Da diese aber nur einen Teil der Kosten abdecken, muss er einen Eintritt beim Festival verlangen - der liegt bei 8 Euro. "Ich hoffe, es kommen so viele Besucher, dass wir von dem Eintrittsgeld ein kleines Polster für dass nächste Festival anlegen können", so Ronneburger. Denn sein Wunsch ist es, das Grimeville zweimal jährlich, im Frühjahr und im Herbst, zu veranstalten. Dann vielleicht auch einmal außerhalb der Metal-Richtung. Zwar sei Ronneburger durch seine eigene Band tief in der Szene verwurzelt und hat dort die meisten Kontakte. "Ich könnte mir aber auch vorstellen, ein Festival in der Rock-Richtung zu veranstalten", sagt er.

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