Sachsenring: Lärmgegner sammeln weiter Geld

Das Ende der Coronapause macht sich auch auf der Rennstrecke bemerkbar. Die Bürgerinitiative will den Streit mit dem Verkehrssicherheitszentrum mithilfe von Spenden vor Gericht bringen.

Hohenstein-Ernstthal.

Die Spendenaktion der Bürgerinitiative gegen den Dauerlärm am Sachsenring wird fortgesetzt. Das hat Martin Hartzendorf, der Sprecher der Initiative, der "Freien Presse" mitgeteilt. "Es gilt auch weiterhin der Grundsatz: Die Gesundheit der Anwohner ist über die wirtschaftlichen Interessen einzelner Unternehmen zu stellen", sagt Hartzendorf.

Der Betrieb auf dem Verkehrssicherheitszentrum (VSZ) am Sachsenring ist zum Leidwesen vieler Anwohner nach einer coronabedingten Unterbrechung wieder in vollem Gange. Mit der Spendenaktion sammelt die Bürgerinitiative Geld, um einen Rechtsbeistand zu finanzieren, heißt es in der Erklärung von Martin Hartzendorf weiter. Laut dem Sprecher der Bürgerinitiative habe die Landesdirektion Unterlagen zur Verfügung gestellt, aus denen hervorgehe, dass jetzt innerhalb von sechs Wochen an mindestens 25 Tagen erheblicher Lärm durch den Betrieb auf dem Gelände des VSZ verursacht worden sei. Die schlimmen Lärmbelästigungen der vergangenen Jahre seien längst wieder erreicht.

Vertreter des Petitionsausschusses des Landtages hatten sich bei einem Vor-Ort-Termin ein Bild gemacht. Daraufhin schlug der Landtagsabgeordnete Frank Richter einen Runden Tisch vor. Er ergriff in einer Stellungnahme Partei für die Anwohner. Allerdings geht die Bürgerinitiative nicht davon aus, dass es in absehbarer Zeit zu einer Verbesserung beziehungsweise zu einer Lärmreduktion kommt. Hartzendorf: "Die Bundesratsinitiative zur Reduzierung des Motorradlärms, die Vereinbarungen im sächsischen Koalitionsvertrag zur Verringerung der Lärmbelästigung im Allgemeinen - dies alles ist offenbar in den Amtsstuben noch nicht angekommen." Eine Begrenzung der Emissionen auf 80 Dezibel für Autos und Motorräder bei Privatrennen auf dem Sachsenring und Fahrverbote für die Tage vor und an Wochenenden stünde damit nicht in Aussicht. Die Bürgerinitiative will nun die Genehmigungs- und Überwachungspraxis der Landesdirektion von einem Gericht prüfen lassen. An der Spendenaktion hätten sich bereits zahlreiche Bürger beteiligt. (erki)

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