Sachsens neue Lesekönigin kommt aus Chemnitz

Zwölfjährige überzeugt Jury und reist zum Bundesfinale in Berlin

Lydia Gruner vom Karl-Schmidt-Rottluff-Gymnasium ist Sachsens Lesekönigin. Die Sechstklässlerin setzte sich im Finale des Landesvorlesewettbewerbs in Naunhof bei Leipzig gegen Lysander Anton von der Internationalen Schule Niederwürschnitz sowie gegen vier weitere Kandidaten durch. Die Zwölfjährige wird damit Sachsen am 26. Juni beim Bundesfinale in Berlin vertreten.

"Ich wusste, dass meine Stärken im Lesen eines Fremdtextes liegen, und dort habe ich alles reingeworfen, was ich hatte", so die überglückliche Siegerin. Sie hatte im ersten Teil der Veranstaltung Auszüge unter anderem aus Sabine Zetts Buch "Mein Leben voll daneben" vor einer fachkompetenten Jury mit Vertretern des Deutschen Bibliotheksverbandes Sachsen und der Verlagsbranche vorgelesen.


"Lydia ist eine absolute Leseratte und eine regelmäßige Besucherin der Schulbibliothek", sagte ihre Mutter Christina Gruner. Dass ihre Tochter das Landesfinale gewinnt, davon aber habe sie kaum zu träumen gewagt. Auch Großvater Ulrich Wießner, der mit seiner Frau Barbara ebenfalls mit in den Süden Leipzigs gereist war, ist stolz auf seine Enkelin. "Eine wenig hat sie das auch von mir", sagte der 69-jährige Niederwiesaer augenzwinkernd, der unter anderem Song-Texte und solche für Laienspielgruppen schreibt.

Der Lesewettbewerb findet in diesem Jahr bereits zum 60. Mal statt. Bei seiner Premiere 1959 soll kein Geringerer als Erich Kästner in der Jury gesessen haben. Sachsens Kultur-Staatssekretär Herbert Wolff schätzte sich nach eigenem Bekunden glücklich, nicht die knifflige Aufgabe übertragen bekommen zu haben, über die Kür der Königin oder des Königs mitentscheiden zu müssen. "Ihr seid die Besten, es gibt heute keinen Gewinner", sagte er in Naunhof zu den sechs Finalisten.

Die Teilnehmer der sächsischen Endrunde hatten sich zuvor auf Klassen-, Schul-, Stadt- und Bezirksebene durchgesetzt. Nach den gehörten Leseleistungen sei ihr "nicht bange um die Zukunft des Lesens", sagte Jurymitglied Christa Winkelmann, die ehemalige Chefin des Verlags für die Frau.

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