Sächsische Feuerwehren warnen: Private Spenden-Transporte in Hochwassergebiet kontraproduktiv

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Chemnitzer Einsatzkräfte bereiten sich auf die Unterstützung betroffener Regionen im Westen vor. Zugleich raten sie und ihre Kollegen im Erzgebirge dringend von eigenmächtigen Aktionen ab.

Die Chemnitzer Feuerwehren warnen vor unkoordinierten Spendentransporten in die von Hochwasser und Überflutungen betroffenen Gebiete in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Privatpersonen sollten nicht ohne Anforderung in das Katastrophengebiet fahren, heißt es in einer vom Stadtfeuerwehrverband verbreiteten Erklärung. "Ihre Hilfsbereitschaft ist lobenswert, aber unkoordinierte Hilfe bei einem solchen Schadensereignis ist eher kontraproduktiv." Auch das Deutsche Rote Kreuz habe darauf hingewiesen, dass eine Koordination von Sachspenden derzeit schwer möglich sei. Stattdessen werde um Geldspenden gebeten.

"Unkoordinierte Hilfe belastet die Stellen vor Ort nur mehr", warnt auch der Kreisfeuerwehrverband des Erzgebirgskreises. "Da sind zum Beispiel plötzlich Menschen im Gefahrengebiet, die da gar nicht hingehören und ggf. ebenfalls evakuiert werden müssen." Nichts sei schlimmer, als Aktionen an den Katastrophenschutzstäben und Verwaltungsstäben der Landkreise und Bundesländer vorbei zu organisieren.

Auch Hilfsplattformen von vor Ort warnen vor weiteren Spenden. "Wir in Hagen werden überrollt mit Hilfsgüter. Die Menge wird gar nicht benötigt und schafft nun selber ein Problem", heißt es beispielsweise auf der Plattform Foodsharing.

Unterdessen bereiten sich Chemnitzer Einheiten auf einen möglichen Einsatz im Westen Deutschlands vor. Die Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr, der freiwilligen Feuerwehren und die ehrenamtlichen Mitarbeiter der in Chemnitz stationierten Medizinischen Task Force des Bundes stehen laut Feuerwehrverband in den Startlöchern und warten auf grünes Licht.

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