Schau zeigt Bademode aus Limbach-Oberfrohna

Wie man sich früher am Strand anzog, ist im Esche-Museum zu sehen. Zur Ausstellung gehört auch ein Film mit historischen Szenen aus Rußdorf.

Limbach-Oberfrohna.

Farbenfroh und sommerlich geht es derzeit im Esche-Museum in Limbach-Oberfrohna zu. Passend zur Jahreszeit zeigt eine Sonderausstellung Bademode und Accessoires, die für einen Tag am Strand oder anderswo im Freien gebraucht werden: Badeanzüge, Bikinis und Badehosen, Bademäntel, Strandkleider, kurze Röcke und Oberteile, Sonnenbrillen, Badekappen und Picknickzubehör.

Die Ausstellung "Sommermaschen", die bis zum 23. September läuft, thematisiert gestrickte und gewirkte Textilien speziell aus den 1960er- und 1970er-Jahren. Ausgestellt sind Bademoden und Sommerbekleidung aus Stoffen, die vorwiegend in der Region Limbach-Oberfrohna und dem restlichen Westsachsen gefertigt wurden. So entdeckt der Besucher beispielsweise großrundgestrickte Badehosen vom VEB Badebekleidung Seeadler aus Leukersdorf, Sporett-Badehosen vom VEB Strickwaren Oberlungwitz oder Nähgewirke-Röcke aus Malimo-Textilien. Die Maschinen des Esche-Museums veranschaulichen die Herstellung sommerlicher Maschenwaren.

In der Ausstellung zu sehen sind außerdem Ausschnitte aus dem Film "Limbach-Oberfrohna - eine Stadt", der 1983 aus Anlass des Verleihung des Stadtrechts an Limbach 100 Jahre zuvor produziert wurde. Er zeigt Szenen der Freibadkultur aus dem Sonnenbad in Rußdorf. Interessantes zur Historie der Bademode im Allgemeinen erfährt der Besucher auf Schautafeln. So sei erste Badebekleidung, wie Badekittel oder -laken, bereits im Mittelalter erwähnt worden. Den Durchbruch der ersten Schwimmanzüge gab es schließlich Mitte des 19. Jahrhunderts. Der Bikini feierte seinen Siegeszug erst ab 1946, als ihn der Franzose Louis Réard auf einer Pariser Modenschau als "kleiner als der kleinste Badeanzug der Welt" vorstellte, wie das Limbacher Museum auf einer Schautafel informiert.

Zu den Leihgebern der Ausstellung gehören neben dem Industriemuseum Chemnitz, dem Textil- und Rennsportmuseum Hohenstein-Ernstthal und der Sächsischen Landesbibliothek Dresden auch Privatpersonen. Unter ihnen ist Jürgen Kraft von der Insel Usedom. Er ist seit 25 Jahren passionierter Sammler von Dingen rund um Bademode und hat damit deutschlandweite Bekanntheit erlangt. Seine Intention bestehe darin, die Bademode für die Nachwelt zu erhalten und eines Tages vielleicht sogar in den Kaiserbädern der Insel Usedom ein Bademuseum zu eröffnen, sagt Jürgen Kraft.

Die Ausstellung "Sommermaschen - Bademoden und mehr" ist bis zum 23. September täglich außer montags von 13 bis 17Uhr im Esche-Museum, Sachsenstraße 3, zu sehen. Am 12. August sowie am 9.und 22. September finden jeweils um 14Uhr Führungen durch die Dauer- und Sonderausstellung statt.

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