Schildkröte lebt jetzt im Tierheim

Das Reptil, das vor rund zwei Wochen in Callenberg gesichtet wurde, darf in Vielau noch nicht zu seinen Artgenossen. Dafür hat es aber schon einen Namen.

Callenberg/Zwickau.

Claudia Ruf hat ihre Ankündigung wahr gemacht. Als vor rund zwei Wochen eine herrenlose Rotwangen-Schmuckschildkröte im Gebiet "Callenberg Nord II" gesichtet wurde, hatte die Chefin des Tierheims Vielau gesagt: "Wenn jemand vom Amt sie einfängt, nehme ich sie im Tierheim auf."

Und so ist es nun gekommen. Die untere Naturschutzbehörde des Landkreises Zwickau hatte, kurz nachdem "Freie Presse"-Fotograf Andreas Kretschel das Tier im Naturschutzgebiet ablichtete, bekanntgegeben, es einfangen zu wollen. Tatsächlich haben nun Mitarbeiter der Behörde das Reptil zu fassen bekommen und es nach Rücksprache mit dem Tierheim dort abgeliefert, wie Ruf berichtet. "Soweit wir es bis jetzt beurteilen können, ist das Tier gesund", sagt die Frau, die zugleich Vorsitzende des Tierschutzvereins Zwickau und Umgebung ist. Allerdings litten Schildkröten nicht selten an Erkrankungen, die zum Beispiel durch falsche Tierhaltung entstehen, aber nicht mit bloßem Auge sichtbar sind. Erkrankungen der Nieren und der Leber zählen dazu. "Das Reptil wird jetzt erst einmal gründlich untersucht", so Ruf.

Bis alle Tests abgeschlossen sind, müsse es in Quarantäne leben. Wenn dann das Okay von veterinärmedizinischer Seite komme, dürfe es mit den anderen 14 Schildkröten des Tierheims zusammen in ein Gehege. "Das wird vermutlich in etwa einem Monat der Fall sein, wenn unser neuer Teich für die Schildkröten fertig gebaut ist", sagt die Tierheimchefin.

Immerhin, einen Namen hat die Findel-Schildkröte nun schon bekommen. Die Tierheim-Mitarbeiter haben sich auf Ricarda geeinigt. "Weil das Ihr Vorname ist", sagt Ruf zu der Reporterin der "Freien Presse", "und Sie haben ja die Geschichte für die Zeitung geschrieben, als die Schildkröte in Callenberg entdeckt wurde." Im Rennen um den schönsten Vornamen war auch der einer Mitarbeiterin der unteren Naturschutzbehörde. "Aber so heißt schon eine Mitarbeiterin bei uns", begründet Ruf die Wahl.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...