Schlagloch-Ärger: Anwohner unzufrieden mit Rathaus

Die Stadtverwaltung will Straßenschäden erst beseitigen, wenn sie akut sind. Dabei gäbe es ein preiswerteres Verfahren, finden Glösaer.

Glösa.

Warum werden Straßenschäden nicht schon repariert, solange sie noch klein sind? Das hatte "Freie-Presse"-Leser Jürgen Nestler aus Glösa kürzlich gefragt und auf Risse und Schlaglöcher in der Schmidt-Rottluff-Straße und angrenzenden Straßen verwiesen. Jetzt ließen sich diese noch mit geringerem Aufwand verschließen als im nächsten Frühjahr, wenn sie durch Wassereintritt und anschließenden Frost voraussichtlich größer sein werden, schätzt der Anwohner.

Doch die Stadtverwaltung hatte erklärt, dass sich die Reihenfolge der Beseitigung von Fahrbahnschäden nach einer Prioritätenliste richte, die vom Gefahrenpotenzial bestimmt wird, das von den Schäden ausgeht. Und dies sei bei den Rissen und Schlaglöchern in Glösa noch gering.

Diese Antwort stieß bei mehreren "Freie-Presse"-Lesern auf Unverständnis. "Die Ansicht der Stadtverwaltung, Schäden erst zu reparieren, wenn sie eine Gefahr darstellen, ist doch irgendwie seltsam", schrieb beispielsweise Matthias Mette, der ebenfalls in Glösa wohnt, an die Redaktion und stimmte der Ansicht von Jürgen Nestler zu. "Wieso wird nicht vorbeugend und damit nutzungsverlängernd und kostensparend instand gesetzt?", fragte er und erinnerte an ein Verfahren, das schon zu DDR-Zeiten regelmäßig eingesetzt worden sei: Asphaltstraßen wurden nach einigen Jahren mit einer sogenannten Bitumen-Emulsion beschichtet und anschließend mit Splitt behandelt. "Dies diente der Sanierung von allen Asphaltstraßen mit größeren Rissen und Ausmagerungen, um diese zu versiegeln und abzudichten", so Mette. Das Verfahren sei kostengünstig, man könne die Nutzungsdauer von Straßen um Jahre verlängern, es verbessere die Griffigkeit, vermindere die Glatteisbildung und vor allem würden Risse überbrückt.

Bei Recherchen im Internet hat der Glösaer festgestellt, dass derartige Verfahren bis heute auch in alten Bundesländern angewandt und als preiswert geschätzt werden. "Warum wird es in Chemnitz nicht eingesetzt?", fragt er.

Die Stadtverwaltung erklärt dazu auf Anfrage, das beschriebene Verfahren könne grundsätzlich auch weiterhin in Chemnitz eingesetzt werden. Allerdings habe es zuletzt -offenbar auch in Folge hoher Sommertemperaturen - Qualitätsprobleme bei der Ausführung gegeben. Sogenannte Bitumennester seien aufgetreten und hätten selbst durch mehrmaliges Nachsplitten nicht verhindert werden können. Nach den Erfahrungen der beiden jüngsten heißen Sommer sei das Verfahren daher nicht mehr ausgeschrieben worden. Die Probleme seien inzwischen ein Thema für Forscher. Sollten die Risiken verringert werden können, werde das Verfahren auch in Chemnitz wieder eingesetzt.

1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 2
    0
    manneth
    15.12.2019

    Das ist doch kein Schlagloch!
    Außerdem fahren die meisten Leute sowieso einen SUV oder Geländewagen und dafür sind solche kleinen Geländeunebenheiten richtig günstig! Denn im Gelände oder Abseits der Öffentlichen Straßen dürfen die ja nicht fahren!
    Die restlichen Autofahrer trifft es natürlich hart, aber immer schön langsam fahren, das spart Sprit und man kann die Unebenheiten umfahren!!
    Also bitte gebt den SUV-und Geländewagen eine Chance und belasst die Schlaglöcher, die Fahrer dieser KFZ Gruppe ist dafür sehr dankbar!!



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