Schloss Wolkenburg dient Künstler als Oase

Ein früherer Lehrer fühlt sich im historischen Ensemble wohl. Nun gestaltet er vor Ort eine Ausstellung. Die Werke zeigen Landschaften und einen bekannten Musiker.

Wolkenburg.

Farbenfroh und leuchtend erscheinen derzeit die Ausstellungsräume auf Schloss Wolkenburg. Um die 60 Arbeiten des Hobbykünstlers Volker Bokum zieren die Wände. Die Schau trägt den Titel "Zwischen gestern und heute" und zeigt damit einen Querschnitt aus mehreren Jahrzehnten künstlerischen Schaffens, von Mitte der 1970er-Jahre bis ins Jetzt. Acrylbilder, Mischtechniken, Drucke, Holzrisse, Collagen, Kratztechniken, Kaltnadelradierungen - Volker Bokum hat sich in allen möglichen Techniken ausprobiert. "Experimente reizen mich", sagt der 66-Jährige, der sich bei mehreren Künstlern weiterbildete. Wer genau hinschaut, erkennt in seinen Werken Einflüsse von Expressionisten wie Karl Schmidt-Rottluff und Max Pechstein.

Die Malerei nimmt im Leben des Limbach-Oberfrohnaers schon seit frühester Kindheit einen wichtigen Platz ein. Bereits in der ersten Klasse habe er eine Arbeitsgemeinschaft für Kunst in der Grundschule besucht, erzählt er. Nach dem Abitur folgte ein Lehramtsstudium für Kunst und Geschichte in Leipzig. Bis zu seiner Rente war Volker Bokum als Lehrer an der Pestalozzi-Oberschule tätig. Doch ein Alltag ohne eine Aufgabe, das ist nichts für den Kreativen. "Ich muss immer etwas zu tun haben", sagt er und lacht.

Schauplatz für sein künstlerisches Schaffen ist meist das Arbeitszimmer in Volker Bokums Wohnung, die nach eigenen Worten wegen der Kunstwerke mittlerweile aus allen Nähten platzt. Dabei malt der Hobbykünstler nicht den ganzen Tag, sondern nach Lust und Laune. Aber wenn, braucht er absolute Ruhe. "Ich möchte dann drei bis vier Stunden nicht gestört werden", erklärt er. Volker Bokums Themen, die er künstlerisch umsetzt, sind vorwiegend die Natur und Landschaften. Die Natur und ihre Erscheinungen seien für den Menschen die besten Lehrer, sagt Bokum. So entdeckt der Besucher der Ausstellung in Wolkenburg zum Beispiel "Blaue Berge" in Füssen im Allgäu, eine Felsenkirche in Idar-Oberstein (Rheinland-Pfalz) oder Impressionen vom Meer, aus Italien oder dem bayerischen Murnau. Aber auch das Schloss Wolkenburg und der dazugehörige Park sind als Acryl-Arbeiten zu sehen. Das Gelände sei ohnehin etwas ganz Besonderes für ihn, sagt Volker Bokum. "Wenn ich hier bin, geht es mir gut. Es ist wie eine Art Oase. Hier ums Schloss herum hab ich mich schon immer sehr wohlgefühlt", erzählt er.

Neben Landschaften kann der Betrachter im Schloss auch Menschen auf den Kunstwerken entdecken, zum Beispiel den Stargeiger David Garrett. Die Mischung aus Talent und Fleiß, die der Musiker innehat, beeindruckt Volker Bokum. "Ich mag seine Dynamik und versuche sie im Bild festzuhalten", sagt er. In einer bunten Collage ist das Gesicht Garretts in leidenschaftlicher Pose zu erkennen. Eine weitere Collage zeigt ein Kinderfoto von Volker Bokums Sohn, der heute Mitte 30 ist. Das Kunstwerk entstand 2013 und diente dazu, Emotionen zu verarbeiten. Die Kunst ist für Volker Bokum seit jeher ein Mittel, seine Gefühle zu verbildlichen: "Wenn ich ganz unten bin, muss ich malen. Aber auch wenn ich glücklich bin, muss ich es tun."

Die Ausstellung "Zwischen Gestern und Heute" ist noch bis zum 10. November im Schloss Wolkenburg zu sehen. Geöffnet ist dienstags bis sonntags von 14 bis 17 Uhr. Am Sonntag, 13. Oktober, findet um 14.30 Uhr eine Führung mit dem Künstler statt.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...