Schmidt-Rottluff-Mühle: Verein startet Spenden-Projekt

Im Elternhaus des Expressionisten beginnt die Sanierung der Technik. Für andere wichtige Anlagen fehlt aber zurzeit noch das Geld.

Petra Wagner (links) von der Mühlenbaufirma Schumann aus Mulda und Fördervereinsvorsitzende Brigitte Pfüller an einem der Walzenstühle in der Rottluffer Mühle.

Für Sie berichtet: Michael Brandenburg

Die Sanierung der Mühle, in der der in Rottluff geborene Maler, Grafiker und Plastiker Karl Schmidt-Rottluff (1884-1976) seine Kindheit verbrachte, geht weiter. Als nächstes soll die historische Mühlentechnik gereinigt und zum Teil wieder in Gang gebracht werden, teilte der Förderverein Karl Schmidt-Rottluff, der die Mühle betreut, am Dienstag mit. Dafür stehen 140.000 Euro aus einem Denkmal-Sonderprogramm des Bundes zur Verfügung.

"Wir möchten einen der vier Walzenstühle der Mühle wieder zum Laufen bringen und die anderen original erhalten", sagte Vereinsvorsitzende Brigitte Pfüller. Mit den Arbeiten betraut wurde die Firma Mühlenbau-Metallbau Gottfried Schumann aus Mulda, die viel Erfahrung mit der Reparatur und Sanierung historischer Mühlen in ganz Sachsen und darüber hinaus hat. Fehlende oder irreparabel beschädigte Teile der über vier Stockwerke reichenden Technik sollen in Mulda neu angefertigt werden. Zudem müssten die Förderschnecken gesäubert werden, in denen noch Getreide- und Mehlreste aus der 1970 beendeten Betriebszeit der Mühle stecken.

Der 2014 gegründete Förderverein möchte das denkmalgeschützte Mühlengebäude und das benachbarte Landhaus der Eltern des Künstlers in Zusammenarbeit mit den städtischen Kunstsammlungen zu einem Begegnungs- und Veranstaltungsensemble für Kultur, Wirtschaft und Bildung entwickeln. "Wir wollen hier Gäste aus aller Welt empfangen", sagte Brigitte Pfüller. Vorstellbar seien beispielsweise Führungen durch das Kunstmuseum am Theaterplatz mit anschließendem Besuch der Motive von Karl Schmidt-Rottluff in dem Stadtteil, dessen Namen er seinem hinzufügte. Als Gästeführer könnten dabei auch Schüler des Karl-Schmidt-Rottluff-Gymnasiums mitwirken.

Seit 2017 hat der Förderverein das Mühlengebäude von der Stadt Chemnitz gepachtet, der auch das Landhaus gehört. Das Mühlengebäude wurde 2009/10 im Auftrag der Stadt für rund 540.000 Euro trockengelegt und seine Fassade saniert. Der Förderverein hat in diesem Frühjahr für rund 50.000 Euro neue Strom-, Gas-, und Wasserleitungen zum Haus verlegen lassen. 20.000 Euro steuerte die Stadt dazu bei, den Rest übernahmen Spender.

Auf private Unterstützer aus Chemnitz und aller Welt hofft der Verein auch für sein nächstes Vorhaben - das Verlegen von Elektro- leitungen, den Einbau neuer Toiletten und Fußböden im Mühlengebäude. Mindestens 20.000 Euro dafür sollen über ein Crowdfunding-Projekt gesammelt werden, das am Dienstag in Zusammenarbeit mit der Volksbank Chemnitz gestartet wurde. Als erste Voraussetzung für einen Erfolg dieses Projektes müssen ihm 100 Befürworter im Internet ihre Stimme geben. Ist diese Bedingung erfüllt, beginnt das Geldsammeln, wobei die Volksbank für jeden gespendeten Euro weitere 25 Cent dazulegt.

Die Wiederbelebung des Elternhauses von Karl Schmidt-Rottluff, dem weltbekannten Expressionisten, sei ein wichtiges und unterstützenswertes Vorhaben für Chemnitz, begründete Volksbank-Vorstandsvorsitzender Gunnar Bertram das Engagement. Es sei das insgesamt 30. und bisher größte Crowdfunding-Projekt der Bank seit Mai 2017. Insgesamt 210.000 Euro für gemeinnützige Projekte wurden laut Bertram in dieser Zeit eingesammelt. Unterstützer der Rottluffer Mühle sollen als Dankeschön zu Schmidt-Rottluff-Führungen eingeladen werden oder, falls bis Ende Juni 2019 keine 20.000 Euro zusammenkommen, ihr Geld zurück erhalten.

Mehr Informationen im Internet unter www.viele-schaffen-mehr.de/elternhaus-schmidt-rottluff

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