Schon Monate vor Fertigstellung: Ansturm auf neue Kita-Plätze

Mehrere Einrichtungen sollen noch in diesem Jahr in Betrieb gehen. Sie bringen Entlastung, doch längst nicht allen Eltern ist damit geholfen.

Der Bau einer neuen Kindertagesstätte ist in Zeiten wachsender Geburten- und Einwohnerzahlen eigentlich nichts Außergewöhnliches. Dessen pünktliche Fertigstellung ohne zwischenzeitliche Ausgabenexplosion allerdings schon - angesichts stark steigender Baupreise. Insofern stellt die neue Kindertagesstätte des Studentenwerks am Rande des Uni-Campus an der Reichenhainer Straße gleich in doppelter Hinsicht etwas Besonderes dar: Die erste Einrichtung dieser Art des Studentenwerks wird aller Voraussicht nach pünktlich im Frühjahr fertiggestellt sein und dank vorab vereinbartem Festpreis mit 2,7 Millionen Euro nicht mehr kosten als geplant.

Ab Juli sollen in dem Neubau unweit des Parkhauses am Pegasus-Center je 50 Krippen- und Kindergartenkinder betreut werden. Das Interesse an den Plätzen ist enorm. Innerhalb der ersten Stunden nach Freischaltung der Anmeldefunktion auf dem Kita-Portal der Stadtverwaltung seien gestern bereits rund 30Anmeldungen eingegangen, heißt es. Das Studentenwerk Chemnitz-Zwickau vergibt die Plätze zunächst an Kinder von Studierenden, erläutert ein Sprecher. Danach folgen Kinder von Mitarbeitern der Hochschule und des Studentenwerkes, anschließend alle weiteren Interessenten. 15 Plätze sind für die Fraunhofer-Institute vorgesehen.


"Wir haben schon seit Wochen immer wieder Anfragen von Eltern erhalten, die sich für einen Platz in der Kita interessieren", schildert Manja Buze, die zuständige Sachgebietsleiterin. Auch gestern klingelte ihr Telefon immer wieder. "Wir haben ganz bewusst vorab keinerlei Warteliste geführt. Wir wollten, dass es fair zugeht und alle Interessierten die gleiche Chance haben."

Der Andrang kommt nicht von ungefähr. Kita-Plätze sind knapp in der Stadt, die Anzahl der Kinder in der relevanten Altersgruppe ist in den zurückliegenden Jahren deutlich gestiegen. Anhaltend hohe Geburtenzahlen, die gute Arbeitsmarktlage, der Zuzug von Familien mit Kindern und von Migranten haben den Bedarf an Betreuungsplätzen deutlich wachsen lassen. Bis Ende 2020 sollen daher zehn neue Kindergärten im Stadtgebiet entstehen.

Doch zuletzt gab es immer wieder Rückschläge und Verzögerungen. Ein freier Träger musste sich sogar ganz von seinen Plänen verabschieden, weil die Kosten über den Kopf wuchsen. Die Stadt sprang ein, baut vielfach selbst. Zwei der neuen Einrichtungen sollen nach nur einem halben Jahr Bauzeit bereits im September bezugsfertig sein: eine Kinderkrippe mit 100 Plätzen am Rande des Stadtzentrums (Rembrandtstraße) und eine Kindertagesstätte mit 30 Krippen- und 70Kindergartenplätzen in Glösa, einem zuletzt an Einwohnern deutlich gewachsenen Stadtteil. Abgesehen von kleineren Verzögerungen durch die jüngsten Frosttage lägen die Arbeiten gut im Plan, sagt Falk Reinhardt, der Leiter des Gebäudemanagements der Stadt.

Unterdessen werden im Studentenwerk bereits Bewerbungen künftiger Kita-Mitarbeiter ausgewertet. Die Leitung soll schon im Mai ihre Arbeit aufnehmen, sagt Sachgebietsleiterin Manja Buze. Personalsorgen zeichneten sich nicht ab. "Im Gegenteil: Wir waren positiv überrascht, wie viele Bewerbungen eingegangen sind."

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...