Schulessen: Rathaus unterstützt Anbieter

Unternehmen erhalten 1 Euro pro Portion - weiter eingeschränkte Belieferung

Caterer, die Kitas und Schulen der Stadt mit Essen versorgen, bekommen eine finanzielle Unterstützung von der Stadt. Der Stadtrat stimmte in seiner Sitzung am Mittwoch einem entsprechenden Beschlussantrag der Fraktion Die Linke/Die Partei mit knapper Mehrheit (29 Ja-, 24 Nein-Stimmen) zu. Demnach erhalten die Unternehmen einen Euro pro ausgelieferter Mahlzeit. Die Hilfe ist bis Schuljahresende befristet.

Die Caterer hatten sich Ende Mai mit einem offenen Brief an Stadträte und Stadtverwaltung gewandt und von großen Problemen aufgrund der Coronakrise berichtet. So habe es in der Zeit, als viele Einrichtungen aufgrund der Coronaregeln nur im Notbetrieb waren, kaum Essensbestellungen gegeben, berichtete das Unternehmen Co-Werk. Nach der Wiedereröffnung der Bildungsstätten habe sich die Anzahl der Kinder und Jugendlichen, die die Essensversorgung in Anspruch nehmen, nur in Kitas und Grundschulen merklich erhöht. In weiterführenden Schulen gebe es aufgrund von Schichtmodellen nur wenige Mädchen und Jungen, die Mittagessen buchten. Die Auslastung sei deswegen massiv gesunken, sagte Co-Werk-Geschäftsführer Dirk Glowka. Zugleich seien die Kosten gleich geblieben oder sogar gestiegen, weil aufgrund der Hygieneregeln mehr Personal gebraucht werde. Co-Werk hatte deswegen Anfang Juni Essenslieferungen an Gymnasien und Oberschulen eingestellt. Die Kinder und Jugendlichen können mit ihren Essenskarten stattdessen in einer der Co-Werk-Kantinen speisen. Andere Caterer bestätigten die Probleme gegenüber "Freie Presse".

Die Stadt hatte eine Unterstützung in Höhe von einem Euro pro Mahlzeit an die Caterer gezahlt. Diese Hilfe lief aber Anfang Mai aus. Mit dem neuen Beschluss wird sie wieder aufgenommen. Das Rathaus rechnet mit Kosten in Höhe von 80.000 Euro. Co-Werk-Geschäftsführer Glowka begrüßt die Entscheidung des Stadtrates. Er hoffe, dass sie schnell umgesetzt wird und dass die Zahlungen rückwirkend zu Anfang Mai erfolgten. Die Essensbelieferung an Oberschulen und Gymnasien werde seine Firma dennoch erst zum neuen Schuljahr wieder aufnehmen. "Die Bestellungen sind derzeit zu gering, das lohnt sich auch mit dem einen Euro nicht."

Kritik an dem Beschluss kam von der AfD. Nico Köhler sagte, nicht die Stadt sondern der Freistaat sei in der Pflicht, weil er die Regeln zur Beschränkungen des Kita- und Schulbetriebs aufgestellt habe.

0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.