Schutznetz für Pinguinland wird provisorisch repariert

Schneelasten haben im Winter Schäden in Limbach-Oberfrohnas Tierpark hinterlassen. Deshalb war der Besuch der Anlage eingeschränkt. Ein Arbeitseinsatz kann daran jedoch nur teilweise etwas ändern.

Limbach-Oberfrohna.

Interessiert, aber auch aufgeregt liefen die Limbacher Pinguine gestern durch ihre Anlage und beobachteten das Geschehen. Mehrere Männer machten sich über die Abdeckung des Geheges her. "Nach solchen Aktionen sind sie hinterher manchmal ein bisschen verstört", sagt Tierpfleger Mike Richter. Es ist schließlich nicht das erste Mal, dass derartiger Besuch im Pinguinland anstand.

Im Januar wurde das Kunstfasernetz, das über die Anlage gespannt ist und die Vögel, die normalerweise mit den Pinguinen gemeinsam in dem Areal leben, am Wegfliegen hindern soll, zerstört. Weil sich durch die Schneelast eine Öse auf einem Zaunpfahl gelöst hatte und eine Kettenreaktion auslöste, fiel das Netz teilweise herunter. Genau diese Ösen wurden nun gestern wieder befestigt. "Allerdings nur provisorisch", klärte Michael Löhnert von der Firma Lindner Metall auf. Er und ein Kollege waren den halben Tag lang damit beschäftigt, acht Ösen wieder anzubringen. Durch diese Ösen wurden schließlich die Seile gezogen, die am Ende das Netz spannen. Die gestrige Aktion wurde am Nachmittag erfolgreich beendet, stellt aber letztlich nur eine Notreparatur dar. Laut Stadtverwaltung soll die vollständige Instandsetzung erst noch erfolgen. Wann, das sei derzeit noch unklar, so Michael Claus, Fachbereichsleiter für Stadtentwicklung. Die aktuellen Kosten in Höhe von 1200 Euro übernehme auch vorerst die Stadt - so lange, bis die Frage nach der Schuld, warum das Netz überhaupt Schaden nehmen konnte, beantwortet ist. "Wir haben drei verschiedene Gutachter beauftragt, um zu klären, ob der Planer oder das ausführende Unternehmen für den Schaden verantwortlich ist", erläutert Limbach-Oberfrohnas Oberbürgermeister Jesko Vogel. Bis die Schuldfrage geklärt ist, wird es im Pinguinland ausschließlich die 16 Humboldt-Pinguine sowie die Dampfschiffenten und Rotkopfgänse zu sehen geben. Alle weiteren Bewohner - Schwarznackenstelzenläufer, Inkaseeschwalben, Graumöwen, Graukopfmöwen sowie Austernfischer - bleiben bis auf weiteres im Winterquartier des Flamingolandes. Beim Herunterfallen des Netzes im Januar waren drei Graukopfmöwen und eine Inkaseeschwalbe davongeflogen und nicht wieder zurückgekommen. Eine andere Graukopfmöwe hatte sich beim Einfangen Verletzungen zugezogen und war daran gestorben. Die restlichen Tiere hätten sich nun aber gut eingelebt im Flamingohaus. Und genau deswegen sollen sie dort auch bleiben, bis das Netz über dem Pinguinland vollständig repariert ist. Es sei für die Tiere immer großer Stress, wenn die Pfleger sie einfangen und umsetzen müssen, so Mike Richter. "Sie jetzt für kurze Dauer wieder ins Pinguinland zu lassen, um sie dann demnächst erneut ins Flamingohaus zu setzen, ergibt keinen Sinn", sagt er.

Sascha Aurich

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Indes hat Richter noch eine gute Nachricht: "Wir hoffen bei unseren Pinguinen auf Nachwuchs." Die Tierpaare Gudrun und Dieter sowie Helga und Thomas brüteten derzeit jeweils ein Ei aus. Nach 40 Tagen, also voraussichtlich nach den Osterferien, könnte es eventuell Jungtiere im Amerika-Tierpark geben. "Das wäre das erste Mal hier", so Mike Richter. Etwa drei Wochen lang würden die Eltern den Nachwuchs nach der Geburt in der Höhle füttern, bis er das erste Mal für Besucher auf der Anlage zu sehen sein könnte.

Flauschigen Nachwuchs ganz anderer Art können die Gäste des Tierparks schon jetzt in Augenschein nehmen: Am Samstag wurde ein Osterlamm geboren - ein Böckchen bei den Soay-Schafen. Das wenige Tage alte Tier liegt derzeit im Stroh des Geheges im Bauernhof. In zwei bis drei Wochen wird es laut Richter einen Spielgefährten bekommen, da das zweite Mutterschaf in der Anlage ebenfalls trächtig ist.

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