So feiert der Kiez seinen Szene-Advent

Ein kultiger Markt soll am Wochenende den Kaßberg beleben. Einige Besucher fordern Straßensperren. Die Organisatorin will das aber nicht tun - ganz im Sinne der Anwohner.

Kaßberg.

Am Wochenende wird die Franz-Mehring-Straße zur Weihnachtsmeile. Händler, Anwohner, Gastronomen - sie alle wollen zwei Tage lang eine szenige Adventsparty feiern. Bis zu 5000 Besucher werden erwartet.

Was szenig bedeutet, das zeigte sich bereits in den vergangenen Jahren. Da bauten Hausgemeinschaften provisorische Stände in ihren Vorgärten auf, verkauften oder verschenkten hausgemachte Plätzchen, boten Töpfchen voller selbst gekochter Marmelade oder Glühwein aus dem heimischen Kochtopf an. An vielen Ecken standen Instrumentalisten und spielten kurze Stücke. Anderswo wieder drang Adventsmusik aus den Wohnzimmerfenstern. In den vergangenen vier Jahren war deshalb zwischen der Weststraße und der Rudolf-Marek-Straße Ausnahmezustand. Denn die Menschen wechselten zwischen den Straßenseiten hin und her, blieben gemütlich stehen und quatschten mit den Nachbarn.

Unter der Ankündigung des alternativen Weihnachtsmarktes im Internet hatten deshalb diesmal Leser gefordert, die Organisatoren sollten doch einfach die Franz-Mehring-Straße an diesem Wochenende sperren lassen. Genau das wollen sie aber nicht tun. Susanne Meysick, die den Markt von Anfang an mitplante, erklärt, warum: "Würden wir das tun, müssten tagelang auch die Parkplätze freigehalten werden. Und die Situation rund ums Abstellen der Fahrzeuge ist gerade an diesem Straßenabschnitt besonders prekär." Der etwa 100 Meter lange Weihnachtsmarkt habe unter den Anwohnern nicht nur Freunde. "Wir wollen die Nachbarn durch unser Fest aber so wenig wie möglich beeinträchtigen", so Meysick. Mit ihrem Lebensgefährten Klaus Kowalke betreibt sie die Buchhandlung mitten auf dem Kaßberg. Mit den Freunden von der Badischen Weinstube, vom Sammelsurium-Geschäft "Haamit", von der Salbenmanufaktur und vom Cafébetreiber des "Emmas Onkel" riefen sie den Weihnachtsmarkt vor fünf Jahren ins Leben. Inzwischen sind andere Partner dazugekommen. Sogar die Grundstücks- und Gebäudewirtschaftsgesellschaft hat diesmal angeklopft. Ob die Mitarbeiter einen Stand zur Bespaßung von Kindern aufbauen dürften? Na klar. Am Samstagabend wird parallel zum Weihnachtsmarkt auf dem Gerhart-Hauptmann-Platz ein Feuerwerk gezündet. Es durfte bei einem anderen Kaßbergfest im Sommer wegen der Dürre nicht abgebrannt werden. Das Fest "100 Meter Weihnachtsmarkt" beginnt am Samstag und am Sonntag jeweils um 13 Uhr.

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