So sehen die Pläne für das Altendorfer Bahnhofsareal aus

Neue Brücke zwischen Limbacher und Paul-Jäkel-Straße vorgesehen - Investor will etwa 170 Wohnungen bauen

Altendorf.

Der Entwurf für die Neubebauung des Geländes am stillgelegten Güterbahnhof in Altendorf ist fertig. Wenn die Stadträte im Bauausschuss in ihrer Sitzung am kommenden Dienstag zustimmen, wird er als nächstes einen Monat lang im neuen Technischen Rathaus öffentlich ausgelegt. "Freie Presse" beantwortet vorab wichtige Fragen dazu.

Über das frühere Bahnhofsareal führte die Brücke Erzbergerstraße als wichtige Verbindung zwischen der Limbacher Straße und dem Flemminggebiet. Seit sie 2010 wegen Baufälligkeit gesperrt und 2011 abgerissen wurde, fordern Anwohner ihren Wiederaufbau. Ist eine neue Brücke geplant?

Nicht an der gleichen Stelle. Der Entwurf des Bebauungsplanes sieht eine neue Straßenbrücke in Verlängerung der Horst-Menzel-Straße bis zur Paul-Jäkel-Straße vor. Diese Brücke soll zugleich die Möglichkeit offenhalten, später eine Straßenbahntrasse ins Flemminggebiet zu verlegen. Eine solche Verbindung ist im aktuellen Chemnitzer Nahverkehrsplan als Vorschlag für die strategische Entwicklung des Straßenbahnnetzes nach dem Jahr 2030 enthalten. Deren genauer Verlauf und die Finanzierung sind aber derzeit noch völlig offen. Zusätzliche Verbindungen für Fußgänger und Radfahrer böten die vorhandenen Brücken an der Kochstraße, Am Stadtgut und an einer Privatstraße Richtung Erzbergerstraße, heißt es im Planentwurf.

Auf der ehemaligen Bahnstrecke zwischen dem Küchwald und Wüstenbrand sollte doch ein Radweg entstehen. Bleibt es dabei?

Ja, im Bebauungsplan ist sogar von "Premiumradweg" und "Radschnellweg" die Rede, ohne das näher zu erläutern. Darüber hinaus sollen in dem gesamten Gebiet zwischen Paul-Jäkel-Straße und Pleißenbach sowie entlang des Pleißenbachs Fuß- und Radwege angelegt werden, um die dortigen Wohngebiete und die Innenstadt mit dem Radweg auf der alten Bahnstrecke und dem Grünzug am Pleißenbach zu verbinden.

Wem gehört das ehemalige Bahnhofsgelände?

Die Stadtverwaltung ist nach eigenen Angaben gerade dabei, den südlichen, direkt am Pleißenbach gelegenen Teil des Areals zu erwerben, um darauf den Grünzug am Pleißenbach weiter zu entwickeln. Die Deutsche Bahn hatte die Flächen des alten Güterbahnhofs nach deren Entwidmung für den Bahnverkehr im Jahr 2016 zum Kauf angeboten. Die nördlichen Teile davon sind bereits an einen privaten Investor aus Leipzig verkauft worden, der darauf Wohnhäuser errichten will.

Gibt es für die Wohnhäuser schon konkrete Pläne?

Laut dem Entwurf des Bebauungsplanes soll das ehemalige Bahnhofsareal schrittweise zu einem neuen Wohnquartier mit städtischem Charakter und "einem attraktiven Freiraum entlang der alten Bahngleise sowie des Pleißenbaches" entwickelt werden. In zwei Teilbereichen östlich und westlich der neuen Straßenbrücke aus Richtung Horst-Menzel-Straße sollen etwa 170 Wohnungen in Gebäuden unterschiedlichen Typs sowie eine Kindertagesstätte und Räume für Einzelhandel, Gastronomie und Büros entstehen. Im östlichen Teil sind entlang der Paul-Jäkel-Straße zwei- bis viergeschossige Reihen- und Mehrfamilienhäuser vorgesehen. Westlich der verlängerten Horst-Menzel-Straße enthält der Entwurf auf einem dreieckigen Grundstück fünf Einfamilienhäuser und ein viergeschossiges Mehrfamilienhaus.

Besteht in dem Gebiet bei Hochwasser des Pleißenbachs nicht Überflutungsgefahr?

Laut einem Plan, der das Risiko eines Hochwassers einschätzt und der für den Pleißenbach vorliegt, sei dort selbst bei einem statistisch nur alle 100 Jahre zu erwartenden, starken Hochwasser lediglich mit "geringen Ausuferungen" zu rechnen, heißt es im Planentwurf. In dem darin eingezeichneten Überschwemmungsgebiet an den Ufern des Bachs ist keine Bebauung vorgesehen.

"Räume für Einzelhandel" - heißt das, ein Supermarkt ist vorgesehen?

Nein, denn das ehemalige Bahnhofsareal zählt laut Stadtplanungsamt weder zu den im städtischen Einzelhandels- und Zentrenkonzept ausgewiesenen zentralen Versorgungsbereichen noch liegt es in einem "Suchraum", in dem sich Märkte ansiedeln sollen. Erlaubt seien daher als Nahversorger lediglich sogenannte Nachbarschaftsläden mit maximal 400 Quadratmetern Verkaufsfläche, "Chemnitz-Läden" mit höchstens 100 Quadratmetern sowie Getränkemärkte.

Wie geht es jetzt weiter?

Wenn der Bauausschuss dem Planentwurf am Dienstag zustimmt, wird dieser - nach Ankündigung im Amtsblatt - für einen Monat im Technischen Rathaus öffentlich ausgelegt. Hinweise, die in dieser Zeit dazu eingehen, werden gesammelt und anschließend den Stadträten vorgelegt. Diese wägen dann ab, was im Plan geändert werden soll, bevor sie ihn beschließen und er umgesetzt werden darf. mib

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