So soll die neue Kita in Limbach aussehen

Der Entwurf von Chemnitzer Architekten mit runden Formen überzeugt das Rathaus und den künftigen Betreiber. Nur beim Namen gibt es noch Diskussionsbedarf.

Limbach-Oberfrohna.

Eine Fassade aus Holz, große Fenster für viel Licht und runde Formen statt Ecken und Kanten - das sind wohl die hervorstechendsten Eigenschaften des geplanten Kita-Neubaus im Wasserturm-Gebiet in Limbach-Oberfrohna. Erstmals seit Jahren hat die Stadtverwaltung einen Architektenwettbewerb ausgelobt, dessen Sieger jetzt feststeht: Das Architekturbüro Bochmann aus Chemnitz hat sich mit seinem Entwurf eines eingeschossigen Gebäudes im Bungalow-Stil durchgesetzt. Der Neubau soll an der Ecke Prof.-Willkomm-Straße/ Heinrich-Mauersberger-Ring entstehen, 120 Kinder aufnehmen und so den Mehrbedarf an Betreuungsplätzen in den kommenden Jahren decken. Denn die Kapazität der benachbarten, sanierungsbedürftigen Plattenbau-Kita Am Wasserturm reicht nicht aus.

Nach Angaben von Architektin Ria Kliem, die den Entwurf gemeinsam mit ihren Kollegen erarbeitet hat, sind fünf Bereiche vorgesehen, die durch ein gemeinsames Dach verbunden werden: Krippe, Kindergarten, Themen- und Therapieräume, Küchentrakt mit Speisesaal sowie Verwaltung. Separate Eingänge für Kindergarten und Krippe sollen gewährleisten, dass das Gedränge morgens und nachmittags, wenn die Kinder gebracht und abgeholt werden, nicht zu groß ist. Besonderer Wert wurde laut Kliem auf nachhaltige Materialien gelegt. "Ein Gründach wirkt wie ein Sonnenschutz", erklärt sie. Auch Holz wärme sich im Sommer nicht so schnell auf wie andere Baustoffe.

Zwölf Architekturbüros hatten Vorschläge eingereicht. Eine Jury mit Mitgliedern der Architektenkammer, der Stadtverwaltung und des Stadtrates sprach sich einstimmig für das Chemnitzer Büro aus, berichtet Oberbürgermeister Jesko Vogel. "Der Entwurf ist nicht nur der schönste, sondern überzeugt auch durch seine Funktionalität." Als Beispiel nennt Vogel die Eingeschossigkeit. Es erleichtere den Beschäftigten die Arbeit, wenn sich alles auf einer Ebene befinde. "Auf diese Weise braucht man auch keinen Fahrstuhl", sagt der OB. Er hebt zudem hervor, dass sich die Chemnitzer am intensivsten mit dem Standort beschäftigt und einen Namen vorgeschlagen hätten: Malimolino. Die Bezeichnung wird von Malimo abgeleitet - jenem Wirkverfahren für Textilien, das der Limbach-Oberfrohnaer Ingenieur Heinrich Mauersberger erfand.

Mit dem Namensvorschlag kann sich Thomas Buhl allerdings nicht recht anfreunden. Er ist Geschäftsführer der Behindertenhilfe, die die Kita betreiben wird. "Malimolino klingt etwas umständlich und ist schwer auszusprechen", stellt er fest. Zudem könne der Name den Eindruck erwecken, es handele sich um den Betriebskindergarten eines Textilunternehmens. Buhl plädiert stattdessen dafür, dass die Kinder selbst Vorschläge machen. Nach Angaben einer Stadtsprecherin soll der Name zwischen Rathaus und Behindertenhilfe abgestimmt werden.

Abgesehen vom Namen finde er den Entwurf aber sehr gelungen, betont Buhl. Er füge sich gut in das Gelände ein - etwa mit Blick darauf, dass die Außenanlage des Altbaus auch von den Kindern im benachbarten Neubau genutzt werden soll. Außerdem gefalle ihm, so Buhl, dass Kinder und Erzieher von allen Schlaf- und Gruppenräumen direkt in den Garten gelangen können. Nicht zuletzt passe die Architektur gut zur geplanten Betreuungsstruktur in der neuen Kita: "Es soll ein offenes Konzept ohne feste Gruppenstrukturen geben", erklärt Buhl. Die Kinder sollen sich selbst aussuchen können, ob sie draußen spielen, basteln, toben oder in der Kinderbibliothek in der Mitte des Komplexes ein Buch anschauen wollen.

Als nächsten Schritt zur Umsetzung des Vorhabens stellt die Stadt einen Fördermittelantrag. Klappt die Finanzierung wie geplant, könnte die etwa 3,2 Millionen Euro teure Kita 2020 fertig sein.

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