So wird der Chemnitzer Weihnachtsmarkt gesichert

Nach Hinweisen auf Anschlagspläne geht der Aufbau der Buden in Chemnitz weiter. Veränderung gibt es an ganz anderer Stelle.

Das Sicherheitskonzept für den Weihnachtsmarkt, der am Freitag eröffnet wird, steht seit langem. Es wird in Abstimmung mit der Polizei erstellt. "Es gibt aktuell nichts, was uns dazu veranlassen würde, etwas am Sicherheitskonzept zu verändern", sagte Ordnungsbürgermeister Miko Runkel am Mittwoch. Am Dienstagabend war bekannt geworden, dass die Generalstaatsanwaltschaft Sachsen wegen Hinweisen auf mögliche Anschläge auf Weihnachtsmärkte in Chemnitz und Dresden ermittelt hat. Im Fokus standen zwei in Untersuchungshaft befindliche Beschuldigte. Im Ergebnis teilte das Landeskriminalamt (LKA) mit, dass "der Eintritt eines gefährdenden Ereignisses zum aktuellen Zeitpunkt als unwahrscheinlich gilt". Eine Modifizierung des Sicherheitskonzeptes für den Chemnitzer Markt komme nur in Frage, wenn sich die Lage-Einschätzung der Polizei ändert, so Runkel. Die Pressestelle der Stadtverwaltung teilte zudem mit, dass alle Kommunikationskanäle überarbeitet wurden, sodass eine ständige Erreichbarkeit von Polizei und Rettungskräften gewährleistet sei. Polizei und Stadtordnungsdienst werden verstärkt auf dem Weihnachtsmarkt präsent sein. Ein privater Sicherheitsdienst werde außerhalb der Öffnungszeiten den Markt bewachen.

Zum geplanten Sicherheitskonzept gehört auch, dass die Einfahrt auf den Markt durch Unbefugte entweder verhindert oder verlangsamt wird. Zwei mit Sand gefüllte Container sollen dafür an der Theaterstraße aufgestellt werden, was auch schon im vergangenen Jahr so gehandhabt wurde. Weiterhin sollen zwölf große Pflanzkübel so umgestellt werden, dass sie als Hindernis dienen, teilten Mitarbeiter des städtischen Marktwesens bereits Anfang November mit.

Die Polizeidirektion Chemnitz bestätigt, dass sich an der Sicherheitslage nichts verändert habe. Details zu den geplanten Einsatzmaßnahmen und zur Ausstattung der Streifenkräfte werden aus polizeitaktischen Erwägungen nicht kommuniziert. Tom Bernhardt, Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA), sagte, die Gefährdungslage sei heute dieselbe wie vor den Hinweisen auf mögliche Anschläge. "Fakt ist, man kann auf Weihnachtsmärkte gehen", so Bernhardt.

Der Aufbau des Marktes geht indes unbeeindruckt weiter. "Ich denke, die Polizei hat die Lage im Griff", sagte Maritta Kunze, die auch während des Marktes an einem Stand verkaufen wird. Die Aussagen des LKA, dass es keine konkrete Gefährdung gebe, beruhigten sie. In den vergangenen Jahren habe sie sich sicher gefühlt, weil die Polizei auch abends immer präsent gewesen sei. Ähnlich sieht es Tim Schanze, der gemeinsam mit seiner Frau einen Stand für gebackenes Gemüse betreibt. "Wir machen uns keine Sorgen", sagte er. Die Mitteilung des LKA über Anschlagshinweise habe für unnötige Verunsicherung gesorgt.

Am Freitag eröffnet nicht nur der Weihnachtsmarkt. Auch die Anhänger des rechten Bündnisses Pro Chemnitz werden sich wieder am Marx-Kopf treffen und dann zu einer Demonstration aufbrechen. Bisher führte diese jeden Freitag über den Innenstadtring. An der Theaterstraße würde es zu einem direkten Kontakt mit dem Weihnachtsmarkt kommen. Darum müssen die Demonstrationsteilnehmer an diesem Freitag über die Mühlen- und Georgstraße sowie die Straße der Nationen ziehen, sagte Miko Runkel. Zudem werden zwei Zweier-Teams des Stadtordnungsdienstes auf dem Weihnachtsmarkt unterwegs sein, ein Dreier-Team die mobile Wache auf dem Markt besetzen und ein Bediensteter in der Leitstelle sitzen, teilte die Stadt-Pressestelle mit.

Wie sich die Demonstration an den übrigen Freitagen gestaltet, ist noch nicht klar, denn dafür gebe es noch keine Anmeldung, sagte Runkel.

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1Kommentare
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  • 10
    4
    Knauth
    29.11.2018

    Einfach nur traurig!



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