Sommerwetter und Neuerungen locken Gäste ins Sonnenbad

Das am 5. Mai nach der Sanierung wieder- eröffnete Freibad in Rußdorf erfreut sich dank einiger Attraktionen großer Beliebtheit, sagt der Badchef. Doch noch sind nicht alle Probleme gelöst.

Rußdorf.

Der sechsjährige Lukas behauptet von sich selbst, eine echte Wasserratte zu sein. Und tatsächlich: Er hüpft ausgelassen durch das neue Planschbecken, saust mehrmals die Wasserrutsche herunter und taucht unter einen kleinen Springbrunnen. "Das neue Kinderbecken gefällt uns am besten", sagt seine Mutter Mandy Schulte. Sie könne sich noch gut an das alte Rußdorfer Freibad erinnern. "Da war irgendwie alles grau und langweilig." Die junge Frau war schon viermal im neuen Sonnenbad. Vor der Sanierung habe sie die Anlage kaum besucht, sei dafür an den Stausee Rabenstein oder nach Wittgensdorf ins Freibad gefahren. Mandy Schulte freue sich, dass sie nun in ihrem Wohnort ein so attraktives Bad für sich und ihren Sohn habe, sagt sie. Und angesichts der Tatsache, dass sie jetzt nicht mehr mit dem Auto in ein anderes Bad fahren und dort womöglich Parkgebühren zahlen müsse, findet sie auch den Eintrittspreis in Rußdorf akzeptabel. Im Zuge der Modernisierung hatte der Stadtrat im Februar eine Erhöhung von 2,50 Euro auf 4 Euro und für Ermäßigungsberechtigte von 1,50 Euro auf 2,50 Euro beschlossen, was Steigerungen von 60 beziehungsweise 67 Prozent bedeutet.

Einziger Kritikpunkt der Mutter: Das Wasser im Planschbecken empfindet sie zu kalt für ihren Sprössling. "Das Kinderbecken müsste beheizt sein, dann wäre es perfekt", so die junge Frau. Dem stimmte auch eine ältere Dame zu, die mit ihren Enkelkindern am Rand des Beckens saß. Badchef Dirk Schuler entgegnet, dass die Temperatur im Planschbecken bereits anderthalb bis zwei Grad höher sei, als jene im Schwimmerbereich. Dafür sorge eine Solaranlage auf dem Funktionsgebäude. "In der Regel finden es nur die Mütter zu kalt, die Kinder stört die Temperatur nicht", ergänzt er. Das Beheizen des Planschbeckens auf andere Weise sei aus rein finanziellen Gründen nicht realisierbar.

Bis zum vergangenen Sonntag sind im Freibad bereits mehr als 18.000 Besucher gezählt worden. Im Jahr 2016 - vor der Sanierung - waren es insgesamt 12.000. Laut Schuler gebe es zwei Gründe für die gestiegene Besucheranzahl: das seit Wochen anhaltende Sommerwetter und die Neugier der Limbacher auf ihr neues Bad. "Aber auch Gäste von außerhalb, beispielsweise aus Mittweida oder Freiberg, waren schon hier", erzählt er. Seiner Aussage nach sei die Bewertung durchweg positiv: "Die Leute sind begeistert."

Die modernisierte Anlage verfügt neben dem neu geschaffenen Kinderbereich und dem Funktionsgebäude samt Terrasse über ein großes neues Edelstahlbecken inklusive Rutsche, Strömungskanal und Sprungtürmen. An einem warmen, bewölkten Sommertag kommen laut Dirk Schuler 500 bis 700 Gäste nach Rußdorf. Wenn die Sonne scheint, können es durchaus auch über 1000 sein.

Pierre Seidel, ein Familienvater aus Limbach-Oberfrohna, hatte bei seinem Besuch im Sonnenbad das Gefühl, die Liegefläche sei nach dem Umbau kleiner als vorher. "Es ist irgendwie enger", sagt er. Laut dem Badchef sei die Rasenfläche aber nicht reduziert worden. Zwar habe man ein Stück Wiese durch das neue Planschbecken eingebüßt. "Um den Sprungturm herum haben wir dafür aber eine neue Rasenfläche geschaffen", erläutert er. Nur, die Plätze direkt an den Schwimmbecken seien eben begehrt und schnell belegt. Doch selbst an Tagen mit über 1000 Besuchern finde auf der Wiese jeder noch Platz für sein Handtuch, so Schuler.

Viele Gäste bedeuten auch viele Autos vor dem Freibad. Etliche Pkw müssen am Straßenrand abgestellt werden, weil die Parkflächen am Bad insbesondere an Nachmittagen ausgeschöpft sind. "Wir bereiten ein Parkplatz-Konzept vor", sagt Dirk Schuler. Wie er betont, gebe es bereits Verhandlungen mit Eigentümern umliegender Felder. Da sich die Flächen aber alle in Privatbesitz befänden, dauere das seine Zeit, so der Badchef.

In der Regel bedeuten viele Gäste auch, dass die Rasenfläche schnell abgenutzt wird. Nicht so im Sonnenbad Rußdorf. "Das ist mir als erstes aufgefallen - dieser tolle grüne Rasen hier. Das kenne ich aus anderen Freibädern so nicht", sagte Helmut Winkler aus Chemnitz. Damit das Grün weich und saftig bleibt, werde es morgens und abends mit Brunnenwasser besprenkelt, informiert Dirk Schuler. Eine Herausforderung für den Untergrund steht jedoch am 11. August an. Dann findet wieder die Freiluft-Disko Impulsiva im Sonnenbad statt, zu der in den vergangenen Jahren im Durchschnitt mehr als 1500 Partygäste kamen.


Mehr Attraktionen - Höhere Eintrittspreise

Die Erhöhung der Eintrittspreise im Sonnenbad Rußdorf war im Stadtrat Ende Februar beschlossen worden. Begründet wurde die Anhebung mit dem verbesserten Angebot. Wo es bislang nur ein großes Becken mit einem Drei-Meter-Turm gab, befindet sich jetzt ein Nichtschwimmerbereich mit Massageliegen, Strömungskanal und einer breiten Rutsche. Daran schließt sich das Schwimmerbecken mit Fünf-, Drei- und Ein-Meter-Brett an. Auch ein Planschbecken ist neue entstanden.

Geöffnet ist das Sonnenbad, das sich an der Straße Am Gemeindewald im Limbach-Oberfrohnaer Ortsteil Rußdorf befindet, derzeit täglich von 10 bis 20 Uhr. (jop/gp)

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