Sonderschau soll Selbstbewusstsein von Kindern stärken

Förderschüler haben sich in unterschiedlicher Form mit Kunst beschäftigt. Ihre Arbeiten werden im Taurasteinturm präsentiert. Das stellt auch eine Premiere dar.

Burgstädt.

Unter dem Motto "Schule am Taurastein im Taurasteinturm" zeigt die Galerie im Wahrzeichen der Stadt Burgstädt noch bis zum 31. Januar eine Sonderausstellung. Die Förderschule präsentiert gelungene künstlerische und handwerkliche Schülerarbeiten und sorgt damit für den Auftakt in einem neuen Projekt der Burgstädter Schulen und der Stadtverwaltung. Weitere Ausstellungen anderer Einrichtungen sollen folgen.

Alle Exponate der aktuellen Schau wurden von Viert- bis Neuntklässlern der Schule am Taurastein in den vergangenen zwei Jahren im Kunst-, Werk- und Arbeitslehreunterricht angefertigt. "Unsere Schüler sind total stolz, dass Ausstellungsstücke von ihnen erstmals außerhalb der Schule gezeigt werden", sagt Kunstlehrerin Grit Hößler. Betrachter der Schau verblüffe, welche kreativen Talente in Schülern stecken, die wegen ihrer Lernschwierigkeiten die Förderschule besuchen. "Man sieht vielfach keinen Unterschied zu Arbeiten Gleichaltriger, die am Gymnasium lernen", erklärt Hößler. Im Unterricht haben sie und Schulleiterin Kerstin Lorse allerdings immer wieder erlebt, dass die Schüler die Ergebnisse ihrer Arbeit sehr skeptisch sehen. Oft brauchten sie viel Zuspruch und Ermutigung, um ihre Ideen umzusetzen, berichtet Lorse. Das sei zum Teil eine Reaktion auf negative Äußerungen, die Außenstehende über die Förderschüler machten, vermutet sie. "Der Erfolg der Ausstellung und die Anerkennung durch Menschen, die nicht wie Eltern und Lehrer zum direkten Umfeld gehören, ist für das Selbstbewusstsein der Mädchen und Jungen sehr wichtig", urteilen die Pädagoginnen.

Für die Schau hat Hößler Schülerarbeiten aus verschiedenen Genres ausgewählt. Auf zwei Etagen seien in mehr als 20 großen Bilderrahmen unter anderem Zeichnungen, Malereien mit Farbe sowie mit Tinte und Tintenkiller, Scherenschnitte und Collagen zu sehen, sagt sie. Zum Teil seien, wie bei einer Auswahl von Bildern zum Thema Katzen am Fenster, bis zu acht Bilder in einem Rahmen zusammengefasst. Besonders imposante Werke aus Papier sind laut Hößler in einem Projekt außerhalb der Schule in den Chemnitzer Kunstsammlungen entstanden. Dort hatten die Schüler Gelegenheit zum Kunstschauen und im Anschluss zur Selbsterfahrung im praktischen Arbeiten.

In mehreren Vitrinen werden zudem Arbeiten aus Holz und Pappmaché gezeigt. Darunter seien auch bemerkenswerte Stücke, die Talent, Kreativität und auch handwerkliches Geschick zeigten, wie etwa die ausgestellten Lkw- oder Flugzeugmodelle und selbst gebaute Bilderrahmen, so die Lehrerin.

Bei der Vorbereitung der Schau hatten die Schüler laut Hößler auch die Gelegenheit zu sehen, wie viel Mühe eine gute Präsentation kostet. So habe die Stadtverwaltung zwar die Rahmen bereitgestellt, sie habe diese allerdings mit ihren Schülern und einem Praktikanten gründlich putzen müssen, berichtete Hößler. Der Transport der Ausstellungsstücke bei Regen erforderte viel Umsicht und für das Programm zur Eröffnung studierten Erst- und Zweitklässler mit ihrer Musiklehrerin mehrere Lieder ein. Auch daran erinnerten sich die Kinder und Jugendlichen, wenn sie mit ihren Familien die Ausstellung besuchen.

Der Taurasteinturm im Wettinhain hat täglich von 11 bis 16 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 1 Euro, für Kinder 50 Cent. Gruppen erhalten Ermäßigung, sie können die Ausstellung und den Turm nach Vereinbarung auch außerhalb der Öffnungszeiten besuchen.

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