Sorge um Fachkräfte für grüne Berufe

Im Erzgebirge wird es in der Landwirtschaft mit Nachwuchs eng

Von Claudia Dohle

Insgesamt 28 junge Frauen und Männer aus Landwirtschaftsbetrieben des Erzgebirgskreises sind nach ihrer dreijährigen Ausbildung freigesprochen worden. Im Ambrossgut in Schönbrunn haben sie ihre Facharbeiterzeugnisse entgegengenommen. Gelernt haben sie Land- und Tierwirt, Fachkraft für Agrarservice oder auch Landwirtschaftswerker. Die besten Absolventen waren Henry Seerig vom Landwirtschaftsbetrieb Fritzsch aus Marienberg, Lea Klemm vom Olbernhauer Landwirtschaftsbetrieb und Susann Morgenstern von der Bauernland Agrar AG Großolbersdorf.

"Es wurden 16 Landwirte geprüft, von denen 15 bestanden haben. Von zehn geprüften Tierwirten haben acht die Prüfung erfolgreich absolviert, ebenso eine Fachkraft Agrarservice und vier Landwirtschaftswerker", so Steffen Reuter, Bildungsberater des Erzgebirgskreises für die Landwirtschaft.

Gut ausgebildete Nachwuchskräfte seien wichtig für die Landwirtschaft, betonte Mirko Mauersberger vom Regionalverband. Statistisch gesehen würden in den nächsten zehn Jahren sachsenweit jährlich etwa 500 Frauen und Männer altersbedingt in der Landwirtschaft aufhören, während nur je 350 Nachwuchskräfte nachrücken.

Nach Aussage von Bildungsberater Reuter sehe er in naher Zukunft eine Gefahr des Fachkräftemangels im Landwirtschaftsbereich der Erzgebirgsregion. Die Anzahl der Lehrlinge im landwirtschaftlichen Bereich war in den vergangenen Jahren einigermaßen stabil. "Im nächsten Jahr haben wir aber ein Tief. Aktuell gibt es 20 Lehrlinge im dritten Lehrjahr. Das ist der niedrigste Stand, den wir je hatten", sagte Steffen Reuter. Im zweiten Ausbildungsjahr befinden sich 31 Lehrlinge. 36 junge Menschen haben mit einer Lehre angefangen. "Trotz dieser Steigerung decken die Lehrlinge mit bestandener Prüfung nur ein Drittel des Bedarfs an neuen Arbeitskräften in der Landwirtschaft", so Reuter.

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