Sozialkaufhaus hat wieder geöffnet

Die Möbelbörse an der Altchemnitzer Straße trägt jetzt einen anderen Namen. Auch der Betreiber ist nicht mehr derselbe.

Altchemnitz.

Für Chemnitzer, die noch gut erhaltene Möbel, Hausrat oder Kleidung ausrangieren oder preisgünstig kaufen möchten, gibt es an der Altchemnitzer Straße wieder eine Anlaufstelle. Aus der ehemaligen "Möbelkiste Blaue Engel" im Gebäude der früheren Margarinefabrik unweit des einstigen Spinnereimaschinenbaus ist das Sozialkaufhaus Möbelwert geworden.

Betreiber der Einrichtung ist jetzt nicht mehr die Stadtmission Chemnitz, sondern der Mittweidaer Verein Netzwerk, der ebenfalls zum Diakonischen Werk gehört. "Wir hatten im vergangenen Jahr erfahren, dass die Stadtmission das Angebot einstellen will", erklärt Anne Katrin Koch, Geschäftsführende Vorstandsvorsitzende von Netzwerk. Weil der 1993 gegründete Verein noch vier weitere Möbelwert-Filialen in Mittweida, Döbeln, Penig und Freiberg betreibt und über viel Erfahrung auf diesem Gebiet verfüge, habe er sich zur Übernahme des Chemnitzer Sozialkaufhauses entschlossen. Anfang 2019 begann dessen Umbau, jetzt hat es unter dem Namen Möbelwert wieder geöffnet.


Das Geschäftsmodell ist dasselbe geblieben. Wer Möbel, Elektrogeräte, Lampen, Geschirr, Spielzeug, Sportgeräte, CD, DVD, Bücher, Teppiche, Gardinen, Schuhe, Kleidung, Tisch- und Bettwäsche, Taschen oder Koffer übrig hat und nicht wegwerfen möchte, kann beim Verein Netzwerk anrufen und einen Besichtigungstermin vereinbaren. Auch ganze Haushaltsauflösungen sind möglich. Was geeignet ist, wird kostenlos abgeholt, gereinigt und bei Bedarf aufgearbeitet.

In der neuen Chemnitzer Möbelwert-Filiale sind insgesamt 20 Mitarbeiter beschäftigt. Die meisten davon waren vorher langzeitarbeitslos, zum Teil wegen chronischer psychischer oder Suchterkrankungen. "Hier sehen sie täglich, was sie geschafft haben", sagt Anne Katrin Koch. Ziel sei es, diesen Menschen mithilfe von Betreuern wieder Chancen auf einen festen Arbeitsplatz zu geben. Das Sozialkaufhaus erwirtschafte seinen Finanzbedarf zu 60 Prozent selbst, 40 Prozent würden aus Sozialleistungen gedeckt.

Weiter verkauft werden die Waren aus zweiter Hand für ein paar Euro an jedermann. Bedürftige erhalten zusätzliche Rabatte. Damit werde nicht nur Menschen mit wenig Geld geholfen, sondern auch das Wegwerfen gut erhaltener Dinge verhindert, sagt Anne Katrin Koch.

Nach ihren Angaben beschäftigt der Verein Netzwerk, der auch eine Schneiderei, eine Polsterei, Beratungsstellen sowie die Tafeln in Mittweida und Döbeln betreibt, insgesamt rund 300 Mitarbeiter. Von der Stadtmission Chemnitz war am Mittwoch keine Auskunft zur Aufgabe der Möbelkiste zu erhalten.

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