SPD fordert Schutzhaus für Frauen

Im Erzgebirgskreis gibt es keine solche Einrichtung

Annaberg-Buchholz.

Die SPD im Erzgebirge setzt sich dafür ein, dass der Landkreis ein Schutzhaus für Frauen einrichtet, die Opfer häuslicher Gewalt geworden sind. "In einem ersten Schritt sollten die Beratungsstellen personell aufgestockt und finanziell besser unterstützt werden", sagt Elke Stadler, die stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Kreistag. "Die Anzahl der dezentralen Anlaufstellen muss unbedingt erhöht werden."

Neben Nordsachsen ist der Erzgebirgskreis der einzige Landkreis in Sachsen, in dem es kein Schutzhaus für Frauen gibt. In einer Anfrage an den Landrat wollte die SPD-Fraktion Anfang November unter anderem wissen, welche finanziellen Mittel im aktuellen Doppelhaushalt zur Hilfe von Betroffenen geplant sind. Die Antwort scheint nicht zufriedenstellend ausgefallen zu sein. Wie Stadler mitteilte, verwies das Landratsamt darauf, dass die Opfer häuslicher Gewalt oftmals zunächst eine ambulante Beratung wahrnehmen würden. Laut SPD-Fraktion beschäftigt sich in dieser Woche der Kreis- und Finanzausschuss mit jener Petition, die der Landesfrauenrat im November 2018 dem Landkreis überreicht hatte. Darin forderte der Rat - unterstützt durch 1648 Unterschriften - die Einrichtung eines Schutzhauses im Kreisgebiet. Schließlich wurden im Jahr 2017 laut Landesfrauenrat 478 Fälle von häuslicher Gewalt im Erzgebirgskreis gezählt, die Dunkelziffer kennt niemand. Der Landkreis hatte damals keine Notwendigkeit gesehen. (kan/mu/jwen)

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...